Meike’s Akelei

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Am 2. Juni 2013 war ich im Dorf Luckau (in der Nähe von Wustrow), im sonnigen, bunten Garten von pяiиz uиveяzagt’s Lerntherapeutin Meike Brinkop, und wartete dort das Ende seiner Lernstunde ab.
Meike hatte mir erlaubt, unterdessen ihrer Akeleien-Vielfalt zu fotografieren.

‚pяiиz uиveяzagt‘ ist der Name, den ich meinem Sohn für das Web gegeben hatte, als ich in der Anfangsphase, als wir uns bereits in seinem ersten Grundschuljahr mit seiner Dyslexie / Legasthenie auseinandersetzen mussten, einen kleinen Weblog aufgemacht hatte, weil ich glaubte, dass genau dieser Zeitraum für viele Eltern und Kinder ein besonders schwieriger sei. 

Als vor einigen Jahren die Windows Live Spaces als Blog-Plattform geschlossen wurden, zog ich informative Teile zusammen, ließ den Tagebuchteil beiseite und veröffentlichte die Essenz davon hier im Blog. Wer das ansehen möchte, findet es, wenn man diesen Link anklickt: > pяiиz uиveяzagt und die tanzenden Buchstaben

Die Blumen und die Ereignisse passen sehr gut zusammen, denn innerhalb der mittlerweile 2,5 Jahre, während denen wir einmal pro Woche Meike besuchen und pяiиz uиveяzagt durch sie ein an Leistung und Psyche sehr aufbauendes Coaching bekommen hat – an dem auch ich als Mutter partizipiere: das soll nicht zu gering geschätzt werden, was auch Eltern an Beistand und Ermutigung brauchen – haben wir in diesem Sommer nach nunmehr über 7 Schuljahren endlich ein Jahresabschlusszeugnis zu erwarten, das keinen einzigen dunklen Flecken aufweist. Diesen Sommer gibt es erstmals ein vollkommen 5-er-freies Zeugnis. Wir freuen uns riesig.

Sicherlich ist es wichtig, als Eltern das Kind zu ermutigen zu unterstützen und es immer wieder darauf hinzuweisen, dass man mit den Rechtschreibfehlern nie ganz und gar abschliessen wird, aber daran nicht verzweifeln soll, sondern durch Wissen in allem Erlernbaren beweisen kann, was tatsächlich in einem steckt. Aber die Wirkung durch eine außenstehende Person mit Fachkompetenz, deren psychologischer Input sachlich empfunden wird, welche die spezielle Techniken und Tricks überzeugend vermittelt, baut das Selbstvertrauen auf einem weiteren Standbein auf, ausser auf Liebe und Zuneigung.

Beide, denke ich, gehören unbedingt zusammen, um die Stabilität im Kind zu bilden, die es braucht, um den Gegenwind auszuhalten, wenn es mal wieder eine niederschmetternde Note in Deutsch oder Englisch auszuhalten gilt, weil es leider nur eine Diktat-Arbeit war.
Diktate werden für einen Dyslektiker / Legastheniker immer wieder ein hohes Absturz-Risiko bereithalten.

Das überzeugte Selbstbewußtsein, es durch Wissen ausgleichen zu können, mit Grammatik, Vokabeln-Lernen, den verlässlich abgelieferten Hausaufgaben und dem Mut, im Unterricht überhaupt alles an mündlichen Noten einzusammeln, was es nur gibt, baut sich nur langsam auf, nur durch die erzielten Erfolge.

Dieses ausgleichende Wissen ist es, das viel notwendiger ist als Eltern, die in der Schule in Einzelgesprächen mit Lehrern zwar versuchen können, eine Bereitschaft zu erzeugen, ein rücksichtsvolles Augenmerk auf die ungleiche Verteilung der Fähigkeiten innerhalb der verschiedenen Leistungsnachweise zu erzielen, aber das ist eine zu persönliche Sache einerseits, andererseits brauchen auch beredsame Eltern den Rückhalt, den ihnen das sichere Wissen um die Möglichkeiten gibt. Das kann man zwar versuchen sich anzulesen, aber Gespräche mit einem Lerntherapeuten haben doch ein ganz anderes Gewicht.
Für die Erfolge danke ich mit diesem kleinen „Werbeblock“ Meike, aber auch den Lehrkräften für ihre Bereitschaft, sich überzeugen zu lassen, denn das ist keinesfalls selbstverständlich.

