Eine Art Urlaub – 15. bis 23. Oktober 2011 – Tag 5/2

Bilder vom Parndorfer Outlet Center. Für Shopping Victims ist so eine Einrichtung bestimmt nichts neues, aber eine solche, pastellbunt und im Zuckerbäckerstil hat vielleicht doch noch nicht jeder gesehen:

Hübsch, gell? Zuckerlbunt wie das traditionelle, rosa- , hellblau- , grün- und gelbgefärbte  Windgebäck (Baiser) , daß man sich in Österreich zu Weihnachten in den Baum hängt, pseudobarock bzw. mit Klassizismen aus Styropor dekoriert, hat man vor einigen Jahren, nur wenige Kilometer von Neusiedl am See entfernt, beim Nachbarort Parndorf, ein Einkaufszentrum für preisbewußte Marken-Orientierte hingestellt, das sich immer noch im Wachstum befindet, genannt > Parndorf Designer Outlet (McArthurGlen).
Die romantische, etwas disneylandische Optik verdankt es wahrscheinlich dem Faktum, daß es viele Touristen anziehen soll, die sich dort auch tatsächlich zahlreich einfinden, zusätzlich zu den in Bussen und Autos anreisenden Kauflustigen aus der Slowakei, Ungarn und anderen Teilen Österreichs.
Wenn man so nahe wohnt, wie wir seinerzeit, ist man fein heraus: man kann hinfahren, wenn man etwas braucht, und wenn man nichts findet, einfach ohne irgendetwas wieder nachhausefahren. Die Weitangereisten sieht man mehrere Riesentüten herumschleppen und im Schlußverkauf auch Dinge kaufen, die – obwohl in einem Zustand, als kämen sie aus dem Wühltisch-Tiefgeschoß eines Billigkaufhauses – immernoch und trotz der Outlet-Preise viel zu teuer sind, bloß weil ein bekanntes Label darauf zu erkennen ist.
Wie auch immer: natürlich war ich dort. Es gibt ein paar Shops, die einen Besuch lohnen, die Mischung ist gut. Mode, Sport, Geschirrr, Schokolade, Dessous und Schuhe, Taschen, Koffer, Kindersachen und Cafés … Es ist verkehrstechnisch praktisch und trotzdem fußgängerfreundlich gelöst. Man kann mit dem Auto bis hinein fahren, gratis parken und dann schön zu Fuß von einem Laden in den anderen laufen, oft unter Arkaden.
Paradoxerweise kommt diese Anhäufung von Läden meiner Aversion gegen Einkaufsbummel entgegen: ich gehe am liebsten allein, greife mir, womit ich zufrieden bin und verschwinde wieder. Die einzigen Läden, in denen ich lange verweilen würde, gibt es hier nicht: keine Bücher.

Bilder vom 19. Oktober 2011, mittags, bei Parndorf, Niederösterreich, unweit vom Neusiedler See, Burgenland, Österreich.

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14 Gedanken zu “Eine Art Urlaub – 15. bis 23. Oktober 2011 – Tag 5/2

  1. Also so etwas habe ich noch nie gesehen. Ich gehe auch nicht so gerne in Einkaufs-Center. In meinem derzeitigen näheren Umfeld gibt es sie aber auch gar nicht. In den neuen Bundesländern gibt es ja an jeder Ecke welche. Da würde man sich vielleicht doch manchmal gerne alternativ ein solch schönes Windkringel-Diesneyland wünschen.

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  2. Ohne erklärende Worte hätte ich das erste Bild nach China verortet. Es gab neulich eine TV-Doku über reiche Chinesen (wahlweise Russen) die sich Pseudo-paläste bauen lassen. Allerdings gilt dort die Devise „think big(ger)“.
    (mal abgesehen davon, gefallen mir Pastelltöne und blauer Himmel)

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  3. Oh! Jetzt können wir uns endlich auch ein Bild von „Wertheim-Village“, in das die Kollegin regelmäßig mit Mann und Kindern fährt und wahre Designerschnäppchen ergattert. Wir dachten immer, es handele sich einfach nur um ein riesiges Lager, eine Halle, vielleicht ein wenig aufgehübscht …
    Hmm … ja, man muss sowas mögen.
    Deinen Artikel mit diesen fantastischen Bildern schätzen wir allerdings sehr. Danke auch für die Weiterbildung … 😉

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    • Ich weiß nicht, ob die alle so hübschgemacht aussehen. Mit Schnäppchenjagd kenne ich mich nicht aus. Bittet sie doch mal, beim nächsten Mal dort zu fotogtafieren 😉

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  4. Das sieht ja wirklich sehr hübsch aus, liebe Puzzle! Wie haushundhirsch war ich davon ausgegangen, das solche Outlets wenig attraktiv sind. So kann man sich täuschen. Aber als Nicht-Autofahrerin werde ich wohl weiter in meiner Lieblingsboutique hier in der Stadt einkaufen, Parndorf ist leider definitiv zu weit weg für spontane Kaufräusche ; )

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  5. Das hätte ich jetzt eher so in einem Phantasialandmäßigen Vergnügungspark angesiedelt, als im „real Life“ – da traut man sich ja nicht mal mit den Schuhen über den blitzblanken Marmor zu latschen. Schön . ja, aber zweckmäßig?

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    • Peter, es kann sein, daß du den Grund dafür gefunden hast, daß es so ist – der Kunde solcher Markenpaläste soll sich König fühlen – aber zu Besuch beim Kaiser.
      Allerdings bleibt es jedem einzelnen Laden dort überlassen, wie sie sich innen gestalten, und manche davon wirken entspannend „bürgerlich“.

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  6. Huhu, ich habe es einfach nicht schneller geschafft, aber hier würde ich auch mal gerne Shoppen. Das Einkaufszentrum ist sehr schön. Ich mag so etwas. Neumodische Einkaufszentren sind zwar auch toll, aber wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich so etwas immer vorziehen.

    Danke für die Mitnahme zum Shoppen…

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    • 🙂 die haben auch dazugelernt: der erste Bauabschnitt im Baustil wie auf den Fotos ist einfach ein großes Rechteck mit dem Parkplatz in der Mitte, und extrem zugig unter den Arkaden. Im Sommer ist das ganz angenehm, aber in der kalten Jahreszeit wirkt es kälter als draußen auf dem Acker. Die neuen Teile sind winkeliger. Wenn man keine weite Anreise hat, geht man einfach gezielt dorthin, wo man etwas will, aber viele bleiben den ganzen Tag dort und mittlerweile gibt es genug Lokale, wo man etwas zu essen und zu trinken bekommt.

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