Im Zickzack durch die Alfama (5/4)

„Im Zickzack durch die Alfama“ schreibe ich, weil man gar nicht geradlinig durch das ehemalige arabische Viertel hindurchgehen kann, denn die Möglichkeiten, den Hügel Colina de São Vicente de Fora hinunter zu kommen zum Tejo, bestehen aus einem Netzgebilde, das sich aus befahrbaren Strässchen, noch schmaleren Gassen und Treppen zusammensetzt. Zuerst hatte ich auch überlegt, ob ich den Weg in mehrere Einträge gliedern sollte, entschied mich aber dagegen, denn so geballt, wie ich meine Eindrucke empfunden habe, möchte ich sie auch wiedergeben:

Über die Calçada de São Vicente (Bild links) die auf den letzten drei Bildern > im Eintrag zuvor zu sehen war, gelangte ich zur Rua das Escolas Gerais (Bild rechts) …

und von dort zur Rua de Guilherme Braga (links). Das malerische Fleckchen au dem rechten Bild müsste in der Gasse Beco das Cruzes befinden oder zumindest sehr nahebei, denn das Fliesenbild über der grünen Tür (hierunter, links) fotografierte ich in einer Nische der Beco das Cruzes nur zwei Minuten später:

Es stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jh. und zeigt ein Bild der Nossa Senhora da Conceição, der Maria Immaculata mit eineer kleineren Darstellung des St. Martial. Auf dem Bild rechts davon ist der Largo de São Miguel zu sehen, einen der beiden Türme der Kirche Igreja de São Miguel und ein Stück Giebel sieht man noch einmal auf dem rechten Bild in der Reihe darunter …

… im Hintergrund der Rua da Regueira. Wegen einer drängenden geführten Herde Touristen, die plötzlich jeden Platz um mich herum besetzte, hatte ich völlig vergessen, mehr von der Barockkirche zu fotografieren, nutzte stattdessen die Gelegenheit, während die Herde den Ausführungen zur Kirche lauschte, die andere Seite des Platzes zu fotografieren, …

… wo ein Fado-Lokal in seiner Tagesruhe lag und auch an der Wand gegenüber zwei in die Wand eingelassene Fliesenbilder mit derselben Signatur „A. Graça“ dem Fado gewidmet waren. Das untere ist einem berühmten Gemälde des portugiesischen Malers José Malhoa von 1910 nachempfunden, es heisst > „O Fado“. Die Darstellung darüber trägt den Namen Fado Castiço, so wird eine Lissabon-typische Fado-Variante bezeichnet.

Am Largo das Alcaçarias findet sich dagegen wirklich sehr alter Fliesen-Wandschmuck aus der Barockzeit, denn an diesem Ort war früher eine wichtige Wasserstelle, es gab auch Thermalwasserbäder mit natürlicher Temperatur von über dreissig Grad Celsius, Bikarbonat und Schwefel, z.B. die Fonte das Ratas, allerdings wurden sie 1978 wegen Verkeimung entgültig geschlossen.

Auch in der Rua da Judiaria, im ehemaligen jüdischen Viertel habe ich alte Fliesen und einen Brunnen entdeckt, ein Kaltwasserbrunnen, den man „Dichterbrunnen“ nennt, Fonte do Poeta.
Neben diesem Brunnen führt ein Weg durch einen niedrigen Bogen, dem Arco do Rosário, unter einem Haus hindurch auf den Largo do Terreiro do Trigo, wo das Labyrinth durch pombalinische Gradheit abgelöst wird. – Fotos vom Mittag des 2. April 2016 in Lissabon, Portugal – zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken!

2 Gedanken zu “Im Zickzack durch die Alfama (5/4)

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