Der Kern der Perle

All die alten Bilder und Vorstellungen von Ereignissen, die sich in uns angesammelt haben: wenn wir nichts weiter wären als ein daraus gebildetes Etwas, wären wir vollständig determiniert – aber das sind wir nicht. Wir sind deren Archivar, der jede Information sinngemäß einordnet und den Überblick behält.
Oder, um ein anderes Bild zu verwenden: wir sind wie eingeschlossen in einer Muschel, und unser Verstand strukturiert sich um die Eindrücke herum, die er enthält; der Versuch, sie zu leugnen oder ihnen zu entkommen, ist unmöglich, darum bildet er Schicht um Schicht um etwas herum, das uns irgendwann kostbar scheint wie eine Perle, denn scheinbar schützt es uns vor Schmerz, obwohl es wächst und wächst und immer mehr Raum beansprucht.
Da wir die Beschränkungen selbst errichtet haben, sollten wir auch in der Lage sein, sie abzubauen, sobald wir bereit sind, den Wert der “Perle” infrage zu stellen. Das kann einen schmerzlichen Verlust bedeuten, bevor Heilung spürbar wird. Im Inneren jeder noch so großen Perle befindet sich nur ein winziges, uraltes Ereignis-Körnchen, eine persönliche Wahrheit, die zu kennen Freiheit bedeuten könnte – allerdings entscheiden sich viele für die Perle.

 

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