Falls der eine oder andere Webbesucher aus unserer Region diesen Eintrag zufällig findet und das Problem seines Kindes nun gern mit ihr besprechen möchte, ist dies Meike Brinkops Visitenkarte:

Dipl. Sozialpädagogin u. Lerntherapeutin Meike Brinkop, Sanden 14, 29487 Kuckau / Wendland, Tel: 05843-1351

Dipl. Sozialpädagogin u. Lerntherapeutin Meike Brinkop, Sanden 14, 29487 Luckau / Wendland, Tel: 05843-1351

Alle Fotos kann man durch Anklicken in der Galerie vergrössern:


Die gelbe Blüte dazwischen gehört selbstverständlich zu einem Ranunkelstrauch.

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18 Gedanken zu “Meike’s Akelei

  1. Kinder und Jugendliche durch ihre Schulzeit zu begleiten und ihnen Unterstützung gewähren, wenn die Gewißheit über das eigene Können noch nicht ausgeprägt ist, kann viele Herausforderungen bedeuten. Ich kenne es aus einer anderen Perspektive. Daß ein Kind aus meinem Umfeld mit weniger als einer 1 nicht nachhause kommen darf und ständig „freiwillige Extraarbeiten“ dem Lehrer anbieten muß, um eine mögliche 3 auszugleichen. Es nie genug, was dieses Kind liefert (aus Sicht eines Elternteiles). Die Verzweiflung und die Angst nicht zu genügen, kann herzzerreißend sein.
    Geduld und Ermutigungen von außen sind da gefragt.
    Menschen sind vielfältig und -fähig zu lernen 🙂 Die vielfarbigen Akeleien spiegeln das sehr schön.
    Ihr seid schon einen weiten Weg gegangen! Möge es immer leichter und freudvoller gehen 🙂
    Alles Liebe Euch Dreien!
    Uta

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    • Danke Uta!
      Solche bedauernswerten Leistung-an-Liebe-gekoppelten Kindheiten machen mich traurig, denn das Gefühl, nie genügen zu können wird sie ihr gesamtes Leben lang begleiten, in jeder Hinsicht.
      Man kann immer nur hoffen, dass sie es nicht als Erziehungsprinzip weitergeben an die nächste Generation, sondern etwas oder jemand in der Lage ist, das zu unterbrechen.

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  2. Ein tolles Ergebnis für das Kind!

    Aber mir ist auf dem Bild was anderes aufgefallen: Das Haus! Das muß ein ziemlich besonderes Haus sein, so wie ich es mir aus den wenigen sichtbaren Ecken phanstruiere/(re)kontasiere (phanstruieren gefällt mir grad als Wort, diese Mischung aus Phantasie und Konstruktion). Ich geh jetzt mal suchen, ob es davon Bilder in Ganz gibt.

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    • Du meinst die Feldsteinwand, Emil? Die Wand gehört zu einem neuen, kleinen Anbau am ursprünglichen Fachwerk-Bauernhaus, das zum Wohnhaus umgebaut wurde.
      Wie sie ursprünglich aussehen und bei uns im Hannoverschen Wendland üblich sind, kannst du > hier sehen. Diese Steine kommen beim Pflügen aus dem hiesigen Ackerboden, auch wesentlich größere, weshalb auch zahlreiche kleine Dorfkirchen zumindest Feldstein-Türme haben.

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  3. I have a stammer.A speech impediment. Usually it is quiet.When I am under stress it comes to the fore.It started when I was a child.I think I know why it started as we moved home when I was six years old and my father was an abusive parent both verbally and physically .I escaped into books.I also learned/was taught coping mechanisms. When i write I do not stammer. I think I am more aware of it than other people are.But when I am bad I get really frustrated with my inability to speak. One woman hearing me struggling to talk turned to my friend and asked how she understood me.As I was stood beside my friend I felt pretty humiliated.

    When I talk with my fingers I do not stammer..I merely make mistakes.
    If my hands were tied behind my back when I am talking I would lapse into muteness.
    Sometimes words dance to amuse me.
    Sometimes numbers prance to confuse me
    Sometimes the words from my mouth dam up to dismay me.
    I am here even when I would not wish to be.
    My cards are dealt .It is down to me alone how I play them.

    If you have ever watched the film The Kings Speech ,and it is truly a great film, you will have seen some of the techniques I was taught and use.

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    • I guess, I remember, you knew that Space once, Thank you for telling us about this bitter piece of your youth, life and poetry. I read your blog and your poems by now for such a long time, Andy – you are strong person and it is good to know you, you are playing your cards very well, I think.

