Eine Art Urlaub – 15. bis 23. Oktober 2011 – Tag 2/4

Die ganze Fahrt an diesem sonnigen 16. Oktober hatte Spaß gemacht; lediglich auf den ca. 150 km langen Teil zwischen Wels und St. Pölten hätte ich verzichten können: eine Frau mit grellrot gefärbtem Haar und mit mp3- oder Ipod-Kopfhörern und schwer beeinträchtigt-schlingernder Fahrweise hatte anscheinend einen Narren an mir gefressen und war stetig darum bemüht, entweder in beängstigenden Schlangenlinien vor, lächelnd neben oder möglichst nah hinter mir herzufahren, bis sich endlich die Autobahn teilte. Ihr kontaktfreudig groovendes Verhalten war bestimmt nett gemeint, aber ich war erleichtert, als ich ihr endlich Richtung Wien / Budapest davonkam, ohne daß wir uns allzu nahe gekommen waren.

An der Autobahnabfahrt Neusiedl / See verspürte jeder von uns ein gewisses und diesmal angenehmeres Kribbeln im Bauch – nach so langer Zeit des dort Zuhauseseins nicht überraschend.
Bei der Ankunft in Neusiedl am See konnte ich nicht widerstehen, durch die vom Fahren mit Insektenditsch und Vogelpu verbatzte Frontscheibe trotzdem ein paar ungezielte Fotos zu machen.

 

Das erste zeigt die Aussicht (einschließlich ein bisschen vom See ganz hinten), die man hat, wenn man die Wiener Straße bergabwärts fährt und mit ihrem Gefälle die 30 m Höhenunterschied zwischen der Autobahnausfahrt auf der sogenannten Parndorfer Platte und dem Neusiedler See-Niveau überwindet, auf dem der ursprüngliche, alte Teil der Klein- aber Bezirkshauptstadt Neusiedl am See liegt. Die weitere abgebildete Straße nennt sich zwar „Obere Hauptstraße“, aber sie liegt eben doch unten, wo sie sich für einige hundert Meter in einen Teil des Hauptplatzes verwandelt, den man in Deutschland eher als Rathausplatz bezeichnen würde, aus dem sie als Untere Hauptstraße wieder hervorgeht, aber mir ist nie gelungen zu erfahren, wer beschlossen hat, wo oben und unten ist und weshalb. Bei Flüssen ist das irgendwie einleuchtender: Quelle – Oberlauf – Unterlauf … ach, egal, Hauptsache ist doch, die Post kommt an.
Zum Vergrößern bitte die Bildchen anklicken!

Die gebuchte Ferienwohnung erwartete uns, sowie mein an dieser Stelle sonst eher selten erwähnter Ehemann, der uns schon Kühl- und Vorratschrank mit in Ungarn auch sonntags erhältlichen frischen Sachen und Notwendigkeiten gefüllt hatte: Brot, Obst, Milch, Mineralwasser, Toilettenpapier … (Rätsel der Menschheit am Rande: warum kaufen Männer keinen Spülschwamm?) – Es galt nur noch, alles in die Schlafräume tragen, die Betten verteilen und alles – einschließlich sich selbst fallen zu lassen. Ich beklage mich nicht wirklich, wenn ich schreibe, ich bekam das Kinderbett, denn ich bin kurz genug, um den Unterschied nicht einmal zu merken, und so hatte ich wenigstens ein eigenes Zimmer mit „Türzu!“-Möglichkeit, während die Kids sich im Doppelbett beim Fernsehen gegenseitig die Kissen wegziehen konnten oder zu zweit Gameboy spielen, ohne daß es mich beeinträchtigte. Bongo durfte sich aussuchen, wo er schlafen wollte.

Fotos vom 16. Oktober 2011, Neusiedl am See, Burgenland, Österreich. Die Fotos vom frühabendlichen Bongo-Spaziergang auf altbekannten Wegen kommen wieder in einem neuen Eintrag.

 

34 Gedanken zu “Eine Art Urlaub – 15. bis 23. Oktober 2011 – Tag 2/4

  1. Bestimmt hatte die grelle Dame Bongo erblickt und wollte ihn näher begucken. Das passiert mir auch dauernd….hüstell…

    Und von TinaFrau soll ich eben ausrichten….der Eintrag würde nach (falschem) Heimweh klingen…
    und du möchtest dich bitte erinnern: Die einzig wahre Heimat ist der Norden!!

