Eins

Das vorherrschende Lebensgefühl der meisten Menschen ist Sehnsucht nach Aufhebung aller uns innewohnender widersprüchlichen Impulse, die uns bewegen; immer wieder bildet die im einen Moment gewünschte Richtung Kurven, Schleifen und sogar Knoten, denn es gibt doch all die anderen Möglichkeiten, die wir auch sind.

Als Darsteller auf der Lebensbühne erscheint uns unsere Aufgabe viel schwieriger als die eines Theaterschauspielers: während jener Rollenbücher sowie Regieanweisungen bekommt, ist alles, was wir haben, ein interaktives Wörterbuch, individuell zusammengestellt seit unseren frühesten Erfahrungen, redigiert von späteren Eindrücken und Wahrnehmungen, zu jedem Zeitpunkt unvollständig, aber zugleich mit all seinem Inhalt ein vollkommenes, wenn auch mosaikartiges Abbild unseres Selbst, ein Kaleidoskop, ein Wörterbuch eben.

Entdecke, überrasche und – vor allem – beruhige dich, denn könnten Bücher sprechen, würde kein Wörterbuch zu sich selbst sagen: “Ach, all diese vielen Worte in mir, die alle ganz unterschiedliche Dinge bedeuten: das bringt mich ganz durcheinander!”

… angeregt von einem Gedicht von Dean Young

  

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4 Gedanken zu “Eins

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