„Frau Melanie ist auch nicht weit, denn sie ist mit dem Skilehrer Toni in demselben Hotel abgestiegen …“ (Bücherberg 7/77/4)

„… auch sie will auf Sex und Sünde nicht verzichten.“ – der 7. Satz von Seite 77, aus der Zusammenfassung zum Film Dirndljagd am Kilimandscharo geschrieben von Ronald M.Hahn im „Heyne Lexikon des erotischen Films“.

Seite 77 mit dem 7. Satz in der Bescheibung von "Dirndljagd am Kilimandscharo"

zum Vergrößern bitte anklicken

Geleitworte zum Buch: „Blöde Filme können Gehirnzellen vernichten.“ – Jack Kroll, US-Filmkritiker sowie das Shakespeare-Zitat: „He who hath no fantasies, doth not lead a full life.“
Na, bitte. Selten hat ein Lexikon mit Fantasie zu tun, dieses hier aber schon: es ist die Erfassung von über 1600 Filmen seit etwa 1930, die in irgendeiner Weise als Anreger erotischer Fantasien gelten können oder sollen.
Darin finden sich diverse alberne Almdödler mit Schauspielern, die jung waren und Geld brauchten, neben dem klassischen Blauen Engel mit Hans Albers und Marlene Dietrich oder romantischen Tanzschnulzen wie Dirty Dancing mit Patrick Swayze und Jennifer Grey, da gibt es Ingmar Bergman und Luis Buñuel neben Russ Meyer, Walter Boos und Pseudonymen wie Renato Frustratus …

Allein die Titel der Filme zu lesen zündet einen Lach-Flash nach dem anderen bei mir, die Besetzungslisten einiger Filme mit den dümmsten Titeln einige weitere, und wer da alles mitgemacht hat, vor und hinter der Kamera – dagegen ist ein kleiner Auftritt im Promi-Big-Brother oder Nacktduschen im Dschungelcamp harmlos.
Trotz Belustigung ist das dicke schweinchenrosa Ding nur ein unnötiger Herumsteher: immerhin sind es 624 mitunter schwarzweiss bebilderte Seiten, Hardcover.

Das Vorwort des Autors Ronald M. Hahn beschreibt das Buch als eine Zusammenschau der Vielfalt, die Aufmachung ist lexikalisch neutral, die Kurzbeschreibungen beinhalten das Notwendigste an Inhaltsangabe und eine kleine Kritik zum jeweiligen Film.
Wenn man es denn mal hat, das Buch, ist es unterhaltsam durchzublättern, aber Verwendung dafür habe ich keine und auch keine Hoffnung mehr, es irgendeinem meiner Besucher, der es im Bücherregal entdeckt, andrehen zu können. Die Bücherei möchte es nicht, weil es für ein Lexikon zu alt ist. Ich würde es gegebenenfalls verschenken.


Mit der Bildersprache des o.g. Film-Genres zum Ausdruck gebracht: hier fliegt gleich ein Knopf weg – der „Like“-Button.
Ich habe eine Verabredung getroffen, und zwar an dieser Stelle > Damantigui’s Blog: „like“ button – (en) – die Verfacebookisierung der Blogkultur stört mich schon lange.

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27 Gedanken zu “„Frau Melanie ist auch nicht weit, denn sie ist mit dem Skilehrer Toni in demselben Hotel abgestiegen …“ (Bücherberg 7/77/4)

    • Erstaunlich, oder? Es stammt allerdings noch aus der Zeit, wo die Leute nicht einfach für alles und jedes im Internet waren, insofern hat das Lexikon wohl kaum noch einen Sinn als Ratgeber, sondern eher erheiternde Werte.
      Ich habe einfach keinen Platz, um alle Bücher zu behalten, die mich mal belustigt haben, aber es ist wirklich zu gut gemacht, um als Altpapier zu enden. Ein paar Wochen lasse ich es noch liegen und warte, ob sich nicht jemand dessen erbarmt. ^^

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  1. Du weißt, ich mag die Likes. Da muss sich auch niemand berufen fühlen, extra noch zu kommentieren. ^^

    Aber wo ich schon dabei bin. Habt ihr keine Einrichtung, z.B. städtische Bibliothek, wo du spenden könnst??

