Ich sehe schon, der Tag geht gut los.

dank erinnye; dem Neugierigen, der in diesem Eintrag Sinn und Zusammenhang vergeblich sucht, sei empfohlen, erinnyes kurzes, aber süßgiftig wirksames Gedicht zu lesen > Brombeersommer « Störstoff#comment-534 , denn dies war es, was mir dazu einfiel und der Grund für Eintrag, Überschrift und Stimmung:

“Obwohl es noch so früh am Tage ist, denke ich an das unvollkommene, längst überfällige, eigentlich fast schon unterbleiben könnende, aber endlich doch vollzogene Eintreiben einer bis ins astronomisch Unglaubwürdige angewachsene und folglich unvollkommen begleichbaren, alten Rechnung mit einem unerklärlich, und bereits infrage gestelllten, länger währenden Objekt der Begierde, skurrilerweise assoziiert in Verbindung mit den Wichtel- und Tierillustrationen von Fritz Baumgarten, nur: was nie in seinen Bilderbüchern stand. (Ich sehe schon, der Tag geht gut los.)”


20110805-PKBrombeeren.jpg

Diese Wichtelillustration ist nicht von Fritz Baumgarten, sondern eine alte Postkarte, das macht aber nichts. Dafür sind es Brombeeren. Wie unschwer zu erraten, habe ich die Bücher nicht gemocht und dennoch immer wieder bekommen. Dem Analysierenden sei viel Vergnügen mit diesem Beitrag gewünscht, ich habe es bereits: der Tag geht gut los …

(und es gibt Einträge wie diesen, über die man nicht lange nachdenken sollte, wenn sie einen nicht ansprechen)

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10 Gedanken zu “Ich sehe schon, der Tag geht gut los.

  1. Ich weiß echt nicht, was Du gegen die Wichtel hast. Vielleicht weil die so unerträglich vorbildhaft fleißig sind? Waren die eigentlich Vorbild für die Schlümpfe?

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    • ich kann es nicht mehr sagen, was mich an den Büchern insgesamt gestört hat – das Künstliche der angezogenen Tiere, das Überbrave der Geschichten oder daß ich diese immer bekommen habe anstelle von etwas, das ich mir gewünscht habe? gegen andere Wichtelversionen hatte ich nichts einzuwenden. Wichtel- und Zwergengeschichten gibt es international. De lütten Lü waren aber früher eher als Bösewichte(l) berüchtigt, die Kinder vertauschten, Sachen verschwinden ließen und Vieh verzauberten und überhaupt für alles zuständig waren, was im ländlichen Leben schief gehen konnte.

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  2. Wir hatten keine Wichtelbücher. Nur eines mit Elfen. Bin aber nicht sicher, ob es auch von Fritz Baumgarten war. Der scheint ja auf Wichtel spezialisiert gewesen zu sein. Wenn ich mir das Treiben da oben so anschaue: Ich glaube, dass Kinder sich generell nicht für bärtige alte Männchen interessieren, die im Akkord Brombeeren pflücken. Bei uns gab noch ein viel schrecklicheres Bilderbuch: http://www.flickr.com/photos/verpabunny/383995745/
    🙂

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    • diese Wunderwerke der schwarzen Pädagogik gab es bei uns auch, alle. Hansguckindieluft, Daumenlutscher, Struwwelpeter und das auch nochmal als Quartett, um sicherzugehen.“Konrad, sprach die Frau Mama, ich geh aus und du bleibst da!“ Zum Erholen Wilhelm Busch: „Ricke-racke, ricker-racke, geht die Mühle mit Geknacke ….“ und Max und Moritz kamen in m&m’s-Größe unten wieder heraus – da weiß man doch als Kind, woran man ist. Man fand übrigens in der österreichischen Grundschule des 21. Jhs nichts dabei, den „Struwwelpeter“ auszugsweise im Deutschlehrbuch zu verwenden.

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      • Die sind halt noch bodenständig, die Österreicher! Diese Struwwelpeter-Sache finde ich schon gruselig. Max und Moritz’s Ende fand ich als Kind ganz furchtbar. Aus Erwachsenensicht empfinde ich das so, dass die Sympathien in der Geschichte eigentlich eher bei den Kindern liegen. Ich denke mal, das war von Wilhelm Busch gar nicht für Kinder geschrieben und ist nur im Sinne der Schwarzen Pädagogik mißbraucht worden.

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        • Das war bestimmt so, vor allem, wenn man sich die anderen Geschichten im „Großen Hausbuch“ anguckt; aber auch die Märchen waren lange nicht für Kinder, sondern waren vor den Brüdern Grimm, die alle gesammelten Geschichten entsexualisiert, insgesamt moralisiert und sogar zusammengeschnitten haben, „Spinnstubengeschichten“, die Erwachsene Erwachsenen erzählt haben, quasi das, was heute Fernsehunterhaltung bringt: Sex, finstere Verbrechen, Blut und am besten alles zusammen, gemischt mit ein bißchen Glamourfaktor. Wenn man Märchen liest wie Traumsymbolik, kommt man manchmal zumindest wieder in die Nähe einer Ahnung davon, wie wild sie einmal waren, bevor man sie in die Kinderzimmer gesperrt hat.

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