Oooch ….!

53 /100 aus der > „100 Fragen“-Pralinenschachtel

53. Frage: „Von welchem Album warst Du enttäuscht?“

– von einem alten Fotoalbum. Ich hatte es ewig lange nicht mehr aufgeschlagen. Die Bilder sind mit meinem ersten Knipskästchen überhaupt gemacht, einer Agfamatik, in Norwegen, Ende Juni / Anfang Juli 1977 – wirklich gut waren die Fotos nie, aber nun sind sie vom Alter total verfärbt.

4x Norwegen 1977 Kolsrud + Hemsedal + Hønefoss

Mit dem Bildprogramm konnte ich sie für den Blogeintrag ein bißchen zurückverwandeln. Auf dem kleinen Bahnhof steht sogar ein Ortsname: Kolsrud, die weiße Kirche stand bei Hemsedal und das „Mona-Lisa“-Werbeplakat für Mineralwasser war irgendwo bei Hønefoss fotografiert, alles nordwestlich von Oslo.
Andererseits ist das nicht dramatisch; bei solchen Gelegenheiten stelle ich fest, daß meine Erinnerungen nicht von den Fotos abhängen. Im Gegenteil: oft ist eine Erinnerung Anlass, alte Bilder anzusehen – hier war es die grüne 2CV-„Ente“ vor dem Bahnhof – und dann wundere ich mich, daß mir die kleinen viereckigen Bilder „fern“ geworden sind, während die inneren Bilder sogar noch Geräusche und Düfte einschließen, auch von ungemachten Fotos, Situationen, die ich so angesehen habe, als wollte ich ein Bild machen, aber konnte nicht, wenn beispielsweise in einer Kurvenstrecke nicht angehalten werden konnte, weil die Straße zu schmal war und der LKWFahrer dahinter nicht dasselbe wollte – den kalte Tröpfchen staubenden Wasserfall sehe, höre und rieche ich trotzdem noch, vermischt mit Duft nach Heu und Wald.

9 Gedanken zu “Oooch ….!

  1. Das ist der Charme der Siebziger, unverkennbar. Auch unsere Bilder aus dieser Zeit sehen so farblich aus. So kann jeder, ohne hinten nachzusehen, sofort wissen, aus welcher Zeit sie stammen.

    Und, das geht mir auch so, bei fast allen Fotos…die Erinnerung an die Dinge, die Düfte. Begebenheiten usw. sind sofort da!
    Unterschied, meine Eltern fuhren grundsätzlich mit uns in die Berge…also Bayrischer Wald, Allgäu, Schwarzwald…und Schlimmeres…schon beim Drandenken fällt mir sofort dieses alberne Dirndl ein..grunz…

    Heute lasse ich wieder viele Fotos…(und es sind viele!)…entwickeln. Es ist nicht dasselbe, wenn man sie am Rechner anschaut. Sogar Alben haben wir wieder angelegt…mit liebevoller Beschriftung. Vielleicht werden unsere Kinder dann irgendwann einmal auch diese Gefühle beim Anschauen haben

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    • Das war ohne meine Eltern, Tina’n. Die ‚Ente‘ hat meinem älteren Bruder gehört.
      Die Eltern haben uns auch durch sämtliche deutschen Mittelgebirge geschleift, außer wir waren bei meiner Großmutter in Malente in der Holsteinischen Schweiz und in Hohwacht an der Ostsee, ein – oder zweimal war es auch mal DK 🙂 und das nein: die! doofen Dirndl mußten immer angezogen werden, auch zuhause … stimmt auch nicht: zum Spielen draussen gab’s „Räubersachen“. z.B. die Lederhosen von meinem Bruder; die kurzen waren ganz okay, wenn sie endlich nicht mehr zu groß waren und aufgehört hatten, rundherum abzustehen wie ein Pappkarton 😀
      Meine Kinder interessierten sich für die Fotos in den früheren Jahren – die von sich selbst. Zur Zeit ist es ihnen egal. Wenn ich mir heute alte Alben ansehe, die meine Eltern gemacht haben, sind meine Gefühle sehr gemischt; am liebsten sind mir die frühen Alben (wenn ich schon dabei war) oder die davor, mit den unbekannten Verwandten, an denen sich so schön herumrätseln läßt, wie sie waren. Sonntagnachmittagszwangsspaziergangs-und Mittelgebirgswanderungs-Bilder aus meiner Kindheit sind mir heute noch unangenehm. Von den schönstenTeilen meiner Kindheit gibts keine Bilder – da war nämlich keiner mit der Kamera dabei.

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  2. Also, wenn wir unter uns sind, finde ich die Kinderbilder/Alben lustig…aber wenn Aussenstehende sie sehen könnten…ohoh…es sind ja auch die fiesen Schüsse dabei, aussortiert wurde da nicht so, wie heute mit den Digitalen. Ob man gerade ein Wiener Schnitzel quer im Gesicht hatte, besonders fiese Kniestrümpfe oder gerade Pipimachend auf dem Topf saß…alles wurde aufgehoben. Schliesslich kostete ja jeder Film auch Geld! Und…daß was WIR am schönsten fanden, sahen die „Großen“ ganz anders, bzw. gar nicht.

    ….Ich wollte auch immer einen großen Bruder, hat nie geklappt…wieauch :-S

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    • Pipi-Bilder, Bade-Bilder, Zahnlücken, Brei-im-Gesicht … die Jungs haben Glück, daß Mädchen sowas von ihnen „süß“ finden. Die sind normalerweise aber auch die einzigen, die sich die alten Fotoalben der Familien ihrer Partner angucken wollen.

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  3. Auch wenn – oder gerade WEIL – leicht verblasst, so finde ich deine Fotos sehr charmant – besonders die kleine Kirche. Man sieht, dass du damals schon ein Auge für Details hattest ^^

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  4. I have so few photos that have survived from the 70s and the ones that do are just as faded in color but not in memories. I sometimes think it’s just as well because the 70s to mid 80s were a dark period in my life but there had to be some good memories as well.

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