Ein bißchen vom Garten …


In diesem Jahr bin ich noch ein bißchen sparsam gewesen mit Bildern und „Berichten“ aus dem Gartenleben. Das hat zum einen damit zu tun, daß ich nach meinen Eiskapriolen und Sturz im Winter erst einmal wirklich nur wenig darin getan habe, weil meine Schulter das nicht mochte, zum anderen war das Wetter zu schlecht, oder mindestens zu windig für Bilder von Blüten,  außerdem ist die große Bepflanzungsphase einfach herum, und zum Dritten ergeben sich einfach so viele Wiederholungen, auch in Wort und Bild, daß es mich schon selbst etwas zu langweilen droht.
Immerhin: das Besondere im Garten in diesem Jahr ist die Blüte der wilden gelben Sumpfiris. Diese Pflanzen sind Nachfahren von Büscheln, die im alten Garten im Teich wuchsen. Schon vor Jahren hatten sich Samen davon im Garten ausgebreitet und an unerwartet trockenen Stellen gekeimt. Ich hatte darüber schon einmal am 22. Mai 2011 geschrieben >hier.

Im vergangenen Jahr hatte ich die über die Baustellen-Phase geretteten Pflanzen neu gesetzt, aber noch keine Blüte zu sehen bekommen. Aber sie sind gut angewachsen, zu kräftigen Büscheln geworden und in diesem Mai blühen sie bereits herrlich:

… direkt auf der Hausecke, vor den Fenstern meines Zimmers (falls das jemanden interessiert), rechts, gemeinsam mit goldgelben Taglilien – Hemerocallis – links davon …


… deren Sortennamen ich nicht weiß, und die eine ganz ähnliche Geschichte haben: ihre Mutterpflanze wuchs genauso schon seit 4 Jahrzehnten am oben erwähnten und gezeigten Teich und stammt aus einem Garten im Dorf, wo meine Mutter nach dem Zuzug unserer Familie hierher ein paar abgestochene Stauden holte. Ich war dabei, damals, und weil ich so ein komisches visuelles Gedächtnis habe, erinnere ich mich daran wie in einem kleinen Fotoalbum, inklusive des alten rot und braun lackierten, hölzernen Bollerwagens, meines blaugrundigen, buntgetupften Nylon-Sommerkleids, des verwaschen ockergelb gemusterten Kopftuchs der Bauersfrau und einiger Pflanzen … Obwohl diese Tagillien an sich nichts Großartiges sind, und ihr leichter Geruch nach Fußschweiß eher unromantisch wirkt, freue ich mich sehr, daß es gelungen ist, diese und die Sumpfschwertlilien jetzt in den neuen Garten mitzunehmen, und daß sie sich sichtlich wohlfühlen.
Aber es gibt ja noch mehr:

    

Bachnelkenwurz – Geum rivale  | Grüne Rose – Rosa viridiflora

    

Sumpf-Schwertlilie – Iris pseudacorus  | Orangerotes Habichtkraut – Hieracium aurantiacum

    

Grasnelke – Armeria maritima | Brombeere – Rubus

   

Zwei mir namentlich unbekannnte hohe Bartiris – Iris barbata

   

… noch einmal dieselbe rorablühende Brombeerpflanze, die ab und zu  sogar gefüllte Blüten trägt, und noch mal eine Blüte der Grünen Rose, an einer anderen Pflanze.
Diese Rosen haben die -20°C Frost im Winter ungeschützt überstanden, allerdings nur unterirdisch: sie müßten komplett neu austreiben, haben das aber im Turbo-Tempo getan und blühen – wenn man das bei denen so sagen kann – jetztschon wieder. Mein Rosenbäumchen, das man als kleinen mickrigen Besen vor dem Haus in der Mitte des ersten Fotos ganz oben erahnen kann, wenn man das vergrößert ansieht, hat trotz „Wintermantel“ Probleme. Die Ramblerrosensorte „Veilchenblau“ gilt als wärmebedürftig, und hier zeigt sich, daß es stimmt. Über die schönen Pfingsttage habe ich neue – auch Garten- -fotos gemacht, die ich aber noch nicht angesehen habe. Diese hier sind, bis auf die alten von 2007 + ’08, vom 27. Mai 2012.

20 Gedanken zu “Ein bißchen vom Garten …

    • Den Teich gibt es nicht mehr. Der war dort, wo auf dem Hausfoto-neu Rasen und die drei kleinen Obstbäumchen stehen. Er war ziemlich groß und total versumpft. Für den im Kostenvoranschlag für eine Wieder- bzw. Neuanlage berechneten Gegenwert hätte man einen Kleinwagen kaufen können. Manchmal tut es mir ein bißchen leid um den alten Garten – aber nur manchmal.

      Gefällt mir

        • Auf dem Foto schon. Da war der Wasserstand einigermassen hoch. Mein Vater hatte mal eine schwarze Teichfolie nachträglich einbringen lassen, allerdings insgesamt mangelhaft – mit unbeschreiblich skurrilen Folgen, weil das Sumpfgas darunter daraus einen großen schwarzen Ballon machte … in heissen Sommern ein immerdurstiger Wasserschlucker und eine großartige Mückenbrutstätte … und weh dem, der das Schlafzimmer nach der Seite hatte! Ebensogut könntest du dir einen quakenden Froschchor ins Bett setzen. ich könnte Romane über das Ding schreiben.