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      • I think we first posted on Space. Poetry has given me a voice that I lacked. Friendships have rebuilt, or possibly actually built, my trust in people. Thank you for the compliment. It is good to know you too. 🙂

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  4. Mein bester Freund ist Legastheniker. So kenne ich Muehsal, Energie und den kleinen Grad des Erfolgs sehr gut. Mittlerweile hat er ein Fachbuch ueber seine Spezialkenntnisse und patentfaehigen Erfindungen im Pferdefahrsport zustande gebracht. Alle sind stolz auf ihn geworden!

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    • Es sind viele, Martin, und es gibt eine (vor allem unter Eltern sehr beliebte und aufbauende) Liste bekannter Personen, auf der unter anderem Albert Einstein und Walt Disney stehen, Charles Darwin und Agatha Christie.
      Wenn man nicht gerade einen einigermassen erfolgreichen ebenso betroffenen Verwandten hat, der als lebendes Beispiel verständnisvoll ermutigt, ist es legitim, mit solchen Vorbildern das Kind aufzubauen, den Rückschlägen in der Schule zu trotzen.

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  5. Die Prinzessin ist jetzt auch im 7. Schuljahr angekommen. Wir haben erst am Montag Zeugniskonferenzen und ich weiß noch nicht, wie sie sich in diesem Jahr durchgemogelt hat.

    In Englisch bekommt sie auf alle Fälle eine 5, da tut sie sich etwas schwer. Wir haben eine sehr nette Nachhilfelehrerin gefunden und waren bei den Tests schon ein paar 4en dabei.

    Leider macht sie nur bei Dingen mit, die ihr Spaß machen. Hausaufgaben zählen immer noch nicht dazu, so dass sie in diesem Jahr im Arbeitsverhalten ein E bekommt.

    Sie denkt, sie lernt für die Lehrer und für die Eltern. Und wenn sie vorher Schwierigkeiten hatte, so ist es jetzt Rebellion auf ganzer Linie. Attacke… …das ging im letzten Schulhalbjahr eine 6 in Sport hatte, weil sie ihr Sportzeug nie dabei hatte.

    Auf die Frage, warum sie das macht, bekam ich nur ein Schulterzucken und die Antwort, sie könne die 6 in Sport mit der 1 in Informatik ausgleichen. Tja, was soll man dazu noch sagen? Mir fällt nichts mehr ein.

    Auch in den Lernfächern macht sie nur die Sachen, die ihr Spaß machen. Hat sie keine Lust, sammelt sie dort 5en. Hat sie Bock auf ein Thema, dann schreibt sie 1sen. *haarerauf*

    Herzlichen Glückwunsch an Prinz Unverzagt für das Superzeugnis!!! Und ich kann das nur bestätigen, ohne unsere Lerntherapeutin wären wir jetzt nicht dort wo wir sind.

    Weiterhin alles Gute in dieser Sache!!!

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  6. War ja ganz unerwartet, dieser bewegenden Geschichte nach den vor Fröhlichkeit übersprudelnden Bildern zu begegnen!

    Ich kann Deine Freude verstehen, daß Dein Sohn endlich ein Zeugnis heim bringt ohne eine häßliche Zensur. Aber bedeutet es nicht, diesen Zensuren zu viel Bedeutung zuzumessen? Irgend wann wird es ihm klar sein, daß Du unabdingbar zu ihm gehalten hast in dieser schwierigen Periode. Das und nur das wird sein Vertrauen zu sich und Dir bestimmen. Zensuren? Was soll das? Ach ja, damals. Machen einem das Leben schwer. Sonst nix.

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    • Das Blühen bzw. Aufblühen steht im Zusammenhang, die Zensuren sind allenfalls eine Art ablesbarer Aufwärtstrend der Persönlichkeitsentwicklung insgesamt. Aber du hast damit Recht, Christian, dass nicht die Zensuren im Vordergrund stehen sollten, sondern das empfundene Erfolgserlebnis. Gerade Utas Kommentar weiter oben macht den Unterschied deutlich, der Akzeptanz, Optimismus und Förderung des Individuums vom Leistungsgedanken unterscheidet. Da Schule nun mal ohne Vergleichsmodalitäten nicht auskommt, und auch der spätere Lebenslauf davon nicht frei sein wird, gilt es, dafür das mentale Rüstzeug zu wecken, wo andere Eltern allenfalls ein Kind kommentarlos vom Spielen zum Schreibtisch scheuchen. Einem Siebenjährigen, der vor Verzweiflung seine Bleistifte zerbricht, muß man die Welt anders erklären, als nur mit „Was-ist-Was“-Büchlein.

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