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  2. ahje, der kaiser schon wieder. und was gibts neues ??

    übrigens, ich hab keinen Homelink hier gefunden. musste dann manuell auf die Startseite gehen. und oben bei Puzzle ist das P abgeschnitten. ah das ist Parament von Automattic.

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  3. Also, doch, einen Direktlink gibt es. Bei mir im Feedly ist der Artikel aber nicht unter „Featured“, ich glaube, das liegt daran, wie das Bild eingestellt wird.
    Ich sehe, wenn ich auf einer Artikel-Ansicht bin, keinen „Home“-Link. Oder ich bin partiell blind oder sowas. Also Navigation zurück zur Hauptseite ist irgendwie schwierig.

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    • Danke, Insomnia, jetzt verstehe ich das Problem erst richtig. Möglicherweise mein Fehler, weil ich den Schriftzug des Headers ausgeblendet habe – ich probiere das gleich mal aus. Ansonsten kommt man auf die Gesamtansicht, wenn man einfach in dem orangefarbenen Streifen auf „puzzle“ klickt. Das ist nur dermaßen winzig – da kommt man nicht drauf.

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  4. Was meint das Zweiteselbst jetzt mit Direktlink? Ich hatte das ordnungsgemäß in feedly.
    Besten Dank für den schönen Bericht, insbesondere die groovende Kontaktfreudige fand ich, ständig interessiert am Skurrilen, hochinteressant.
    Dein neues Theme ist schön, das Schneckenmotiv sieht irgendwie so plastisch aus, als ob es aus Faden bestände. Wenn man da wieder hinkommt, wo man mal zuhause war, ist das immer ein spezielles Gefühl, finde ich.

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  5. Äh ja, wollte auch das Design noch mal spezifisch loben. Die wäschigen Schnecken sind super. Und vor schwarzem Hintergrund kommen die fotos natürlich am besten zur Geltung.

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  6. Vielleicht fühlte die Rothaarige sich einsam und dachte, zwei Frauen (fast) alleine auf der Autobahn, das verbindet. Sei froh, dass sie Dich nicht überschwänglich geknutscht hat… …mir machen solche Menschen auch immer Angst, wenn man so in „voller Fahrt“ ist.

    Zu Deinem neuen Design – es gefällt mir auch. Ich dachte nur im ersten Moment, ich sei auf dem falschen Blog. Du bist sonst immer so hell… ^^ – Die Schnecken finde ich auch toll. Ich finde, Schnecken vermitteln immer so ein Gefühl von zu Hause sein, da sie ihr Haus ja immer mit sich herumtragen. 🙂

    Das zu Hause fühlen, in Landschaften, in denen man eigentlich wissentlich noch nie war, kenne ich auch. Ich stand mal auf Kreta auf einem kleinen Hügel im Thymian vor einigen Olivenbäumen und dachte, dass ich noch nie da gewesen bin, aber genau wusste, wo ich war und alles kannte… …es war komisch. Vielleicht erinnert sich die alte Seele? Ich möchte es gerne glauben… 🙂

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    • Wir waren ja gar nicht fast allein, es war sogar – trotz Sonntag – mehr los als auf der deutschen Autobahn am Sonnabend, ich weiß nicht, was das war, aber es war unfallträchtig.
      Mein Design – ich glaube ich war in dem Jahr WordPress dunkel und hell zu gleichen Teilen, wenn du die dunkelblauen und dunkelroten Phasen mitrechnest, nur war ich noch nie so lange am Stück ‚hell‘; vorher hatte ich fast alle vier Wochen ein anderes Experiment gemacht – allerdings kann es sein, daß ich vorwiegend Themes hatte, bei denen nicht hell auf dunkel geschrieben wurde.
      So etwas in der Art meinte ich auch: man weiß nicht, wieso es so ist, aber es ist so, und es gibt keine logische, vernünftige Erklärung dafür, wegen der absolut niemand genervt die Augen verdrehen würde. ^^

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