Ich habe keine Wassermelone getragen

Ich habe keine Wassermelone getragen, sondern einen Weihnachstkaktus. Das scheint für jemanden, der einen Dezemberspaziergang durch die Feldmark bei Lüchow und zur Jeetzel hin macht, absurd, ist aber möglich. Hier ist der Beweis: Es fing ganz normal an …

 

Ich habe einen Weihnachtskaktus getragen, und zwar ungefähr zwei Kilometer weit, denn den musste ich retten. Wie so oft, hatte mal wieder jemand seinen Gartenmüll vor der Jeetzelbrücke am Wegrand abgeladen, einen grossen und hässlichen Haufen Blätter, einige Blütenköpfe und dazwischen ein dickes Büschel abgebrochener Triebe eines wahrscheinlich alten Weihnachtskaktusses. Wahrscheinlich war der draussen vom Frost überrascht worden, dann werfen diese tropischen Schlumbergera-Kakteen aus dem brasilianischen Südosten nämlich ihre Triebe ab. Am Wochenende hatte alles unter Schnee gelegen, das war womöglich eher eine schützende Decke als eine weitere Schädigung.
Weil der grösste Teil ohne Handschuhe unappetitlich zu erreichen war, und ich einen langen Fussweg vor mir hatte, nahm ich nur ein Stück davon mit, um ihn daheim wieder zu bewurzeln und aufzupäppeln. Bis Weihnachten wird er wohl nicht so weit sein, dass er schon wieder Blüten bilden würde, aber Wurzeln könnte er bis dahin haben. Sein „Kollege“, mit dem ich schon seit Jahren eine Art On-Off-Beziehung pflege, weil er über die wärmeren Monate von Mai bis Oktober ein Mauerblümchendasein auf der halbschattigen Terrasse führt, blüht übrigens auch nie zu Weihnachten, sonder hält sich an die amerikanische Namensgebung: Thanksgiving cactus, der hat also schon geblüht. Mein Findling hat in seinem Wasserglas schon seine schlaffen „Blatt“-Glieder wieder schön aufgefüllt und ich bin zuversichtlich, ihm zu Weihnachten einen Topf schenken zu können.Die Fotos sind vom Montag, den 4. Dezember 2017, am Königshorster Kanal bei Lüchow bzw. dem Dorf Jeetzel im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Wer die Bilder anklickt, sieht sie etwas grösser.

 

11 Gedanken zu “Ich habe keine Wassermelone getragen

    • Ja, eben 🙂
      Hätte ich alle Teile retten wollen, wäre es wohl ebenso umfangreich gewesen, soweit ich sehen konnte. Der verunglückte Weihnachtskaktus muss so ein richtiges Familien-Erbstück gewesen sein, wie man das in alten Bauernhäusern oft finden kann. Wenn ich wüsste, was ich mit so vielen anfangen soll, würde ich nochmal mit Auto und Handschuhen ….

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  1. Eine Geschichte mit Happy End – Hurraaaa 🙂 Dabei sind die so schön ! Meiner hat ein paar Jahre lang tatsächlich pünktlich zu Weihnachten geblüht. Jetzt habe ich vor ein paar TAgen gesehen, daß die ersten Blüten auf sind. Vermutlich meine Schuld. Er steht sonst kühl. Wegen der dauernassen Witterung habe ich ein paar Mal mäßig geheizt, um der Feuchtigkeit entgegen zu wirken. Das hat ihn bestimmt beflügelt. Wahrlich, wie gut, daß es keine Melone war 😉

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    • Sie sind „saisonschön“, finde ich. Wie die Schmetterlings-Orchideen im Topf, die man manchmal statt Schnittblumen mitgebracht bekommt oder kauft, um mal eben das Zimmer oder das Bad zu behübschen, und sie nach der gekauften Blüte-Phase behält. Die kommen miteinander von Mai bis Oktober raus und werden weitgehend unbeachtet in Ruhe gelassen. Wenn sie dann hereingeholt werden, feiern sie das mit Blüten Danach sehen sie wieder so aus, als wäre nichts geschehen.

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