Eine Art Urlaub – 15. bis 23. Oktober 2011 – Tag 2/9

 

Im hohen Gras brachten das schrägstehende Sonnenlicht zahllose Fäden von Spinnenseide zum Glänzen, „spider-art“. Ab und zu fanden sich auch dickere, watte-ähnlich zusammengeballte Knäuel an krautigen Pflanzen hängend oder in Sträuchern, wie hier im Hundsrosenstrauch mit den braunroten Hagebutten, aber meist spannten sich nur zarte Fäden zwischen den bunt blühenden oder bereits trockenen Blütenköpfen, Samenständen, Stängeln und Blättern, zart und dünn wie langes weißes, mit dem Wind davongetragenes Frauenhaar, das dem Altweibersommer seinen Namen gegeben hat, und nur ganz selten sieht man wie hier, auf der Spitze der gelben Königskerze, irgendwo eine der winzigen wirklichen Urheberinnen dieser „Kunst im öffentlichen Raum“.
Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca blühte, violett blühenden Steppensalbei Salvia nemorosa, Großblütige Königskerzen Verbascum densiflorum, pupurne Wiesen-Flockenblumen Centaurea jacea und Wegwarte bzw. Zichorie Cichorium intybus. Es muß vor unserer Ankunft schon kalte Nächte gegeben haben, denn so viele Insekten, wie bei uns im Wendland trotz der ersten Frostnacht noch herumgeschwirrt waren, gab es hier trotz des sonnigen Tages nicht mehr, man sieht es den Bildern auch an. – Fotos vom 16. Oktober 2011 bei Neusiedl am See, Burgenland, Österreich. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

16 Gedanken zu “Eine Art Urlaub – 15. bis 23. Oktober 2011 – Tag 2/9

  1. Es scheint ja die ganze Wiese übersponnen. Die bräunliche Distel finde ich ganz besonders schön, wahrscheinlich würde ich daran vorbeigehen und erst die Inszenierung im Foto bringt ihre Schönheit richtig heraus.
    Weben diese Altweiber-Spinnen nur im Herbst ihre langen Fäden? Die müssten im Frühjahr und Sommer doch auch was fressen. Oder sind die Fäden nicht zum Beutefang bestimmt?

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    • Mit dem Schluß beginnend: ja, diese Fäden sind nicht zum Beutefang bestimm, sondern dienen der Verbreitung der kleinen Spinnen, die solche Fäden spinnen und dann mit dem Wind fliegen – wohin auch immer. Ich finde das eine sehr hübsche Vorstellung, mich wundert, daß es noch nie irgendwo Thema war, ich fände es als Kinderfilm oder meintewegen sogar Gameboy-Spiel reizvoll, Protagonisten auf diese Weise reisen zu lassen. Daß eine ganze Wiese mit dieser Regelmäßigkeit überzogen ist, liegt am Wind, der stark und ständig über diese flachen, von wenig höher gewachsener Vegetation unterbrochenen Hügel streicht, und darum sehr viele Mini-Spinnchen in dieselbe Richtung geweht werden, je nach Wetter sogar tagelang. Diese Spinnen sind gehören nicht nur einer einzigen Art an und es gibt sie bei uns hier in Norddeutschland auch, nur nicht in solchen Mengen sichtbar, weshalb, weiß ich allersdings nicht. Die „Watteflöckchen“ sind ein Fall für sich, da weiß ich es nicht sicher, wie die zusammenkommen sind oder umgekehrt: möglicherweise sind es ehemalige Kokons.
      Die trockene, aber noch samengefüllte Distel sieht noch dazu verblüffend der Knospe der Ackerwitwenblume ähnlich > schönes Bildbeispiel auf einer Webseite; so rosaviolett ist die Witwenblume auch bei uns verbreitet, nur in Weiß sah ich sie auch selbst nirgendwo anders als dort in der Nähe des Neusiedler Sees. Sie blühen sehr ausdauernd, halten auch ein paar Frostnächte aus, bevor sie aufgeben.
      Eigentlich sollte man mal Wildstaudengärtnereien danach absuchen, aber sie sind klein und zierlich, und vielleicht gibt es sie wegen genereller Unscheinbarkeit nicht anders als „draußen“ zu finden. Schlimm genug, daß ich dort auf dem Kalvarienberg, einem Naturschutzgebiet, immer wieder Buddellöcher gefunden habe, die nicht von Hunden stammten. Auch wenn das der kleinen, wilden Bartiris galt – … aber das wird zu lang, wenn ich mich darüber echauffiere.
      Steppensalbei gibt es alledings. Natürlich kommt er in ganz Pannonien, also grenzübergreifend in den trockenen Gebieten des östlichen Österreich und Westungarn vor, in Violett meistens, aber ab und zu auch weiß. Insekten lieben ihn sehr, auch wenn er genau wie der allgemein bekannte Gewürzsalbei, ein bißchen nach Füßen riecht.