    Ansonsten schönes Wochenende. lg claus

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    • Ja, ich weiß, Claus. im Reader kann man auch nach Herzenslust liken, wenn man will.
      Andererseits entbindet eine Like-Button-Freiheit davon, das Ganze in Verpflichtungs-Stress ausarten oder zu einem reinen Akt von self-advertisement verkommen zu lassen.
      Beide Varianten sind mir in dem vergangenen Wochen aufgefallen, besonders das Gehetzte, und ich trug das schon länger mit mir herum, ob ich mich und meine freundlichen Leser nicht davon befreien wollte, diese offensichtlichen Fließband-Pflichtlikes abzuliefern einerseits, und mich von dem hässlichen Gefühl, dass meine Einträge trotz Likes nur geklickt, aber nicht gelesen worden sind.

      Die Bibliotheken nehmen Bücher, die gut in Form sind und voraussichtlich nachgefragt werden. Dann sogar Taschenbücher. Meine „Kandidaten“ gehen zum Teil dorthin, aber andere sind zu marode wie der zerdrückte Tulpenkönig oder nur „zu alt und gammelig“ oder zu wenig von Interesse.

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  2. In Buxtehude gibt es eine umfunktionierte Telefonzelle. In ihr liegen unglaublich viel Bücher. Wer mag, kann sich eins nehmen, muss aber dafür ein neues hinein legen. Erstaunlich interessante Lektüre habe ich dort schon gesehen. Manchmal luschere ich, was „jemand“ dort auswählt 😉

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  3. I think today it is difficult to stimulate any erotic fantasy through a film. Even porn movies don’t matter anymore … Now, I’m sure many titles are funny, as you comment … 🙂

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    • Yes, they are funny, the titles, mostly, and it seems to be meant like that by intentions.
      However, people choose their personal ways to feel entertained by laughter with a slight tickle, or exited by a mental direct grip. Dicks, Toms or Harry’s are different and if it comes to female fantasies, it will be a lot more difficult to meet the taste.
      A discussion that will never end, because some brains are more cross-linked than others.
      Junk-food, country-cuisine and molecular gastronomy are never to compare, but everybody makes his choice before after his individual taste. Therefor, this encyclopedia was not useless at its before-google-times.

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    • Gone, but not away, Dugutigui.
      I think the Like-button experiment has already failed with only two articles.
      The majority of habitual „likers“, the „WP-readers“, are happily likin‘ on, whatever, but the real-visiting readers are the ones who miss to show, they were there, even if not with a reday-to-write comment at that moment, as well as kind people of foreign languages, who read in translation, but are unsure with commenting themselves.
      My real friends hereunder, Forest, Zweitesselbst and Martina are the only ones, so far, who had an opinion to tell about the book item, but – cussedness of inanimate – I had some more likes even with this article by the WordPress-reader – a funny own-goal.
      One of them told me, he would miss to see, who liked exactly this entry – this I understand, because Tina told me in her comment, she loves to watch people choose books … ^^
      So what do you think after your own experience with your alternative ‚bloody button‘ today?

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      • As explained in another comment, it is somehow relaxing. Somehow. Now, instead of counting likes, I spend hours responding to comments 🙂 Sometimes one has to be careful with what one wishes … 🙂 🙂

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  4. ich bin auch der Meinung, dass man den Schnarchnasen nicht auch noch das Instrument der Faulheit an die Hand geben sollte, Wo sind die Kommentatoren hin? Ist es so schwierig mal was zu schreiben? Haben die Leser kein passendes Katzenbild zur Hand, was Sie hochladen können? Sind alle durch das Prekariats-Fernsehen so verblödet, dass auf der Computer-Tastatur nur auf den Tasten mit denen sich Smileys machen lassen keine dicke Staubschicht liegt? Mich nervt das Leser-Verhalten unglaublich – man hat das Gefühl das sich auf den Blogs nur noch Leser tummeln, die mit halboffenem Mund die winzigen Schlangenlinien (für uns als Buchstaben erkenntlich) zwischen den Bildern bestaunen, sie versuchen mit den Fingern nach zu zeichnen und denen dabei ein „oooohhh“ aus dem Rachen als Äußerung des Erstaunens entrinnt….

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