Welches Buch hast Du als letztes …

43 /100 aus der > „100 Fragen“-Pralinenschachtel

Schaufenster Buchladen Lüchow

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43. Welches Buch hast Du als letztes gekauft?
– gekauft? ohje!  Eher verschenke ich sie gerade, ohne sie gekauft zu haben. Seit Monaten schon habe ich kein Buch mehr für mich selbst gekauft, nur Schulbücher für die Kids. Bereits einige Wochen vor dem Umzug habe ich damit begonnen, meine Bücherschnupperlust zu beherrschen und stattdessen ausschließlich in vorhandenen Buch-Beständen zu lesen, zum Aussortieren. Dasselbe tue ich immernoch – es sind viele. Die Bücher meiner Eltern sind seither noch dazugekommen, aber alle können unmöglich Platz finden, einige sind zum Glück doppelt. Bücherregale fehlen noch. Die Möbelindustrie, die ohne Elche arbeitet, hat lange Lieferzeiten. Welches Buch ich zuletzt gekauft habe, weiß ich einfach nicht mehr. Darum fasse ich die Frage 43 jetzt etwas anders an: „Welches Buch hast Du als letztes gekauft gelesen?“augenblicklich liegt Hugo Dittberner’s „Über Wohltäter“ neben mir, Essays und Rezensionen über bekannte Literaten und ihre Werke, HAFFMANNS Taschenbuch 184, erscheinen September 1992. Es ist zwar interessant, aber liest sich verzwirbelt. Ich erkenne an, daß H.D. seine Texte sorgfältig komponiert hat, aber auch wenn er seine Gedanken gut formuliert zum Ausdruck gebracht hat, entsteht bei mir keine Liebe zu seinem Stil, um derentwillen ich das Buch ein zweites Mal lesen würde. Der Text gewinnt zwar, wenn man ihn laut jemand anderen vorliest, an Wärme, aber Bücher über anderer Autoren Bücher –  jedes Häppchen etwa 6 Taschenbuchseiten lang – sind sowieso eine Sache für sich, Vorgekautes ist nicht mein Geschmack.
Es ist wahrscheinlich, daß dieses Buch > den Weg des Käsekuchenschweinchens nimmt.

p.s.: Immerhin fand sich auf Seite 11 „Über Wielands Auferstehung“ ein Satz für die Zitatensammlung: „Doch wer seinen Wünschen folgt, sollte auch deren Erfüllung bestehen…“

17 Gedanken zu “Welches Buch hast Du als letztes …

  1. Es ist doch aber spannend alles mal so durchzusortieren, oder? Nach dem Umzug ging es mir ähnlich. Leider ist bei mir einiges abhanden gekommen, so suche ich mir die letzten 2 Jahre schon alles wieder neu…auf Bazaren, Trödelmärkten etc.
    Obriges Buch über Wohltäter sieht ansprechend aus, hält aber wohl nicht, was es verspricht..dann kommt es eben nach hinten 😉

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    • Die Umschlaggestaltung der HAFFMANN’s ist immer künstlerisch-graphisch sehr ansprechend. Wir haben Hunderte davon: monatliche Segnungen in Form von Deputaten über ein paar Jahre Verlagstätigkeit – das war das literarische Schlaraffenland, allerdings flogen einem eben nicht nur „gebratene Tauben“ sondern auch unverdauliche Flugobjekte zu, die nach den ersten paar angelesenen Seiten erstmal „für später“ aufgehoben wurden und „nach hinten“ kamen. Beim notwendig gewordenen Aufräumen entdecke ich vieles neu, auch was bereits „hinten“ gestanden hat, aber nun muß auf eine endgültige Lesung Lösung hingearbeitet werden: wir haben weniger Platz als vorher, aber viel mehr Bücher. Ein Teil geht an die öffentliche Bücherei oder andere Institutionen, die nehmen gerne Buchspenden an, wenn sie ordentlich ausehen und nicht verqualmt sind. Ein Teil wird gnadenlos verbastelt (siehe „Schweinchen“ etc.) und andere – ohdoch, man muß sich zwingen können – direkt entsorgt, denn ich habe Unmengen an Büchern, die weder auf dem Flohmarkt verkäuflich noch verschenkbar sind, da zu abgewrackt oder nicht populär genug. Komisch, daß ich weniger Skrupel habe, ein altes Paar abgelatschter Schuhe wegzuwerfen als ein vergammeltes Buch, das ich vor Jahrzehnten mal vom Taschengeld gekauft hatte, ist aber so. Am leichtesten fällt es mir bei denen, zu denen ich inhaltlich überhaupt keine Beziehung herstellen kann, so, wie zu manchen Menschen auch nicht.

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  2. Das ist nicht komisch, sondern normal. Ein Buch wegwerfen geht überhaupt nicht. Man kann es verlieren, wegleihen…oder eben verschenken…manche werden auch Scheidungsopfer.

    Populäre Bücher kaufe ich nicht nach….ich suche die Klassiker und versch. Biografien. Ein paar habe ich in einem Antiquariat in Lübeck (wieder)gefunden.
    Viele Kinder/Jugendbücher sind zur Nachbarin gewandert, ebenso diese pseudo-mysthischen
    z. B von Dan Brown u. Ä., noch von meiner gr. Tochter. Manche kann man nicht für später hinstellen, die sind einfach und platt ausgedrückt…doof. Trotzdem freut sich noch jemand darüber.
    Das Sasakind hat sich noch eins zu Weihnachten gewünscht, nur weiß ich noch nicht, ob sie das in ihrem Alter wirklich schon lesen sollte. „Anne Frank“ könnte vielleicht zu heftig sein für sie. Auch weiß sie zu wenig über diese Ereignisse…kann sie es verstehen? Nun, verstehen kann man das niemals..
    Ein paar sind hier auch doppelt. Eins vom Pitmann und eins von mir…auch sie bleiben. War, wie du auch schon sagtest, vom Taschengeld. das sind ideelle Werte.
    Es sind auch Bücher dabei, die sind einfach nur schön. Redoute hat die Rosen gemalt, dieser riesengroße Band steht aufgeschlagen im Bücherregal .

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    • Die Tagebücher der Anne Frank werden in vielen Schulen in den 7./ 8. Klassen gelesen, Anne Frank war 13, als sie ihr Tagebuch begann – starker Stoff, aber man muß die Kids ja nicht allein lassen damit. Hast du es gelesen? Es bleibt einem nichts anderes übrig als das zu tun und sein Rahmen wissen auch nochmal aufzupolieren.

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      • ja, ich habe es gelesen. Deshalb ja…nun, sie ist ja nicht allein…In der Schule heute wird DAS gar nicht so behandelt. Sie ist ziemlich unbedarft. Sasa hat ein Referat halten müssen und kam bei irgendwelchen Recherchen dafür auf dieses Buch. Erst heute abend sprach sie mich noch einmal drauf an. Wir werden es bestellen und viel erklären müssen

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        • Mein Sohn hat’s vor zwei oder Jahren in der Schule gelesen, als zeitgleich die europäische Geschichte der 1. Hälfte es 20. Jhs. durchgenommen wurde. Allerdings wurde – da hast du recht – hinsichtlich der Verbrechen abseits der eigentlichen Kriegshandlungen relativ wenig besprochen, auch wenn sie Mauthausen besucht haben. Die Reaktionen der Schüler sollen teilweise sehr unbeteiligt gewesen sein, auch nach der Lektüre von Anne Frank.

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