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  2. Ach so, die lila „Nadelkissen“ sind die Schwestern der weißen Witwenblume?
    Das ist natürlich eine logische Erklärung des Altweiberspinnen-Verhaltens. Übrigens, wenn ich das mal anmerken darf, lese ich Deine Texte derzeit lieber im feedly. Für die Fotos ist das Schwarz ja super als Hintergrund, für längeren Text finde ich es ein bisschen schwierig. Könnte aber auch an meiner Hardware liegen. Und Du stellst ja Deine Inhalte ganz in den rss-Feeds zur Verfügung, also nicht nur die Hälfte 😉

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    • Ja, so ist es, vielleicht ist sie eine kalkliebendere Art als die andere. Ich kenne hier mehrere Trockenrasen-Waldränder, wo trotzdem keine Weiße erscheint.

      Daß meine Texte komplett zur Verfügung stehen, weiß ich. Wer nachher zu bequem ist, meine Seite direkt zu besuchen und irgendwie aktiv zu sein, läßt es eben bleiben, ich lese meine Statistik fast nie, Klicks sind mir egal.
      Daß es relativ viele Menschen gibt, die sich – wie man immer wieder auf Webseiten lesen kann – mit heller Schrift auf dunklem Grund weniger leichttun, ist mir bekannt.
      Auch, daß sie sich gerne darüber äußern. Auch wenn Du als angenehme Ausnahme Dein Problem mit der bequemen Lesbakeit wenigstens individuell und höchst einfach löst, bin ich es gestern Nacht ausgeprochen leid gewesen, daß man mir im Mißverhältnis zu anderen, inhaltlich relevanten, Kommentaren mit anhaltendem Monieren von Farbmangel bzw. mangelhafter Erkennbarkeit des gesamten Hintergrunds aufgrund veralteter Browser oder kleinerdimensionierter Bildschirme kommt. Hätte ich meine Bildbreiten in das grellpinke Blogtheme mit der Minischrift zwängen können, ich hätte es getan, nur um das Schmerzensgejaule endlich zu begründen. XD

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      • Oh, es war nicht als Kritik gemeint. Oder irgendwie dergleichen. Was heißt XD?
        Hatte auch nicht mitgekriegt, dass sich da andere geäußert hatten, verstehe ich jedenfalls so. Äh, ja, also war mir auch klar, dass Du weißt, dass Deine Texte komplett im RSS sind. Wenn ich gesehen hätte, dass da irgendwelche Diskussionen drüber waren, hätte ich das glaube ich nicht thematisiert, wobei es sich ja, wie bereits angedeutet, möglicherweise um ein individuelles Problem bei mir handelt, das im übrigen ja auch nicht so schlimm ist, weil man es ja anderswo schwarz auf weiss nachlesen kann und so weiter. Es war auf jeden Fall kein Versuch, Dir in irgendeiner Art und Weise nahezutreten.Äh, ja. Muss jetzt zu einem Geburtstagsessen, das mir momentan individuell gar nicht passt.

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        • XD ist ein Lachen – statt gelber Ges….ähm, dings. Nein, von dir habe ich das auch ganz anders empfunden, damit hatte ich kein Problem. Nicht alles kam als Kommentare, nicht alles unzweifelhaft sachlich, aber vermutlich ist es eine meiner mädchenhaften Schwächen, zu lange entgegenkommend zu sein, so daß es manchen ermutigt zu gucken, was noch geht. Ein Geburtstagsessen am Sonntag könnte als soziale Interaktion durchaus vergleichbare Züge tragen. Ich hoffe, es ist wenigstens lecker. 🙂

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  3. Wunderschöne Aufnahmen – und nu iss mir schlecht… Also nicht wegen der Spinnen, sondern weil ich (ganz aus versehen) gerade 10 Trüffel gegessen habe. Ist mir beim Gucken erst aufgefallen, als sie alle waren… *rot werd* kannst mal sehen, wie mich die Spinnenwebenfäden festgehalten haben… 🙂

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