Sommerträume

 

Auf blaue Fliesen malt die Sonne Kreise,
unter den Bäumen liegt man bequem.
Kinder spielen, lachen, kreischen
wie Möwen am Meer,
doch das ist nicht zu sehen,
sondern ein Schwimmbad: klein, voll
und doch: als wäre hier in der Luft ein Loch
fliege ich hinaus aus der Szenerie, von Bäumen und Lärm
zu Salz, Sand und See.
Hier stehe ich im Wind, schenke ihm meine Haut.
Soll er sie streicheln, zart oder rauh,
wie er will, ist es gut, ich will nichts, außer sein.
Bin ich dort – bin ich nicht – bin ich allein?
Reißt mich fort, nimmt mich mit, trägt mich hinaus.
Wiegt mich, verschlingt mich, läßt mich wieder aus,
das Meer
– spült mich zurück auf den Fliesenstrand
unter Lichtkringel malenden Bäumen.
Ich spüre noch an den Fingern den Sand
von meinen Sommerträumen.

 H.
 

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