Kunst am Kampa-Museum, Prag

Zunächst führte der Weg vom hinteren Ende des Platzes Na Kampě am Palais Liechtenstein Lichtenštejnský palác vorbei an das Ufer der Moldau. Die kleinstädtische Atmosphäre vom Spaziergang zuvor wurde aufgehoben durch den Blick über den breiten Flusslauf, und die Aussicht auf die Altstadt gegenüber.
So gelangt man zum Park der Kampa-Insel, Odkolkovská zahrada ( = Odkoleks Garten ) mit dem Kampa-Museum.
Es handelt sich bei dem Museumsgebäude um eine ehemaligen Mühle, deren erster Besitzer im 15. Jh. Václava Sovy von Liboslav war und so der Mühle der Name Sova-Mühle heute noch anhängt, und auch dem Weg dorthin, U Sovových mlýnů, ‚Zur Sova Mühle‘.
Im 19. Jh. wurde die Sova-Mühle durch denselben Müller und Großbäckereibesitzer František Odkolek erworben und im Stil der Neugotik zur modernen Dampfmühle umgebaut, der auch das nahe gelegene Palais Liechtenstein gekauft hatte.
Seit dem Jahr 2003 ist die Mühle ein Kunstmuseum in privatem Besitz, wo Jan und Meda Mládek ihre Sammlung der moderner mitteleuropäischer Kunst zugänglich machen.

Sobald man auch nur in die Nähe des Gebäudes kommt, gewinnt man den Eindruck, es würde von dorthin strebenden Kunstwerken belagert oder davon überquellen – ob beabsichtigt oder nicht: ein toller Effekt.

 

Sieht man die gelben Pinguine am Flussufer über eine Brücke balancieren, oder steht plötzlich vor den beim Haus umher krabbelnden Riesenbabies, ist man noch ausserhalb des Museums.
Geht man daran vorbei, bietet sich auf der anderen Seite des Hauses ein ähnlicher Eindruck, den aus der Ferne eine bronzene Gestalt zu beobachten scheint, die sich erst im Näherkommen als Skulptur eines gelassen in die Weite blickenden buddhistischen Mönchs erweist. Das letzte Foto in der Bildergalerie des Artikels gehört in dem Sinne der Kunstsammlung nicht dazu, aber rundet für mich den oben beschriebenen Eindruck der Anziehungskraft der Kunst auf noch mehr Kunst ab. Auf mich wirkte die Szene aus wenig gekonnten Graffiti-Writings mit leeren Flaschen hinter dem Rücken der Skulptur der Harmonie wie deren trauriger Spülsaum, wo sich am für den Tourismus unbedeutenden Uferweg zur ‚Brücke der Legionen‘ Bettler notdürftige Unterkünfte gebaut haben, wo keine stadtpflegerische Massnahme diese Nische stört.

Fotos vom Vormittag des 15. Juli 2017 in Prag – zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken, bei einzelnen kann man darunter noch mehr Informationen zu den einzelnen Kunstwerken und Künstlern finden.
Wer noch neugieriger ist, kann über Google Arts & Culture das Kampa-Museum virtuell von innen besuchen – zumindest teilweise > hier klicken.

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