Bezugsfertig

 

Feldsperlinge am Nistkasten an der Eiche. Am Samstagvormittag war es schön, den Spatzen zuzusehen, die sich den Nistkasten in der Eiche ausgesucht hatten, als Wohnung mit Aussicht zur Wetterseite zwar, und ohne das schützende Gezweig darüber, aber ich hoffe, dass es ihnen in dem alten Holzbeton-Nistkasten aus den 80er Jahren trotzdem gelingt, eine Brut großzuziehen. Es heißt ja stets, man solle die Nistkästen alljährlich reinigen, aber die beiden, die im Laufe der Jahrzehnte mittlerweile in so luftiger Höhe hängen, dass ich dazu auf keine Leiter steigen werde. Außerdem wurden sie offenbar von den Vögeln alljährlich selbst bezugsfertig gemacht: die Kästen hat mein Vater Anfang der achziger Jahre aufgehängt, als der Baum noch vergleichsweise klein war – man sieht an es den eingewachsenen Drähten, dass sich Stammumfamg und Höhe seitdem sehr geändert haben. Seit ich hier wohne, waren die Kästen jedes Jahr bewohnt, und wären die Nachmieter nicht in der Lage, sich den Innenraum herzurichten, wäre nach drei Jahrzehnten sicher kein Platz mehr darin.
Fotos vom 4. März 2017 im Garten, Lüchow im Wendland, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die Bilder anklicken.

7 Gedanken zu “Bezugsfertig

  1. Ich denke auch, dass sie sich ihr Heim selber säubern. Bei uns haben bestimmt 10 Jahre lang Kohlmeisen in einem Brückenpfosten von der Garteneinsenbahn genistet. Da kommen wir zum Säubern auch nicht dran. Letztes Jahr war niemand dort. Ich weiß nun aber nicht, ob es daran liegt, dass der Brückenpfosten „voll“ ist und dadurch nicht mehr bewohnbar oder das Meisenpaar nicht mehr existiert.

    Es ist aber immer schön, dass es doch trotzdem irgendwie funktioniert, auch wenn man sich nicht an die Regeln hält, die irgendwann mal jemand aufgebracht hat.

    Hartnäckig hält sich ja auch der Irrglaube, wenn man aus dem Nest gefallene Vögelchen anfasst und ins Nest zurücklegt, akzeptieren die Eltern das Junge nicht mehr. Vögel können nicht gut riechen. Deshalb stört sie das gar nicht. Wahrscheinlich ist das Kleine dann halt krank und es „lohnt“ sich nicht, es weiter zu füttern, deshalb wird es erneut aus dem Nest geschmissen.

    Bei Deinen Nistkästen finde ich gut, dass sie nicht so schnell verrotten. Welcher Holznistkasten hält schon über 30 Jahre…

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    • Man könnte sogar solche Nistkästen selbst herstellen, wenn man den Platz zum Herumbatzen mit Zement und Sägespänen hat, denn in der Anschaffung als fertige Teile sind sie wohl teurer. Wie gesagt: meine sind geerbt.
      Dass Vögel die Jungen nicht annehmen, liegt wahrscheinlich wirklich an andren Gründen, denn sonst würden ja all die zum Beringen entnommenen Nestlinge verenden, statt weiter gepflegt zu werden und mit den Ringen in die Welt hinaus zu fliegen. Ich denke, es handelt sich um eine wohlmeinende Saga, die Leute davon abhalten soll, mit Jungvögeln überhaupt unnötig herumzuspielen. Es gibt einfach zu viele, die immer alles anfassen wollen, was sie niedlich finden, egal ob Vogel- oder Menschenbabies.

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  2. Schönes Einzugsbild 🙂 – Das mit dem Reinigen habe ich mich auch schon gefragt. Hier nisten nämlich immer Meisen im Hohlraum der Wand des angrenzenden Türvordaches. Da kommt kein Mensch ran, aber die Vögel störts nicht. Ist auch die Frage, ob sich Ungeziefer dort monatelang aufhalten würde, wenn nichts „Lebendes“ im Nest wohnt…

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  3. Ich habe früher auch regelmäßig die Nistkästen gereinigt, weil es immer sehr entschieden von vielen (Fach-)Kreisen gefordert wurde/wird.
    Inzwischen mache ich das seltener und die Kästen werden trotzdem erfolgreich bebrütet.
    Die natürlichen Nisthöhlen (Baumhöhlen, Felsnischen usw.) werden ja übrigens auch nicht von Menschenhand gesäubert ..

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