Auf der Rambla dels Estudis: la Real Academia de Ciencia et Art

Von den Fotos der Ramblas aus dem vorigen Artikel noch einmal einige Hundert Meter von der Rambla de Canaletes zurück zur Rambla dels Estudis. Dort habe ich dieses Haus fotografiert, das bei allem Gebäude-Zierrat doch durch eine gewisse geradlinige Strenge auffällt: es ist die Königliche Akademie der Wissenschaften und Künste von Barcelona.

1764 wurde die Akademie zunächst als eine literarische Gesellschaft gegründet, weitete sich später zunehmend auf das Studium der Naturwissenschaften aus und hält ihren heutigen Namen La Real Academia de Ciencia et Art seit 1887. Das Gebäude auf der Rambla dels Estudis 115 wurde 1883 vom Architekten Josep Domènech i Estapà im eklektizistischen Stil entworfen, 1894 fand die Einweihung statt. – Auf dem zweiten Foto kann man einen der beiden geflügelten Figuren größer betrachten. Die markante Figur mit freiem Oberkörper soll zweifellos das perfekte Bild eines Mannes darstellen, während dessen herbe Engels-Schwester zur Linken eher nur an der Tracht als weiblich erkennbar ist. (Darum fand ich „ihn“ auch schöner und habe „sie“ nicht einzeln fotografiert, noch dazu, weil sie gerade im Schatten stand.) Beide tragen diese Art Strahlenkranz, der an den der Freihheitsstatue erinnert, als sei der Stil der symbolisch die Welt erleuchtenden Gloriole in den 1880ern unter Statuen mit hehren, aber weltlichen Motiven gerade en vogue gewesen. Demnach wären vermutlich auch die Engelsschwingen eher Zeichen wissens- und kunstbeflügelter Geister denn geistlich-religiöser Ausdruck.
In der unteren Etage der Real Academia de Ciencia et Art wurde das Teatre Poliorama eingerichtet, im Jahre 1899 zunächst als Kino, ab 1906 auch als Schauspielbühne… mehr von der abwechslungsreichen Theatergeschichte des Poliorama > hier.
Fotos vom Vormittag des 10. April 2015, Rambla de Estudis, unweit der Església de Betlem, in Barcelona.

7 Gedanken zu “Auf der Rambla dels Estudis: la Real Academia de Ciencia et Art

    • Diesmal war er nicht mit. An sich kommt er als Straßenhund aus Sarajewo auch mit einer Stadtumgebung zurecht. Aber ich denke, dass man einem Tier keine stundenlangen Flugreisen antun sollte, wenn zwischen Hin- und Rückflug nur ein langes Wochenende liegt. Bei einer Autofahrt, die man nach Belieben unterbrechen kann und die ganze Zeit beieinander ist, sieht es wieder anders aus.

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    • Er sieht aus, als wären seine Flügel eher von mechanischen Vorstellungen inspiriert, ganz der wissenschaftlichen Gesellschaft und der damaligen aufkommenden Begeisterung für die maschinellen Erfindungen entsprechend, denke ich. Kein geistlicher Engel, sondern der Mensch, der mithilfe seines Geistes fliegen lernt.

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      • Ja, ein künstlischer Engel, das gefällt mir. Ich sah in der Engelsburg in Rom ebenso einen künstlischen Engel. Ich habe ihn fotografiert und werde ihn demnächst bloggen. Ich habe gerade so viel mit meinem Studium zu tun, dass ich es nicht schaffe, die Romfotos zu sortieren. Schade! Aber es kommt noch. Einen sonnigen Tag wünscht dir Susanne

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