Kaffeezeit

und Kuchen zum Kaffee:

Zum Vergrößern und – mit etwas Glück auch Lesen – auf das Bild klicken. Es ist eine Seite aus einem alten Schulheft, in dem meine Großmutter Koch- und Back-Rezepte aufgeschrieben hatte, für meine Mutter.
Es ist schwer zu lesen, denn sie schrieb einen Mischmasch aus sogenannten deutschen und lateinischen Buchstaben. Sie sang beim Kochen noch Kirchenlieder als Zeitmaß – so hatte sie es gelernt, so machte sie es z.B. beim Eierkochen oder beim Kaffeemahlen, mit der Handmühle zwischen den Knien.
Im Sommer denke ich häufiger an meine Großmutter als im Winter, denn ich habe zwar Laufen gelernt in der Lüneburger Heide, aber Schwimmen in der Ostsee – da wohnte sie.
Wenn wir sie besucht haben, war das Wohnen dort eng, meine Eltern bekamen die Wohnzimmercouch zum Schlafen, mein Bruder und ich wurden in Omas Schlafzimmer zu ihr einquartiert.
Abends hörte ich den Tagesschau-Gong durch die Wand, morgens weckte mich Schwalbengezwitscher und Kaffeeduft.
Obwohl ich selbst erst spät Gefallen am Kaffeetrinken fand: den Duft habe ich schon als Kind geliebt. Und Omas Bienenstich. Das Rezept steht oben links auf der Ecke, gleich als erstes.
Warum ich einen Artikel mit Kaffee, Kuchen und Erinnerungen schreibe? Weil das Lebensmittel sind, die bei den meisten Menschen tief in den Emotionen verwurzelt sind und die darum trotz banalisierter Coffee2go- und Industriekuchen-Zeit für manche, die es sich nicht so gedankenlos leisten können, ohne anderswo verzichten zu müssen, einen größeren Luxus bedeutet, als nur zu essen und zu trinken.

Darum: Bloggen, damit jemand anders mal wieder eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen bekommt

Was das ist? Es ist eine gemeinnützige Aktion, die gestaltet wird vom Online-Shop kaffee.de in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. > Bloggen für den guten Zweck! | Kaffee.de und gefunden habe ich es bei > lesbar-denkbar.com. Es gefällt mir, daß Werbung sich nützlich machen kann.

18 Gedanken zu “Kaffeezeit

  1. Gerade haben wir versucht, gleich ganz viele „likes“ für Dich zu hinterlassen … ein wunderschöner Artikel, ganz nach unserem Geschmack. Schön, dass Du noch das von Hand geschriebene Rezept Deiner Oma hast. Einfach wertvoll .. und sicher lecker …. 🙂

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  2. Für einen guten Zweck ist toll, für Kaffee….., da bin ich eigen. Da kommt der Therapeut wieder ans Licht.
    Wann solche Handgeschriebenen Rezeptsammlungen wohl mit Gold aufgewogen werden? Kann sich die Gelassenheit kaum noch vorstellen, die mit dem sorgfältigen Schreiben und Sammeln einhergegangen ist. Auf beiden Seiten ist nichts verbessert worden! Glaub, mir wären die Käsetaschen am liebsten.

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    • ja, und eigentlich isses auchn Werbegag für kaffee.de . wer weiß, was die pro Klick daran verdienen. also hochgerechnet ^^

      ich war auch zunächst erschrocken. wg Spendenaufruf. huch, was soll ich denn da schon wieder spenden??

      aber egal. ein Klick tut mir nicht weh. ich klick schon so viel am Tag. und ob ich jetzt fürn Regenwald trink und fürn Kaffee und Kuchen Bedürftige klick??

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    • Das ist verständlich, nicht jeder beschränkt sich auf eine Tasse oder zwei am Tag, und sobald jemand sagt „ich brauche jetzt“, gibt es etwas anderes, wonach er sich wirklich sehnt.
      Viele können, wenn sie solche Schätze aus dem Besitz ihrer Großeltern / Eltern finden, die Schrift nicht lesen und werfen es deswegen weg.

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      • Es sind Lebensmittel – vor allem aber die Gerüche, die man nie vergisst. Ich liebte als Kind den Geruch des Tabaks, den mein Opa frisch in seine Pfeife stopfte. Den Pfeifenqualm mochte ich nicht. Mit fast 80 hat er sich das Rauchen abgewöhnt und ich bin ausgezogen. Er wurde 98 – ich habe nie geraucht.

        Dankeschön. Deine „Kaffeezeit“ hat mir zum Frühstück eine hübsche nostalgische Stunde beschert.

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        • Ich kenne etwas Vergleichbares: Qualm von welchen Tabak-, oder sonstigen Erzeugnissen auch immer, konnte und wollte ich nie ertragen, aber den Duft von Zigarrenkisten, in denen ich als Kind Kleinkram aufbewahrt habe und den von Pfeifentabak in der Dose mochte ich. Jetzt habe ich den Erinnerungsduft der Holzkistchen in der Nase🙂

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  3. Ich habe mal beim Spaziergang im Wald ein paar Zettel und ein altes Heft gefunden. So wie ein Schulheft. Dort war in besonderer Schönschrift ein paar Wochen des Lebens einer Hauswirtschafterin geschrieben. Ziemlich eintönig, weil sie ja nur der Herrschaft die Wäsche machen oder das Essen bringen musste, aufräumen und und und. Persönliche Gedanken und Gefühle schrieb sie nicht… …war da vielleicht ein hübscher junger Mann, der zu Besuch kam und sie von seinen Blicken rot wurde? Oder der Sohn des Hauses? War sie ein wenig verliebt in ihn? War sie auch einmal auf den selben Wegen gegangen wie ich und dachte über ihr Leben nach oder freute sich über die Sonnenstrahlen die sich durch das Blätterwerk der Bäume einen Weg bahnten? Schrieb sie noch heimlich ein anderes Tagebuch in dem sie ihre Sehnsüchte aufschrieb? Ich weiß es nicht… …es war für mich aber ein besonderer Fund…

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    • Seltsam ist das: Handschrift berührt viel mehr als Gedrucktes, vor allem, wenn man es zufällig findet. Das ist wie ein zufälliger Blick in ein Zimmerfenster, nicht wie ein Schaufenster. Was ist eigentlich Bloggen – zumindest die Sorte, die mir am liebsten ist – etwas dazwischen?

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      • Ja, auch alte Fotoalben durchforsten gehört dazu. Es ist wie eine Zeitreise… …Bloggen ist wohl wirklich etwas dazwischen. Nicht wirklich ein Tagebuch, aber man schreibt Gefühle und Gedanken auf und postet Bilder. Wer weiß wie es für denjenigen ist, der in 100 Jahren einen solchen Blog findet (falls sie so lange überleben)…

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  4. das rezeptheft weckt erinnerungen… da liegen auch ein paar davon in der küchenlade zuhause. die sind zu allem zu gebrauchen, nur nicht zum nachkochen (-backen). weil die hälfte der angaben – das was eine gute hausfrau ohnehin weiß – fehlt…

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    • Schade, wenn es bei deinen Schubladenschätzen wirklich so gar nicht geht – bei meinen fehlt nicht allzuviel, außer mal ein oder zwei Gramm-‚g’s oder ähnlich leicht Nachvollziehbares. Das lag wahrscheinlich daran, daß es keine Notizen für sich selbst waren, sondern geschrieben für die unwissende junge Ehefrau, die ansonsten den Sohn hätte verhungern lassen. Motivationen können sehr interessant sein, in Ursache und Wirkung.

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