Von der Liebe

Die Wege sind beschwerlich und steil, doch wenn die Liebe dir winkt, so folge ihr.
Auch wenn sie unter ihrem Gefieder ein Schwert verborgen trägt, das dich verwunden kann, laß dich trotzdem von ihren Flügeln umhüllen und wehre dich nicht.
Wie eisiger Nordwind einen Garten verwüsten kann, vermag ihre Stimme die Blüten deiner Träume zu zerstören, aber glaube an die Liebe, wenn sie zu dir spricht.
Wie einen Baum läßt sie dich wachsen, wiegt deine zartesten Zweige, die hoch oben in der Sonne vibrieren, aber stürmisch bricht sie manche deiner Äste und erschüttert die stärksten deiner Wurzeln im allertiefsten Grunde.
Wie reifes Korn holt sie dich vom Feld, drischt dich aller Hüllen bar, und wenn du bereits glaubst, daß nur noch dein nacktes inneres Selbst übrig geblieben ist, siebt sie auch noch die letzte Spreu davon, mahlt dich ganz weiß und fein, knetet dich, bis du vollkommen geschmeidig geworden bist unter ihren Händen, und erst dann – dann weiht sie dich ihrem Feuer.
All dies wird die Liebe mit dir tun; so lernst du die Geheimnisse deines eigenen Herzens kennen, damit du Teil vom Herzen des Lebens sein kannst.
 
nach: Khalil Gibran – nicht ganz wortgetreu übersetzt, aber so gefällt es mir.
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