Prag – Malá Strana: der Vojan-Park und seine Pfauen


Bei der weissen Mauer am linken Rand des ersten Bildes handelt es sich um die Einfriedung des Vojan-Parks Vojanovy sady. Heute ist es ein öffentlicher Park, aber da er bereits im Mittelalter als Garten des Hofes der Prager Bischöfe angelegt worden ist, gilt er als einer der ältesten Gärten Prags. Im 17. Jh. wurde er als Klostergarten des Karmeliten-Ordens übernommen. 1792 wurde das Kloster geschlossen, der Garten durch die Englischen Fräulein übernommen, die ihn in einen Park mit Teich umwandelten. Diese Anlage wurde 1890 durch Hochwasser verwüstet. Nach der Säkularisierung wurde der Park 1920 durch Bebauung verkleinert, 1954 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die Kirchen geräumt und Umgestaltungen durchgeführt. Seinen heutigen Namen trägt der Vojan-Park, auch seitdem, nach Eduard Vojan, einem tschechischen Schauspieler (1853-1920), der quasi „um die Ecke“ geboren wurde.

An seine Geschichte als Klostergarten erinnern die vielen schönen Obstbäume, an den Wegen stehen Bänke, so dass man kann dort verweilen und vergessen kann, inmitten einer modernen und verkehrsreichen Großstadt zu sitzen, während man den Tauben und Pfauen beim Sonnenbaden und Futtersuchen zuschaut.
Die schlichte, aber sechseckige Kapelle ist der Hl. Theresa gewidmet und wurde von den Nonnen als Danksagung für das Überleben des Konvents während der Preußischen Belagerung errichtet (1757). Mit einer grauen, an Tropfstein erinnernden Wandgestaltung wurde die Kapelle des Hl. Elias versehen. Damit sollte an eine Grotte im Karmel-Gebirge in Palästina erinnert werden, auf das sich die Karmeliten mit ihrer Ordensgründung bezogen haben. Die umgebenden Fassaden des oberen, erhöht gelegenen dreiseitig geschlossenen Hofes sind nicht besonders schmuck anzusehen, aber es ist trotzdem ein angenehmer Ort der Ruhe – und der Pfauen!
Der Vojan-Park und seine blauen und weissen Pfauen gehören als Erlebnis zusammen. Sie nehmen Sonnenbäder auf dem Rasen oder auch auf einem höher gelegenen Fenstersims, stöbern nach Fressbarem, betteln dabei sehr dezent die Menschen auf den Bänken an, und anscheinend immer wieder mal erfolgreich. Die Pergola um den Hof herum scheint ihnen der liebste Sitzplatz zu sein, um sich zurückzuziehen:

Weisse Pfauen sind übrigens keine Albinos, sondern eine mit einer leuzistischen Mutation weitergezüchtete Rasse Pavo cristatus mut. alba mit weissem Gefieder, aber schwarzen Augen.
Leider verfinsterte sich der Himmel zusehends, und ich verliess den Park eher, als ich eigentlich wollte. Das auf der Treppe bin natürlich nicht ich, aber auch andere Parkbesucher brachen lieber auf.

Schließlich wollte ich noch ein bisschen in Malá Strana herumlaufen, bevor mein Aufenthalt in Prag am anderen Morgen mit der Abreise endete. Und ja: der Regen erwischte mich später dabei. Bis zu den Beweisfotos vom Regen habe ich noch ein oder zwei Einträge mit Eindrücken aus den Strassen von Kleinseite zu verfassen. Auf dem letzten Bild in diesem Artikel habe ich mich in der U Lužického semináre noch einmal umgedreht und zurück fotografiert, aber mein Weg führte zunächst wieder Richtung Karlsbrücke, bzw. den Kleinseitener Brückentürmen.
Fotos vom Spätnachmittag bzw. frühen Abend des 15. Juli 2017 in Prag, Tschechien. Zum Vergrössern und einzeln Ansehen bitte die kleinen Bilder anklicken.

9 Gedanken zu “Prag – Malá Strana: der Vojan-Park und seine Pfauen

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