Bücherberg

Solange es nicht gerade einen malerischen Prachtwinter gibt, den ich exzessiv fotografieren „muss“, kann ich mich nun dem winterlichen Nestbautrieb hingeben: ich räume Bücher herum.

Bücheraufräumen

Einige der Bücher habe ich schon lange, viel zu lange, habe mich nie davon trennen können, dachte immer, dass ihre Stunde vielleicht noch kommt, und noch einige Stunden mehr für noch-nochmaliges Sichten der Bücher meiner Eltern. Es gibt nichts Besseres als Distanz, um festzustellen, ob etwas wichtig ist.
Der Abstand vom Sofa zu Kartons in der Garage, seit drei Jahren unausgepackten, ist groß genug, um in diesem November einigen alten Ballast abzuwerfen.
Nicht ohne hineinzusehen, versteht sich, und nicht ohne doch etwas davon zu behalten – sentimental bin ich! Von jedem Buch ein Abschieds-Souvenir zu nehmen, denke ich, ist eine Lösung, die mein Gewissen beruhigt, wenn ich es tatsächlich aussortiere, und eine Art „letzter Chance“ gibt, doch zu behalten, was schon auf dem Rand der Tonne steht. Ich dachte an etwas in der Art guter alter Blogstöckchen / book-tags: “ 7x 7te Sätze von den Seiten mit einer Ziffer, die -7 enthält oder Ähnliches. Oder gibt es andere Vorschläge?.

 

16 Gedanken zu “Bücherberg

  1. Ich finde die Idee gut, etwas von den Büchern zu behalten, als Erinnerung. Am besten gefällt mir dazu auch eine Collage von den Einbänden. Ansonsten könntest Du die Bücher vielleicht an verschiedenen Orten fotografieren. Sei es draußen oder drinnen. Eventuell geben die Titel Dir dazu einen Wink 🙂

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  2. Mir gefällt mittlerweile der Gedanke, irgendwann zu der aussterbenden Art gezählt zu werden, die noch meterweise Regale mit Büchern gefüllt hat. Wenn eines Tages alle Batterien und Akkus nicht mehr geladen werden können, werden sich vielleicht welche an diese alten Bestände erinnern. MaW: Ich pflastere immer noch mit großer Hingabe meine Wände voll und denke gar nicht daran, mich vorschnell davon zu trennen.

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    • Um Bücher zu finden, die ich vermisse, muß ich an vielen anderen vorbei, die ich nicht brauche, die ich nie gekauft hätte (Verlags-Deputate, Erbschaft) von Umzug zu Umzug mitgeschleppt, weil man sie vielleicht doch noch mal lesen oder wenigstens verschenken könnte …. , „vorschnell“ ist ein Zeitraum der bei einigen Büchern mehrere Jahrzehnte umfasst

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  3. Hier liegen überall Bücher herum, in Kartons, im Schrank, im Regal… …und ich kann mich meist nicht trennen… …meine Mutter schmiss meine ganzen Kinderbücher weg, zusätzlich noch meine alten Schulhefte und Bilder und auch mein Poesiealbum, wofür ich sie wirklich hasse… …denn dort hatte mein Vater mir eine Widmung hineingeschrieben. Ich hatte sie auf ihrem Dachboden zwischengeparkt, weil meine Wohnung zu klein war, um alles mitzunehmen.

    Meine Bücher sind meine Freunde, irgendwie… …wenn mir eines besonders gut gefällt, dann kann ich es nicht mal verleihen, weil ich Angst habe, das jemand eine Seite einknickt, oder, noch schlimmer, mit Schokolade oder sonstigem Essen vollsabbert… ^^

    Hier gibt es einen Buchverleih. Dort kann man sich einfach Bücher mitnehmen und bringt sie wieder oder auch nicht. Und wenn man alte Bücher hat, dann kann man sie dort auch abgeben, so erfüllen sie noch einen anderen Zweck, außer im Altpapier zu sterben…

    Die Idee mit den Kollagen finde ich sehr gut. Ich bin gespannt, was Du da zauberst… 🙂

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    • Die Altpapiertonne wird auch nur in Ausnahmen gefüttert werden. Wenn die Bücher noch in gutem Zustand sind, freuen sich Stadtbücherei, Altenheim, Büchertelefonzelle … aber es muß sein.
      Ich muß die Kartons auspacken, wenn ich bestimmte Bücher suche, und die sind leider alle durcheinander eingepackt worden, nicht von mir. Also muß ich sie auseinander sortieren, und das Eine ergibt das Andere.
      Das Buch, zu dem ich gerade den ersten Eintrag veröffentlicht habe, ist ein altes Kinderbuch von mir. Es fällt auseinander, billiges, holziges Papier, mittlerweile braun innen, abblätternd und sich auflösend außen, alte Rechtschreibung… Das will keiner. Weil zumindest der Große auch die Enid Blyton-Bücher mochte, hatte ich es ihm vorgelesen. Ist auch schon lange her.
      Ich denke, wovon man sich freiwillig und aus Überzeugung trennt, das tut weniger weh, als wenn man sich so beraubt fühlen muß, wie du es mit deinen Sachen erlebt hast.

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    • Egal wie er gefunden wird und was man daraus macht: es bringt noch einmal Leben in ein Buch, dem man nichts mehr abzugewinnen meint, und für mich ist dann alles interessant, selbst ein Handbuch zu einer alten Waschmaschine. 🙂

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