2 Gedanken zu “2011-09-03 Dömitz_MeckPom 206Hermann Koch 1856Dömitz _1939München

  1. Die eigentliche Kommentarschleife zu deinem feinen Artikel ist ja schon relativ voll, und wir wollten jetzt nicht auch noch etwas über Kaffeekränzchen und Tassengrößen hinzufügen 🙂
    Da passen Bilder doch besser zu uns. „Der Geschmack in Sachen Bilder für das Wohnzimmer war rührselig“ … Diese Rührseligkeit hat sich bis heute aber gut gehalten. Es wurden nur immer mal die Motive ausgetauscht. Im ausgehenden 18. Jahrhundert oder Anfang des 19. Jahrhunderts waren es solche Bilder, wie oben zu sehen, und die Motive bestanden zumeist aus solchen Genreszenen, mit und ohne Landschaft oder religiöse Motive, die ebenfalls hoch im Kurs standen. Wer es sich nicht wirklich leisten konnte, das waren viele, die hängten sich Öldruckbilder an die Wand, die so aussahen als ob. In den Schlafzimmern durften für den Hausherren auch schon mal leicht gekleidete Nymphen durchs Bild hüpfen. Bei den Generationen unserer Eltern, also etwa in den Fünfzigern waren es die Kaufhausbilder, die dem Wohnzimmer erst das richtige Wohngefühl gaben. Hochbeliebt die „Zigeunerinnen“ und die südliche Landschaft mit Segelboot, gespachtelt, war angesagt. Flamingos waren wohl auch zuhauf darunter. Heute hängt der obligatorische Hundertwasser auf dem Klo und im Wohnzimmer dürfen sich die harmlosen Wimmelkinderbilder von Herrn Rizzi tummeln. Heute darf man also auch noch von einer gewissen Rührseligkeit sprechen, aber die Kaffeetassen waren damals wirklich zu klein.

    Gefällt mir

    • Das waren sie wirklich: viel zu klein. Danke für diesen Kommentar, der Elemente enthält, die ich wegen Davonmäanderns aus dem Blogentwurf wieder herausgenommen hatte 🙂 die religiösen Engelbilder und farbschwelgerischen Jesus- und Heiligendrucke waren eine Klasse für sich, und über die Bilder kommt man wirklich vom Hundertsten und Tausendsten zum Hundertwasser und Klimtkuss und kein Ende. Die Kaufhauszigeunerinnen und Spachtelmeere – ohja, ich kenne sie gut. Übrigens habe ich auch noch ein paar nach Ansichtskarte auf Hartfaserplatte gespachtelte ostpreußische Kurenkähne in eine Decke gewickelt herumstehen, das war in den 50er Jahren ein Geschäftszweig für Leute, die mit Ölfarben umgehen konnten, Bilder für heimatsehnsüchtige Flüchtlinge zu produzieren – wie das Kranich- und Flamingoschnitzen, von dem mir ein Ex-Partner aus seiner Kindheit berichtet hat.
      Wobei ich schon verstehe, daß kaum jemand so starke Nerven hat, im einzigen Wohnzimmer, in dem auch Pflichtbesucher und Schwiegermütter empfangen werden, künstlerisches, aber dennoch emotionsschürendes Konfliktpotential aufzuhängen.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..