In der Baixa Pombalina – am zweiten Tag in Lissabon (13)

Unter dem Arco da Rua Augusta hindurch in der Unterstadt von Lissabon, der Baixa Pombalina: ihr ordentlich rechtwinkliges Strassennetz verdankt dieser nach dem Erdbeben von 1755 wieder aufzubauende Teil Lissabons dem damaligen Premierminister König José I., José de Carvalho e Mello, Marquês de Pombal.

Trotz oder wegen der städteplanerischen Ordnung liebt der Tourismus die Baixa Pombalina. Es ist nicht leicht, den Triumphbogen zu fotografieren, denn immer wieder kreuzen doppelstöckige bunte Sightseeing-Busse. In der Rua da Augusta reiht sich ein Strassenlokal ans andere. Auch in den anderen Strassen gibt es Essen, Trinken und Andenken aller Arten in zahlreichen Geschäften zu kaufen. (Alle Bilder zum Vergrössern bitte anklicken!)

Die schnurgeraden Strassen ermöglichen immer wieder weite Blicke über deren Verlauf, was nicht nur interessant aussieht, sondern einem auch die Orientierung erleichtert. Auf dem ersten Bild fotografierte ich die Rua da Padaria abwärts bis hinunter auf die Häuser der Rua dos Bacalhoeiros, auf dem zweiten ist es ein Blick durch die Rua da Conceição, wo die Igreja da Madalena erkennbar wird, die in einer Kurve liegt, denn etwa dort endet die planerische Orndung und wechselt zu sich den Hügeln anschmiegenden Windungen des alten Stadtteils Alfama, der östlich der Baixa unterhalb der Festung liegt.

Von beiden Strassen sind gleich noch einmal diese beiden Aufnahmen oben zu sehen. Wäscheleinen bekunden, dass in Häusern gelebt wird, andere sind offensichtlich leer – die meisten leiden unter Zeichen von Verfall, auch die bewohnten Gebäude, links an der Rua dos Bacalhoeiros und rechts in der Rua da Conceição. Neben den Wildpflanzen auf dem Dach treibt auch eine interessante Geschäftsblüte, die neben den klassischen und jahrzehntealten Souvenir-Shops mit bemalten Keramikhähnen, Sardinen-Schlüsselanhängern, Ansichtskarten und Modell-Strassenbahnen über Nacht ein unscheinbares Ladenlokal in malerische alte Traditionsgeschäfte verwandeln, für Ölsardinen z.B. > wo im Mai 2014 noch ein simples Bondi-Ketten-Eckcafé war.

Die Touristin verzeiht die suggestive Magie einer solchen für Sardinen doch skurrilen Ladengestaltung, denn an der Qualität des Doseninhalts besteht kein Zweifel. Trotzdem bleibt der Gedanke, Sardinen und Touristen hätten in Lissabon doch einiges gemeinsam, vom romantikbezauberten Ins-Netz-Gehen bis zur drangvollen Enge in der Strassenbahn von Lissabon, denn wegen besserer Kurvenbewältigung verkehren die kleinen, ziemlich historischen Wagen der Eléctricos de Lisboa nur einzeln, und so kommen sich die Fahrgäste sehr nah.

Während die gelbe Strassenbahn als normale Verkehrslinie für jedermann fährt, sind die rotweissen Wagen nicht für Linien-, sondern Sightseeing-Tourismusfahrten da. Das Bild von der gelben „Linie 28“ entstand am Largo da Madalena von der Treppe der Kirche Igreja da Madalena herunter auf die Rua da Madalena, der rote Wagen hält gerade am Largo de Santo António da Sé auf der Strasse Rua de Santo António da Sé, die zur Kathedrale Catedral Sé Patriarcal führt. Man kann sie schon erahnen, und darum mache ich an dieser Stelle den Schnitt zum nächsten Eintrag mit einem GoogleMaps-Screenshot:

Darauf sind die zweite und dritte Etappe meines Stadtbummels vom Vormittag und Mittag am zweiten Tag in Lissabon nachzuvollziehen, vom Cais do Sodré über die Praça do Comércio durch die Rua da Conceição bis zum Largo de Santo António da Sé. Ich habe natürlich weit länger als die angegebenen 20 Minuten gebraucht!
– Fotos vom 30. März 2016 in Lissabon, Portugal; zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

6 Gedanken zu “In der Baixa Pombalina – am zweiten Tag in Lissabon (13)

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