because of: „page 45 [and your love life] – (en)“ | Damantigui’s Blog

page 45 [and your love life] – (en) | Damantigui's Blog is the reason for this collage and another book-thing: 1/45 oder was der erste Satz auf Seite 45 in einem zufällig in der Nähe liegenden Buch über dein Liebesleben verrät, bzw. in diesem Fall demnach über meines 😳

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Das Spiel bescherte mir den ersten Lachflash des Tages, denn als ich Miguel de Unamunos Buch „Frieden im Krieg“ aus der Reihe der Bücher zog, die links von mir auf der Fensterbank stehen, erwartete ich nicht so etwas wie “… dem starken Stamm der Eiche, ein gesunder Saft unter der wuchernden Moosdecke zirkuliert.” Englisch von mir übersetzt in ”… as in a strong trunk of the oak, a sound juice floating under the sprawling cover of moss.” – Mmh…. das lassen wir mal so stehen.

Zur Symbolträchtigkeit von Eiche, Saft und Moos kann sich jeder seine Version denken, aber Miguel de Unamuno ist, nachdem es anscheinend nach wie vor nur eine einzige deutsche Ausgabe dieses Buches zu geben scheint, hierzulande recht unbekannt, denn seine sowohl geistigen als auch praktisch gelebten Auseinandersetzungen mit Glaube und Politik waren vorwiegend auf seine spanische, insbesondere seine baskische Heimat bezogen:
Miguel de Unamuno war ein spanischer Philosoph und Schriftsteller, der 1864 in Bilbao geboren wurde und den in diesem Buch beschriebenen 3. Karlistenkrieg als Kind miterlebte.

Das Buch fand ich vor Jahren auf einem Flohmarkt: „Frieden im Krieg. – Ein Roman aus dem Carlistenaufstand.“ von Miguel de Unamuno, autorisierte Übertragung aus dem Spanischen von Otto Bueck, erschienen im Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G.m.b.H. Berlin.
Das Copyright lag 1929 beim Verlag Meyer & Jessen G.m.b.H., München.
Das Buch hat 383 Seiten, gedruckt in Tiemann-Fraktur durch die Spamersche Buchdruckerei in Leipzig.
Die künstlerische Gestaltung des Einbands – eine kriegerische Szenerie in sanften Grautönen – stammte von Josef Badt.
Einband und Rücken mit Ziegenleder und in Gold geprägten Buchstaben wurden gebunden in der Buchbinderei-Abteilung des Volksverbandes der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G.m.b.H. … das alles ist eine auf der zweiten Seite des ersten Blattes aufgeführte Information.
Der Volksverband der Bücherfreundewar eine nach dem ersten Weltkrieg gegründete Buchgemeinschaft, die sich zum Ziel gesetzt hatte, der Bevölkerung sowohl deutsche als auch Welt-Literatur erschwinglich zu machen. Veröffentlichungen gab es z.B. von E.T.A Hoffmann, Maxim Gorki, von Grimmelshausen, Dickens, London, Flaubert, … die Ideale der Buchgemeinschaft waren durch den Nationalszialismus nicht mehr umsetzbar.

Selbstverständlich ist dieses Buch kein Kandidat für den Bücherberg der Aussortierten, hier im Blog zu finden per Schlagwort „Bücherberg 7/77/ff“.
Trotzdem: wenn ich es schon in der Hand habe, suche ich auch den 7. Satz auf Seite 77 auf!
7/77/12 lautet: „Privilegien für alle und Privilegien für keinen war ein und dasselbe: das war der eigentliche Hintergedanke dabei.“ – ein Satz, den man nun noch versuchen könnte, mit dem oben genannten Thema „Liebesleben“ zu verbinden.
Interessant, wohin einen so ein albernes kleines Buch-Spielchen tragen kann!
Dugutigui hatte absolut Recht, als er in seinem Antwortkommentar auf mein 1/45er Unamuno-Zitat schrieb: „… I’m telling you, books are a uniquely portable magic,…“

p.s.: Möchte nicht jemand von euch auch sein Buch in Sachen ‚Liebesleben‘ orakeln lassen? Seite 45, 1. Satz … und bitte! 😉

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11 Gedanken zu “because of: „page 45 [and your love life] – (en)“ | Damantigui’s Blog

  1. In Deutschland gibt es nur diese eine Ausgabe von „Frieden im Krieg“, antiquarisch.
    Miguel de Unamuno scheint in seinem Leben weder internationale Relevanz angestrebt zu haben, noch eine zweifellos klare, entschiedene theoretische und biografische Linie verfolgt zu haben, außer einer, und die aber mit 100% Einsatz all seiner Persönlichkeit: die Suche und das Verfechten persönlicher Integrität in den Überzeugungen und deren Umsetzung im Leben..
    Das mag ihn für beinahe alle Lager unbrauchbar gemacht haben, zumindest die philosophischen, religiösen und politischen Lager, so dass er auch mit seinem schriftstellerischen Werk hierzulande als nicht fassbar und somit nicht vermarktbar weitgehend unbekannt blieb.
    Als Spanien-Urlauber trifft man dagegen in verschiedenen Städten auf Standbilder und Büsten, vorwiegend in Nordspanien, da kennt man ihn, weil seine Bücher eben um das spanische, baskische Thema kreisen.

