Muntere Weinbergschnecke im Gras

Gehäuseschnecken liebe ich seit meiner Kindheit, ohne eine Ahnung für Gründe rühren sie mich an. Erst später konnte ich beschreiben, dass ihre Anmut und ihre Beharrlichkeit mich beeindrucken, das Durchscheinende junger Schnecken oder nur das Halbtransparente der Fühler der älteren Exemplare und grösseren Arten mich anrühren, ihre Fähigkeit mit einem so weich wirkenden „Fuss“ über so rauhen Boden und sogar stacheliges Stängelwerk zu gelangen und mehrere Meter hoch klettern zu können, mich beeindrucken und manchmal auch ihre unerwartete Geschwindigkeit, so wie bei dieser Weinbergschnecke Helix pomatia im Garten von Kukate. Vielleicht kann man anhand der Fotos erahnen, dass ihr Gehäuse eine beachtliche Grösse hat? In eine Mokkatasse hätte sie kaum hineingepasst; die rund 5 cm, die Wikipedia als durchschnittlich-obere Grenze der Häuschen bei alten Exemplaren angibt, sind hier erreicht. Sie glitt aber so zügig durch das Gras, währen sie die Halme „ablutschte“, dass ich sie nicht stören wollte, um das auszuprobieren. Jemanden, der gerade mit Begeisterung seine Mahlzeit einnimmt, darf man nicht stören, auch wenn Schnecken nicht die Zähne fletschen und knurren … obwohl: bei der Grösse könnte ich mir das sogar vorstellen, cartoonistisch, sozusagen. Wahrscheinlich habe ich SpongeBob Schwammkopf’s miauende Haus-Schnecke Gary im Kopf, die mich beim TV-Konsum meiner Kinder erfreut hat.

 

Weinbergschnecken können, werden sie nicht zuvor Opfer eines persönlichen Unglücksfalls, rund 20 Jahre alt werden und ich hoffe, dass diese hier, die offensichtlich ideale Lebensbedingungen haben, nie dem Rasenmäher zum Opfer fallen, denn dem Igel sind sie wahrscheinlich schon zu gross, obwohl der auch beachtliche Grösse hat: offenbar ist es eine gute Gegend, um alt zu werden. –
Fotos vom 26. Juni 2016 in Kukate bei Waddeweitz, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die Bilder anklicken.

2 Gedanken zu “Muntere Weinbergschnecke im Gras

  1. Die Weinbergschnecken sind hier in den Gebieten mit kalkreichen Böden häufig, im restlichen Sauerland (also auf „saurem“ Untergrund) kommen sie nur zerstreut vor.
    Am meisten gestaunt habe ich über diese „Königinnen der Schnecken“, als ich jede Menge von ihnen in mehreren Metern Höhe an einer Burgruine am Rande des Hainich (Thüringen) gesehen habe.

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    • Hier kommen sie nur verstreut vor, und ich versuche sie bei mir im Garten heimisch zu machen, nachdem sie rund 20 m vom Gartentor an einem Hausgiebel vorkommen. Aber ich fürchte, sie werden immer wieder Opfer von Elstern, die gezielt nach ihnen suchen.

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