          Gefällt mir

            • Gestern erst saßen wir in einem Garten mit Teich und lauschten einem Froschkonzert … … wir fanden das sehr nett, konnten Aufnahmen von den Fröschen machen; wenn man lange genug still stand, wurde das Konzert wieder eröffnet und dicke weiße Blasen tauchten neben den Froschmäulern auf. Allerliebst anzuschauen. Allerdings erzählte die Gastgeberin recht schnell von eigentlich sehr netten Nachbarn, die, vor lauter Schlaflosigkeit und entsprechender Gereiztheit was auch immer in den Teich schleuderten, damit mal Ruh ist.
              Die Frösche hat es aber kaum beeindruckt ..

              Gefällt mir

              • Kann ich mir schon denken, dass das die Frösche kaum beeindruckt hat, so ein Froschhirn ist schließlich kaum mehr als erbsengroß….

                Gefällt mir

                • Aber selbst wenn ihr Hirn so groß wäre wie eine Kreuzung aus Holder- und Preiselbeere, nützen würde es wahrscheinlich auch nichts, denn Frösche sind sehr feedbackorientiert, sie gieren nach Beifall von ihresgleichen.

                  Gefällt mir

                • Eigentlich bin ich zumindest froh, daß wir die Texte ihrer Lieder nicht verstehen: sie müssen hochgradig obszön sein, denn es geht in ihnen ausschließlich um Sex ^^

                  Gefällt mir

  1. Vom Teichbau bzw. von der Teichwiederherstellung kann ich auch ein Liedchen singen. Aber ich bin froh, dass wir ihn damals neu gemacht haben. Allerdings hätte ich es mir auch überlegt, wenn es einen Kleinwagen gekostet hätte.

    Die Bartiris sehen interessant aus. Sie sind schon etwas besonderes. Diese gefüllte Brombeerblüte sieht auch toll aus. Ich hätte sie nicht als Brombeerblüte erkannt, wenn Du es nicht darunter geschrieben hättest…

    Um diese grüne Rose beneide ich Dich fast ein bisschen. Ich mag ja Pflanzen, die ein bisschen spießig sind, allerdings mag ich auch die, die etwas besonderes sind… …sie sieht wunderschön aus. Und wenn man bedenkt, wie lange sie geblüht hat, hat sie ja fast gar keine Pause eingelegt…

    Ich habe heute auch Fotos von meinen gelben Sumpf-Schwertlilien gemacht. Faszinierend wie die Insekten an den Blütenstaub/Nektar kommen…🙂 – ich mag ihr leuchtendes gelb…🙂

    Deinen Frosch-Teich-Roman würde ich wohl auch lesen…😀 QUAAAAAAARK

    Gefällt mir

  2. Liebe Puzzle,
    jetzt überrascht du mich. Vor 3 Tagen habe ich erstmalig am Deich in Dannenberg das orangerote Habichtskraut entdeckt. Eine Botanikerin hat mir diese alpine Pflanze bestimmt und meinte, es könne sich um einen Gartenflüchtling handeln, den es in unsere Tiefe verschlagen hat. Hast du sie gepflanzt oder hat sie sich bei dir angesiedelt?
    Liebe Grüße und gute Besserung!

    Gefällt mir

    • Liebe Uta,
      Du hast recht: In Österreich hatte ich dieses Orangerote Habichtskraut, außer im Garten meiner Eltern, zum ersten Mal gesehen – das sind auch hier sicher Gartenflüchtlinge, denn in der Umgebung „draussen“ ist es nicht zu finden; es ist schon seit langer Zeit hier auf dem Grundstück im Rasen ansässig, wo sie vor ein paar Jahrzehnten plötzlich aufgetaucht war. Die kleinen Pusteblumen-Schirmchen sind sehr wahrscheinlich aus einem der Nachbargärten angereist. Ich habe sie nur umgesiedelt, als ich sie wiedergefunden habe, und nun gedeiht davon ein großes Büschel im Beet, statt nur immer wieder abgemähter Einzelpflanzen im Gras. Aber auch da habe ich die haarigen Blättchen schon wieder vermehrt gesehen: sie sind sehr talentiert.
      Ich denke, daß du sie ausgerechnet am Deich gefunden hast, liegt daran, daß es dort keine stehende Feuchtigkeit gibt, und das auf normalen Wiesen zu hohe Gras doch ab und zu (von Schafen oder mechanisch) gemäht bzw. von Menschen niedergetrampelt wird; mein Rasen wird auch nicht bewässert, so daß es Trockenrasenbedingungen vorfindet. In der Umgebung gibt es kaum noch Weiden, sondern hauptsächlich Felder bzw. Heuwiesen, so daß es wahrscheinlich außerhalb von Gärten in meiner direkten Umgebung auch gar nicht Fuß fassen kann, sonst müßte es bereits außerhalb meines Gartens wachsen, aber über den Zaun hat es den Sprung nicht getan. Auch eigenartig.

      Gefällt mir

  3. wie bewunderei ich doch immer wieder Deine Fotos und die informativen Zeilen dazu …. lerne täglich dazu, smile – einen lieben Gruß will ich aber auch noch loswerden !!! Mach´s gut …. bis bald Ursa

    Gefällt mir

Über Kommentare freue ich mich | thank you for your thoughts!

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s