    Ich habe bei Amazon > zum Buch „Nebel“ / Niebla“ einen kleinen Text gefunden, den ich zitieren möchte, weil er mir alle weiteren polit-historischen Erklärungen abnimmt.
    Es handelt sich um eine Studienarbeit. Verfasst wurde sie im Jahr 2004 durch Marie Louis Freyberg im Fachbereich Romanistik – Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde an der Universität Kassel unter dem Titel „Miguel de Unamuno „Niebla“ – wie der Nebel-Begriff darstellend zur Protagonistencharakterisierung eingesetzt wird“, GRIN Verlag GmbH; Auflage: 1 (18. Januar 2006)

    In der Produktbeschreibung findet man folgende Erklärung von ihr::
    „Abstract: La generación del 1898“ (auch: La generación del desastre) bezeichnet diejenigen Dichter, Schriftsteller und Philosophen, welche im „gescheiterten“ Spanien, Ende des 19. Jahrhunderts, ihre Werke veröffentlichten. Zu ihnen gehörten u.a. Azorín, Baroja, Antonio Machado, Valle-Inclán, Ortega y Gasset sowie als führende Persönlichkeit Miguel de Unamuno. Unamuno und sein Werk Nebel sollen Thema dieser Arbeit sein. Doch vorerst möchte ich einen kurzen Überblick zur Generación del 98 geben.1 Der Ausdruck der Generación del 98 wurde von Azorín geprägt und stellt eine heterogene Gruppe der o.g. verschiedenen Autoren dar. Diese Generation wurde durch die gemeinsamen Erfahrungen in der Phase der Restauration nach 1875 beeinflusst. Die zu dieser Zeit in Spanien bestehenden Probleme konnten nicht gelöst werden, was zum Verlust der letzten spanischen Kolonien in den USA führte, auch `desastre´ genannt. Aufgrund der Niederlage des eigenen Landes und des scheinbaren Versagens aller Politiker begaben sich diese Männer auf die Suche nach den Ursachen des Niedergangs des `alten Spanien´. Die Gruppe um Unamuno zeichnet sich „durch radikale Selbstanalyse und zugleich Rückbesinnung auf transepochale Werte“ aus, welche „Spanien aus einer tiefen politischen, wirtschaftlichen und sozialen, vor allem aber geistigen Krise […] herauszuführen versuchte“2. Sie alle erhofften sich dadurch Antworten und einen Weg in eine glückliche Zukunft Spaniens. Die Generation von 98 strebte die `Regeneración de España´ an.“

    Diese Suche nach den „richtigen“ Wegen und Überzeugungen wird 1929 und den Folgejahren der Weltwirtschaftskrise auch in Deutschland verstanden worden sein.
    Da konnte man ihn verstehen. Später nicht mehr. Ich bin sogar der Ansicht, auch heute nicht.

    Seine Biografie ist schon bei Wikipedia oder auf anderen Seiten spannend zu lesen, aber als Buch habe ich sie nur einmal gefunden, die erste nach 40 Jahren, verfasst von > Jean-Claude Rabate „Unamuno“, 2009 bei Taurus Ediciones veröffentlicht, bisher nur – wen wundert’s – nur auf Spanisch..
    Ebenfalls bei Taurus, und auch nur auf Spanisch war 2002 ein Buch des Autors Juan Marchial Lopez über Unamuno erschienen mit dem Titel > „El designo de Unamuno“, allerdings keine Biografie, sondern der Versuch, aus dem hispanisierenden Unamuno einen europäischen zu machen, indem er (ich kenne es nicht und habe nur die Beschreibung gelesen) auf dessen Gedankenaustausch mit anderen, internationalen Denkern hinwies.

    So, und nun hoffe ich inständig, dass mir die Links in diesem Kommentar bei WordPress nicht wieder als unerlaubte Werbung zum Verhängnis werden. Die Gedanken sind frei, ihre Verbreitung aber nicht – zumindest würde man sie sich bezahlen lassen @@

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  2. 7/77 aus “Der Teufel und der Kirchenmann” und “Das Lächeln der Fortuna” scheint mir aber noch komplizierter. Schon abzuzählen und zu tippen. hab ich versucht es aufzunehmen, war es gar nicht scharf, aber undeutlich. vllt. ein ander mal. ^^

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  3. Unamuno war aber offenbar kein baskischer Freiheitskämpfer (falls es solch eine Bewegung zu seiner Zeit überhaupt schon gab?) und schrieb auch nichts auf Baskisch, sondern dachte mehr „Gesamt-Spanisch“ bzw. sogar international, wenn ich das richtig sehe?

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