Advent, Advent, “der Castor” kommt – oder: 1. Advent im Wendland

an diesem 1. Advent sehen Wendländische Zimtsterne anders aus

Advent von lateinisch “adventus” = Ankunft
Sehr witzig ist das eigentlich nicht, oder? Ob Absicht oder nicht, das werden wir nicht erfahren, aber man darf es zumindest unterstellen, daß hier jemand bei der Planung einem unsympathisch zynischen Impuls nachgegeben hat, als bereits im Sommer beschlossen wurde, daß der diesjährige Castor-Transport mit aufbereitetem deutschem Atommüll aus dem französischen La Hague drei, vier Wochen später abfahren sollte, als in den Jahren zuvor, nämlich nicht Ende Oktober sondern Ende November: An diesem Wochenende wird er in Gorleben erwartet, und, mit dem Ereignis verknüpft, selbstverständlich auch der Protest. Tagelang. Das bedeutet, wenn am 1. Advent-Wochenende anderswo die Menschen sich in ihren gemütlichen, vielleicht auch schon geschmückten vier Wänden ein hübsches Tellerchen mit Dominosteinen, Lebkuchen, Vanillekipferln und Zimtsternen zurechtmachen und bei Tee oder Kaffee, Glühwein oder Punsch die Adventsstimmung aufkommen spüren, wird im Wendland demonstriert und gefroren, und zwar von mehreren Tausenden von Personen, Demonstranten und Polizisten gleichermaßen. Sie alle riskieren wegen eines nach wie vor ungewiß strahlenden Transports zu einem willkürlich gewählten Zeitpunkt ihre Gesundheit, weil Papierstrategen es für eine gute Idee hielten, auf diese Weise zusätzlich entmutigen oder erzürnen zu können.
Ich hoffe nur, niemand verliert aus den Augen, daß keiner der Personen vor Ort für Nebel und Minus-Temperaturen verantwortlich ist, und daß die darauffolgenden Triefnasen und Hustereien direkt den Planern zulasten gelegt werden müssen, die – wenn sie schon mit der Gesundheit vieler spielen – nachvollziehbar Anlass geben zu der Vermutung,  daß es um ihre Einstellung bezüglich des Strahlenrisikos ähnlich bestellt ist, nämlich bereits jenseits der schlicht einfältigen Fahrlässigkeit.

Für diejenigen, die es interessiert, hier die Seite 7 aus der heutigen Elbe-Jeetzel-Zeitung (Mittwoch, 23. November 2011) – zum Lesen / Vergrößern bitte anklicken, noch einmal auf das Format!

Vergrößert ansehen: Abschnitt oben > 1921 × 1881  + Abschnitt unten > 2302 × 1284

Man kann die Elbe-Jeetzel-Zeitung auch online lesen > http://www.ejz.de  | vielfältige Informationen findet man auf der Webseite > wendland.net | oder, kombiniert mit Radio, bei Radio ZuSa > www.zusa.de | engagiert und informativ zum Thema bloggt (aus dem Wendland, bei WordPress) > KunstGRIFF – ploetzlichlandpomeranze.wordpress.com 

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7 Gedanken zu “Advent, Advent, “der Castor” kommt – oder: 1. Advent im Wendland

  1. Die Papierstrategen werden an diesem Ankunftswochenende schön ungestört an ihren Lebkuchen knabbern und sich allerhöchstens in die Nähe von strahlenden Lichterketten begeben. Irgendwo weit weg vermutlich.

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  2. Der Atomkraft-nein-danke-Hund sieht nett aus.
    Gestern abend habe ich ein wenig Ferngesehen. Im WDR lief eine Reportage über eine Familie aus NRW, Thema war Advents- und Weihnachtsdekoration. Was kaufen die für wie viel? Kugeln, Adventskalender, Kerzen, aber nur die dicken, durchgefärbten, die brennen nämlich so schön, da hat man auch länger dran. 80 Euro für Kerzen, ich glaube 60 Euro für Adventskalender und Nikolausgeschenke, Kugeln, Weihnachtsbaum. Insgesamt 380 Euro für Adventsdeko incl. Weihnachtsbaum. DAS sind unsere Probleme. Ja, gehört wahrscheinlich nicht zum Thema.

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    1. doch – das gehört eindeutig dazu, wenn auch erst auf den zweiten Blick: daß viele Menschen sich mit einem unglaublichen finanziellen und vollkommen unüberlegten Energie-Aufwand das Leben schönzudekorieren und alles andere auszublenden versuchen.

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  3. Ich glaube fest an Wirkungen von Protest, mag er im Augenblick auch nur von geringster Erfolgsaussicht sein. Es liegt was Heldischen darin und dies im positiven Sinne!

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  4. Na, ich denk mal, dass dies Absicht war. Wäre ich Planer und müsste mit Demonstranten rechnen, würde ich doch auch sowohl Zeit wie auch Wetter so wählen, dass die leute mit Ihrem Protestplakaten lieber den Kamin heizen, als es den Polizisten um die Ohren zu prügeln…Dann noch zur besinnlichen Weihnachtszeit – FRIEHIDE AUF ERDEN – und alle fallen sich in die Arme, verbrüdern sich und machen eine Weihnachts-Polonäse mit Nikolausmützen und blinkenden Rentiernasen hinter dem Castor-Zug hintendrein.. ;-)

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