Ein unvermeidlich herbstliches Gefühl

Wenn in den Blogs schon Ende August von Herbstgefühlen die Rede war, spürte ich inneren Widerstand. Am 10. September war es, als ich den Widerstand loslassen musste, denn während Bongo durch den Mais streifte und ich nach Fotomotiven Ausschau hielt, wurden die Merkmale wurden unübersehbar: die Zeit der Beeren, der Spinnen und der Nüsse war gekommen, und damit ein unvermeidlich herbstliches Gefühl.

 

Bild 1: Bongo streift neben dem Weg durch den Rand vom Maisfeld – es könnte ja ein Maiskolben herumliegen, um den er sich kümmern muss.
Bild 2: Haselstrauch Corylus avellana mit Nüssen, kurz vor dem herunterfallen und festen grünen Kätzchen schon für das nächste Frühjahr.
Bild 3: Kratzbeeren Rubus caesius oder Ackerbeeren blühen unermüdlich, bis sie vom Frost daran gehindert werden, auch wenn sich die Blätter schon rot verfärben.
Bild 4: Ein Rosen-Gallapfel, Schlafapfel oder Bedeguare, ist die Kinderstube der Gewöhnlichen Rosengallwespe Diplolepis rosae; zusammen mit den Hagebutten der Hundsrose Rosa canina ein hübscher, und sehr herbstlich wirkender Anblick.
Bild 5: Schwarzer Holunder Sambucus nigra – reif, aber ungekocht nur für Vögel, nicht für Menschen verträglich essbar, also: nur klassisch gekochte Marmelade oder ganz altmodisch gekochten Saft daraus machen, nicht roh verwenden.
Bild 6: Die roten Beeren vom Weissdorn Crataegus sehen nur so aus, sind aber noch nicht reif.

„… In Mitteleuropa sind, je nach Zählung, drei oder sechs Weißdornarten heimisch. Drei Arten waren ursprünglich hier heimisch, aus denen durch Wildstandskreuzung (s. auch Naturhybride) drei weitere Arten entstanden…“ > Wikipedia über Weissdorne

– mir zu kompliziert auseinanderzuhalten, und warum auch, wenn sie es nicht mal selber tun? Man kann die Früchte verwenden, aber kaum noch jemand tut es, und auch ich habe es noch nicht ausprobiert. Bongo mag sie, wenn sie Frost bekommen haben.
Bild 7: Eine ausgewachseneGartenkreuzspinne Araneus diadematus am Wegrand, mit Lunch-Paket.
Bild 8: Die Heidelibelle, die ich auf einer Kratzdistel am Königshorster Kanal fotografierte, scheint, soweit man sehen kann, derselben Art anzugehören wie die in meinem Garten, am Tag zuvor und > im vorigen Beitrag, also eine Frühe Heidelibelle Sympetrum fonscolombii.
Bild 9: Schwarze Beeren vom Roten Hartriegel Cornus sanguinea : sie sind roh nur für Vögel bekömmlich, nicht für den Menschen, aber sie können, wie Holunderbeeren auch, in gekochten Marmeladen und Säften mit verarbeitet werden, aber auch hier: keine persönliche Erfahrung.
Bild: 10: eine Hainbänderschnecke Cepaea nemoralis im Ruhemodus an einem trockenen Stängel vom Wiesen-Bärenklau.
Diese trockenen Stängel sind, wie ich gestern bei einem ausgedehnten Sonntagsspaziergang sah, durch Sturm Xavier vor einigen Tagen sämtlich zu Boden gegangen. Jetzt müssen die Schnecken woanders hochklettern … hm: Spricht man eigentlich bei Schnecken von „Klettern“?

Fotos vom 10. September 2017, von einem Spaziergang in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

12 Gedanken zu “Ein unvermeidlich herbstliches Gefühl

    • Bongo, Eichhörnchen und Mäuse sind auch hier fleissige Vernichter der herunterfallenden Nüsse und die finden wirklich vieles, was ich übersehen habe oder nicht erreichen kann und sonst keimt und wächst.
      Ich habe die gekeimten Hasel vom vorigen Jahr diesmal aufgehoben und entlang der Wetterseite am Zaun eingepflanzt. Die Stürme diesen Jahres haben uns gelehrt, dass der Blick auf den Sonnenuntergang zwar schön ist, aber die Wucht des Windes abzuhalten wichtiger. Wenn die Baby-Haselsträucher mal soweit sind, werden die Nüsse bestimmt für alle reichen.

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  1. Ich finde, man müßte eine fünfte Jahreszeit einführen. Also keinen Karneval ;-), aber diese Übergangszeit vom Ende des Sommers bis zum Beginn des eigentlichen Herbstes. Altweibersommer paßt da ja fast. Oder vielleicht „Somst“ ? Denn es ist noch Sommer und herbstelt schon, aber es ist eben doch noch nicht Herbst….da fehlt was, finde ich !

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