Palmen, Mönchsittiche und eine dicke Katze

Palmen, Mönchsittiche und eine dicke Katze auf der Rambla del Raval:

Das ist in Kürze der Inhalt meines ersten Streifzuges in Barcelona, wie > im vorigen Beitrag angekündigt, beginnend auf der Rambla del Raval. Die Bilder sind unten im Text noch einmal grösser eingefügt.

Ramblas werden in Barcelona eine Handvoll Strassenzüge genannt, die zwischen den Richtungsspuren der Fahrstraße langgestreckte Plätze mit Palmen, Laubbäumen, und bunt bepflanzten Blumenkübeln bergen, auf denen Sitzplätze von einfachen Restaurants und Cafés, Verkaufsstände, Bänke, Brunnen und Skulpturen verstreut sind. Fußgänger bummeln dort oder sitzen einfach nur, beobachten Menschen, Hunde und Vögel, lassen die Zeit verstreichen und freuen sich am schönen Wetter.
Die Rambla del Raval wirkt weder schick noch so kommerziell dem Tourismus gewidmet wie ihre große Schwester „La Rambla“ ein paar hundert Meter entfernt (wochentags zumindest nicht). Auch wenn mein Merian-Reiseführer den Eindruck zu erwecken strebte, dieses multikulturelle, vorwiegend orientalisch geprägte Viertel sei „im Kommen“, beherbergt das umgebende Wohngebiet vorwiegend dort lebende und arbeitende Menschen vieler Nationen mit sehr kleinem Einkommen, es gehört zu den ärmsten Gegenden Barcelonas. Es gibt wegen der Nähe zu den Sehenwürdigkeiten der Altstadt dort eine große Zahl von Hotels und Hostels, Appartments und Pensionen, deren Gäste man auch im Straßenbild der Carrer de l’Hospital, auf den Fußwegen der Rambla und um sie herum deutlich an ihren bunten Shorts, Rucksäcken und Fotoapparaten vor der Brust erkennen konnte, aber die Bänke unter den Dattel- und Hanfpalmen waren überwiegend von älteren Männern aus dem Viertel El Raval besetzt, manche in langem Hemd und weiter Hose gekleidet, dem Salwar Kameez, und in allen Teint-Schattierungen. Dazwischen rannten einige Kinder herum, fuhren Jugendliche auf dem Skateboard oder dem Fahrrad vorbei, und an den Café-Tische saßen entspannt plaudernde, meist jüngere Menschen, denen man weder an Kleidung noch Fotoausrüstung ansehen konnte, ob sie zu den den typischen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit eilenden Besuchern gehören mochten oder nicht.

Über den Köpfen aller, zwischen den Palmenwipfeln, kann man das Gekreische der grünen Mönchssittiche Myiopsitta monachus hören, die in ganz Barcelona herumflattern und den fotografierwiligen Beobachter einerseits mit ihrer laubgrünen Tarnfarbe und Gewandtheit zur Verzweiflung bringen können, andererseits dazu herausfordern, Bild um Bild zu machen, wenn sie auf den Blüten und unreifen Fruchtständen der Palmen herumkraxeln.

Eine unübersehbare und liebenswerte Sehenswürdigkeit auf der Rambla del Raval ist die dicke Katze / El Gato Gordo, eine Bronzeskulptur des bekannten kolumbianischen Künstlers Fernando Botero: Der lächelnde Kater war einmal ein richtiger Streuner. Nach seiner Ankunft 1987 war er fünfzehn Jahre lang auf verschiedenen Plätzen Barcelonas herumgestrolcht. Genau wie manche Menschen zufällig feststellen, dass die Katze, die sie füttern und auf dem Sofa streicheln, auch von einigen Familien in der Nachbarschaft für deren Katze gehalten wird, gibt es im Laufe der Jahre viele Fotos von El Gato Gordo an verschiedenen Orten, von denen Leute glauben, dort gehöre sie hin. Während der olympischen Sommerspiele von 1992 trieb sie sich beispielsweise beim Olympiastadion herum. Seit dem Jahr 2003 hat sie sich aber von ihrem Platz unter den Bäumen auf der Rambla del Raval nicht mehr fortbewegt.

Touristen fotografieren und streicheln sie, Kinder klettern auf ihr herum, und wer nicht überrascht laut lacht, wenn er die Katzen-Skulptur zum ersten Mal von hinten sieht und zweifellos erkennt, dass es sich um einen Kater handelt, dem ist nicht zu helfen.

Diese Fotos sind vom Spätnachmittag des 9. April 2015, El Raval, Barcelona, dem Beginn eines längeren Spaziergangs Richtung Kolumbus-Säule und Hafen… – aber bis dahin liegt noch einiges am Wege und weitere Bilder folgen.

6 Gedanken zu “Palmen, Mönchsittiche und eine dicke Katze

  1. Diese hübschen bunten Vögel, die Mönchssittiche, haben nicht immer gutes Benehmen. Als wir mal da langschlenderten, hat mir so ein grünes Biest genau auf den Kopf gemacht, einen großen flüssigen Haufen. Zum Glück haben mir freundliche Passanten mit Tempo- und sonstigen Tüchern geholfen …

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    • Das Appartment, in dem wir gewohnt haben, lag auch dort, in einer Seitengasse beim Turm des Hotels Barceló Raval – das Viertel ist fantastisch, ich könnte wochenlang nur dort bleiben, um mich nach und nach durch alles in den kleinen Läden, Bäckereien und Metzgereien durchzuprobieren, das ist eine eigene kleine Welt.:-)

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