Schreiben …

 
“Écrire, c’est se cacher derrière les mots tout á se mettant á nu.”
= Schreiben bedeutet, sich hinter Worten versteckt unverhüllt zu zeigen …
 (im französischen Web gefunden)
 
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9 Gedanken zu “Schreiben …

  1. Pingback: 16+ « puzzle *
  2. finde besser: „Schreiben ist verstecken hinter Worten, um sich dabei zu entblößen“, so wird es ein aktiverer und bewußter Akt des Seelenstrip und nicht nur ein zufälliger. Und meist sind die Texte/Bücher lesenswerter, die diese Ebene erreichen und zulassen. Denke, so ist das Zitat gemeint.

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    • Ob man als Schreibender bereits das Fallenlassen der Hüllen als das Besondere empfindet oder als Lesender das Entdecken des bewußt nicht Offensichtlichen, macht für mich den Unterschied in der Interpretation. Deine Auslegung sehe ich als ebenso passend an wie meine Empfindung.

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  3. ich sollte diese ewige Besserwisserei lassen, ich weiß, ich weiß, aber…..

    beziehe das Zitat nur auf den Schreibenden. Der Leser kommt nicht vor. „das Entdecken des bewußt nicht Offensichtlichen“ macht nicht nackig, das sieht Nackheit, vielleicht. Lesen wir nicht in der Hoffnung, etwas offenbart zu bekommen?? Wenn der Autor nicht bereit ist, kann der Leser buddeln und findet Plattheiten, Kitsch. Er/sie muß von dieser Entblößung wissen, seine Gespaltenheit akzeptieren, den Zweifel zulassen.

    Erst dann sind Schatzfunde möglich, mag der Leser noch so viel wollen.

    (Unverbesserlich, therapieresistent, geb’s zu)

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    • Es ist schon interessant, den Eintrag jetzt, vier Jahre später ( + zwei, seit ich ihn zum ersten Mal in einem Blog hatte) mit dir anzusehen und darüber Meinungen auszutauschen – das hat diesen Alice-in-Wonderland-Hauch von „Can’t go back to yesterday, because I was a different person then“, so ähnlich heißt es wohl.

      Aber ich kann dir zumindest sagen, daß es mir damals um das Blogschreiben ging, also eine Überlegung zu meiner eigenen Einstellung dazu darstellte. Die zu erahnen überlasse ich ganz deiner Interpretationsgabe.

      Natürlich ist es eine Sender-Empfänger-Geschichte. Eine vom Zumuten und Zutrauen gleichermaßen. Das Schöne an einer nichtkommerziellen Seite ist, daß man nicht jedem ‚gefällig‘ sein muß. Der ganze Blog ist so verflixt subjektiv, versponnen, verschlüsselt, voller flacher Bühnenbilder und so erklärungsfrei, daß dir die bewußte Besserwisserader immer wieder schwellen könnte. Da müßtest du durch, oder das Risiko weiträumig umfahren.

      Mich stört es aber nicht, wenn du bei den gefühlten Schlaglöchern deinen eigenen Ansichten diesbezüglich Luft machst. Schreib nur … das paßt zum Thema.

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  4. Lieben Dank, Heide, für Deine ausführliche Replik. Man kann „so verflixt subjektiv“ der Täuschung unterliegen, der Leser könne verstehen, was gemeint war. Und erst recht, was der Zitierte gemeint haben kann, den man anführt und interpretiert. Wenn ich mich wahnsinnig grün fühle, das aber als rot beschreibe….. dann bin ich auch „so verflixt subjektiv“. Mein Tagebuch versteht mich, wenn ich mich grün fühlend rot nenne. Dem Bloggleser aber wird Offenbarung versprochen und die nicht eingehalten. Weil man im tiefsten Grunde seines Herzen doch nur Verstecken spielen will? Wäre ja im Web kein Wunder. Wäre aber genau das Gegenteil des Sinns des Eingangszitats.

    Ist auch die Krux des Wunsches, Empfindungen mit Worten zu vermitteln. Worte zerlegen, sind eindimensional und trennend. Bilder können eigentlich nicht in Worte gefasst werden, sie lassen auch mehr Raum, trotz ihrer Unmittelbarkeit. Ich akzeptiere mein Gefühl zu einem Bild sofort. Ich akzeptiere, daß ich mein Gefühl unerklärlich finde. Text meine ich, analysieren zu können, so wie er die Ganzheit auflöst und in vermeintlich greifbare Stücke zerlegt. Nutzt man Text jedoch wie Bilder, gibt man den Worten mehr Raum als ihnen zusteht.

    Sprache gibt vor allem vor, kontrollieren zu können. Sie verführt, am Wort zu kleben, um der Verlorenheit in der Empfindung zu entgehen. Aber es sind grad nicht Worte, die mich Dein Blogg so gern durchstöbern lassen, sondern das, was mich alles zusammen zu mehr Wandlung anregt. Geradezu kleinlich, da am Wort festzuhalten. Die alte Abwehr bricht sich wohl Bahn, sich von Empfindungen nicht überwältigen zu lassen.

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    • Das Zitat gibt wirklich alles an Möglichkeiten her.
      Dem auf der Suche nach leichter Zerstreuung vorbeitingelnden „gewöhnlichen“ Blogleser würde ich nicht nur überhaupt nichts versprechen, sondern einiges dazu tun und anderes unterlassen, um zu überzeugen, daß es anderswo weniger mühsam ist. 🙂
      Deine Auffassung von Sprache würde ich als „männlich“ bezeichnen wollen, ein Stück weit. Analyse ist gut und schön, aber was? Unsachlichen Texten, die oft auch noch in Zusammenhang zu Bildern gestellt sind, die nicht dazu“gehören“, kann man nur subjektive Empfindungen abgewinnen, eine Ahnung von Erkenntnissen vom Schreibenden, vielleicht; wenn du aber wirklich am Wort „klebtest“ wie an etwas, das man schmeckt, nicht an der korrekten Syntax, der wörtlichen Übersetzung, oft nicht einmal am vermeintlichen, da offensichtlichen Kontext, dann bekämest du etwas anderes. Manchmal meins, manchmal nur deins. Mit dem was meins ist, müßtest du dich nicht notwendigerweise auseinandersetzen, das ist, was ich dabei tue oder getan habe. Aber was deins ist, das ist das Spannende. Warum das abwehren wollen? Worten steht jeder Raum zu, den ich ihnen schaffen kann, zumindest in mir. So funktioniert Träumen.

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