Arendsee

Die sind Bilder vom 16. Dezember 2010, von einem sehr winterlichen Besuch am und in Arendsee in der Altmark, rd. 20 km entfernt, in Sachsen-Anhalt. Es ist eine Kleinstadt mit Fachwerkhäusern, einer Klosterkirche mitsamt Kloster-Ruine und interessanter Stadtgeschichte. Theodor Fontane war auf seiner Reise durch die Mark Brandenburg dort, ein Gedenkstein bei der Klosterkirche erinnert daran.
Ein weniger bekannte, aber abenteuerliche Persönlichkeit war Gustav Nagel; neuerdings gibt es eine Bronzeplastik (Bild 2) von ihm in der Haupstraße, denn heute ist die Stadt stolz auf den Visionär, obwohl sie ihn zu Lebzeiten entmündigt und bis zu seinem Tode als (politisch gefährlichen) Irren eingestuft hatte. Dabei war der natur- und gesellschaftsphilosophische Autodidakt ein verfrühtes ‚Blumenkind‘. In der warmen Jahreszeit verschenkte er in seinem Garten am See Äpfel an die Kinder, wenn er abends in seinem Garten am See seine Geschichten erzählte, bzw. Predigten und Gebete vortrug – weswegen ihm zumindest diese Zuhörer sicher waren. Meine Mutter liebte Äpfel und sie erzählte oft von Gustav Nagel, auch von seinem Sprachfehler: „Herr, schenk‘ uns Sonnenschein und -anges -eben“ – er hatte Schwierigkeiten mit dem „L“.
Die DDR-Zeit war ein zu tiefer Abgrund, der die verwandschaftlichen Verbindungen mit der vorigen Generation verschluckt hat, doch ich bin immer gern in Arendsee.

 

 Im Winter hatte ich Arendsee und seinen See schon lange nicht mehr besucht, aber, auch wenn das Wetter nicht sonnig war, war es wunderschön, mit dem schneebedeckten Weg zwischen den alten Bäumen entlang des Sees und all den Panflöten ähnlichen Eiszapfengebilden am Ufer. Ansonsten war das Wasser offen, der 50 m tiefe See braucht einige frostige Wochen, bis er so weit abgekühlt ist, daß er auch eine Eisdecke bekommt – meistens erst ab Januar. Bongo war total fasziniert und wäre gern baden gegangen, in Gesellschaft einiger Enten und Kormorane.

 

Weniger ging beim besten Willen nicht, aber mehr schon, und zwar im One-Drive-Album > bitte hier anklicken. – Zum Vergrössern der kleinen Bilder bitte in der Galerie auswählen und anklicken.

10 Gedanken zu “Arendsee

  1. ja, idyllisch. wobei die Idylle früher vermutlich noch größer war. oh grad seh ich, da isses erklärt -> http://de.wikipedia.org/wiki/Arendsee_%28Altmark%29 … Zu DDR-Zeiten hatte Arendsee einen bedeutenden Tourismus aufzuweisen. hm ich dachte, an der Grenze wärs früher eher totenstill gewesen. aber oke. das ist grenzwertig. doch das gute ist auf alle Fälle, man erhält diese Informationen. wenns gefällt? ja, aber ob ich nackt in einer Erdhöhle leben würde??

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  2. hi
    schönen 4.Advent….wünsch ich Dir………..
    das glibberzeug an den Pflanzen , halte ich aber eher für Gelatine……
    Eis ist doch bunt…….rot braun und so…………..
    Gruß…………. Xarre

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  3. …das wundert mich gar nicht, das Fontane dort auch herumspaziert ist. Der wusste zu gut, wie schoen sich Erzaehlung und Landschaft verbinden liesse. Ein tolles Winterbildkaleidoskop!

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  4. Ganz toe Bider sind das!! Viee, die Sprachfeher haben, sind ja besonders und wurden oftmas nicht ernst genommen. Wie man sich oft täuschen kann.
    Die Gegend sieht schön aus und äd ein, sie zu erforschen. Das gefrorene Wasser an den Ästen und Gräsern ist bizarr. 50 m Tiefe sind immer in Bewegung.

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