Eine Art Urlaub – 15. bis 23. Oktober 2011 – Tag 2/3

Am frühen Vormittag des 16. Oktobers erreichten wir Suben, den oberösterreichische Grenzort, von Bayern aus gesehen jenseits des Inn.
Der markante, helmbedachte Turm, der aus dem Autofenster gerade so oberhalb der A3-Leitplanken zu sehen ist, gehört zum ehemaligen Stift, das in heutiger Zeit als Justizvollzugsanstalt dient. Die Tendenz, Unangenehmes in grenznahe Gebiete zu verschieben, scheint ein Klassiker und international verbreitet zu sein. Grenzkontrollen gibt es keine mehr, aber die Notwendigkeit, zu tanken und eine Autobahnvignette an die Frontscheibe zu kleben: 10 Tage für 7,90 €.

Eine Pause brauchten wir hier noch keine, Bongo schlief lieber seinen Nachspaziergang-Vormittagsschlaf weiter. Wahrscheinlich sagte ihm der Tankstellengeruch nicht zu, auch wenn ausgerechnet der mir geradezu sympathisch war, denn selbst an der österreichischen Autobahn ist der Sprit um 20 Cent pro Liter billiger als in Deutschland.
Für den nächsten, etwas längeren Halt verließen wir die Innkreis-Autobahn A8/E56 bei Haag am Hausruck – das heißt tatsächlich so! ich stelle mir darunter auch ganz lustige Bilder vor
wie Suben zum Bundesland Oberösterreich gehörend, aber eben im sogenannte Hausruckviertel gelegen, …

… das man wegen seines Obstanbaus (Birnen und Äpfel) auch als eines der österreichischen ‚Mostviertel‘ bezeichnet – hier sind es Birnbäume verschiedener alter Sorten:

Der starke Wind hatte sie kräftig geschüttelt, aber vom hohen Gras waren die herabgefallenen Birnen einigermaßen aufgefangen worden, so daß nicht alle so stark aufgeprallt waren, dass man sie nicht mehr als Kostproben aufsammeln mochte. Es handelte sich sämtlich um so bezeichnete Mostbirnen, kleine dicke und harte Früchte mit langen Stielen, fester grüner oder gelber, dunkelgetüpfelter Schale, und sehr körnigem und trotzdem saftigem Fruchtfleisch. Diese Birnen haben einen strengen, würzigen Beigeschmack, der in die Zunge beißt wie der wilder Holzbirnen; sie sind mit den üblichen „Tafelbirnen“ nicht zu vergleichen und in all ihrer Herbheit auch nicht mit der bei uns im Norden bekannten alten Sorte kleiner Kochbirnen, den ‚Grauchen‘ bzw. der Guten Grauen, aber ich wünschte mir sehr, einen Kuchen damit backen zu können, …

… nur leider hatte die Ferienwohnung in Neusiedl am See keinen Backofen. – Nein, das auf diesem Foto ist keine Birne, sondern ein Kürbis mit Aussicht.
Nach dieser Rast fuhren wir ohne weiteren Aufenthalt recht gemütlich – wegen des 130er-Tempolimits auf den Österreichischen Autobahnen – über den Wiener Wald, und die Wiener Stadtautobahn bis ins Burgenland, nach Neusiedl am See. Die Ankunft dort beinhaltet der nächste Eintrag.

24 Gedanken zu “Eine Art Urlaub – 15. bis 23. Oktober 2011 – Tag 2/3

  1. Ich wundere mich, wie flach es dort ist! Oder täuscht es…Ja, in Neusiedl ist es ja auch relativ flach…weiterdenk.
    Und wieso ist es nicht überall Standard einen Backofen in den Zimmer anzubieten, gerade in so einer Gegend..kicher. Du bringst das fertig…schon alleine um “ so einem “ Döner zu entgehen.

    Gefällt mir

  2. Ein schöner Bericht. Der in den Baum verirrte Kürbis ist wirklich exotisch. Auch die weißliche Färbung mit den grünen Punkten. Was die Mostbirnen angeht, bist Du sicher, dass man die für Kuchen verwenden kann? Bei uns sind die auch verbreitet. Sie sind ja sehr griesig und scheinen mir speziell zum Vermosten gezüchtet. Aber vielleicht sollte ichs mal probieren: Mostbirnen-Tarte oder etwas in der Richtung.

    Gefällt mir

    • Eine grobe Angelegenheit ist es sicher, aber das geht, Kletzenbrot kennt man ja auch. Man hat eben den gewissen „makrobiotischen Biss“. Aber wenn man sich dessen bewußt bleibt, daß die griesigen Körnchen einen ähnlichen Effekt haben wie Getreideschrot, Feigenkörnchen oder Nußstückchen, und ihn nicht ausgerechnet einem in der Hinsicht empfindlichen Zahnersatzträger serviert – lecker. Ich würde aber einen Hefe- und keinen reinen Mürbteig machen, wegen des vielen Saftes.

      Gefällt mir

      • Hmmmm…. jetzt hatte ich gerade „meinen“ Apfelkuchen nur mit eben mit Deinen Mostbirnen im Kopf und fing schon an zu sabbern… …würde man ihn dann eher mit Rührteig und auf dem Blech machen? – ich glaube, ich backen heute noch einen Apfelkuchen. So als Ersatz… 😀

        Die Bilder sind wieder toll. Ich beneide Dich auch um den schlafenden Bongo. Lucie fängt immer sofort an zu jaulen, wenn wir halten und ist nicht zu beruhigen. Wir versuchen es dann mit ignorieren.

        Gefällt mir

        • Hefeteig hält mehr aus, das sieht man ja am Zwetschgendatschi mit dem extrem dünnen Boden, der vom Obstsaft zwar weich, aber nicht aufgelöst wird; oder du könnntest vielleicht eine Schicht ganzer oder zerstoßener Löffelbiskuit drunterlegen? Semmelbrösel sind doof, aber Birnen saften wirklich stark.
          Ich weiß auch nicht, weshalb er so entspant ist, aber alle meine Hunde waren da ähnlich.

          Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.