Wiesen-Inseln, winterlich

Der eine oder andere hat ja mitbekommen, dass ich inmitten des gemähten Rasen-Anteils seit einigen Jahren Stellen vom Mähen ausspare, und diese als „Wiesen-Inseln“ bezeichne. Das hat sich in den vergangenen Jahren bewährt, die „Erlebnisqualität“ ist grossartig, denn sowohl Insekten als auch Vögel und andere Kleintiere werden davon angezogen, zur Futtersuche und anscheinend auch als Schlupfwinkel: ich hatte sogar Kröten dort entdeckt. Allerdings hatte ich bisher zum Winter, oder unmittelbar danach, doch alle gemäht, weil anderen Mitgliedern des Haushalts das von Niederschlägen, Wind und Schnee beeinträchtigte Aussehen nicht so gut gefiel. Die Überzeugungsarbeit für die Wieseninseln vollzog sich beim Rasenmäher-affinen Ehemann erst im vergangenen Gartenjahr wirklich erfolgreich, mehr aus der Anschauung, als aus der Argumentation – so möchte ich das mal nennen. Diesmal habe ich zwei der Inseln stehen gelassen, um auszuprobieren, ob das angenehm genug aussieht, und ob es dem tierischen und pflanzlichen Gartenleben etwas Positives bietet. > Hier ist ein Artikel mit der Optik vom Herbstanfang.

Wahrscheinlich macht es einen Unterschied, ob Schneelasten darauf liegen oder nicht, aber in diesem bisherigen Winter hatte wir fast keinen Schnee und kaum stärkeren Frost, so dass es sogar immer wieder Wachstumsphasen gab und damit frisches, ansehnliches Grün. Die Inseln sehen jetzt sogar schöner aus als im November. Ich mag den Anblick der braunen Samenstände von Nachtkerzen (Bild 1), Schafgarben und Johanniskraut, und ab und zu sehe ich Meisen daran hängen und herumpicken. Es gibt runde Mauselöcher im alten Gras und schmale, eingedrückte Pfade, von denen ich vermute, dass der Igel sie benutzt, wenn er an wärmeren Tagen herumwandert. Der Igel hat meinen mit Tannenzweigen abgedeckten Reisig- und Blätterhaufen (unten links) anscheinend gern angenommen, auch dort lassen sich Spuren vom Ein- und Ausgehen gut erkennen. In der zweiten Wieseninsel habe ich im Herbst noch einen alten Weidepfahl versenkt.

Zum einen, weil ich es schade fand, dass der Pfahl aus altem Eichenspaltholz draussen auf dem Feld einfach umgefahren worden war, und zum anderen, weil er mich daran erinnern soll, dass ich dort im Herbst einen Wurzelschössling von einer wirklich Früchte tragenden Blut- bzw. Kirschpflaume eingebuddelt hatte. Dort ist eine verlässlich feuchte Stelle im Garten, wo der Strauch dann weiterwachsen kann, falls er gewurzelt hat. Bisher hoffe ich das nur. Ausserdem hält der Pfahl Bongo davon ab, ausgerechnet an der Stelle durch die Wieseninsel zu rennen und den Schössling abzubrechen. Ich finde solche Pfähle einfach schöner als die kessdeldruckimprägnierten „richtigen“ Stützpfähle, und ich weiss, dass ich damit in der kommenden warmen Jahreszeit die Holz raspelnden Wespen glücklich machen kann.


Ich hätte gern auf die Stichworte zurückgegriffen, um auf die Möglichkeiten zum Vergleichen der Wieseninseln in anderen Jahreszeiten hinzuweisen, aber durch das Übertragen meines Blogs „von dort nach hier“ gibt es in den Galerien derzeit noch zu viel Wirrwarr. Augenblicklich bin ich mit dem Nacharbeiten erst im April 2017.

10 Gedanken zu “Wiesen-Inseln, winterlich

  1. Ja, danke, den guten Wünschen schließe ich mich gerne an. Mir ging es ja auch schon wieder besser. Aber dann ich hätte wohl wärmer angezogen zum Kiosk gestern gehen sollen. Oder einen Lieferdienst beauftragen. Tzz, aber da müssen wir jetzt durch. 😀

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  2. Die Nachtkerzen sehen richtig schön aus! Toll, wie sich das mit deinen Wieseninseln und dem Ehemann entwickelt 😉 Da kann man mal wieder sehen, wie vielfältig sich das Leben zeigt, wenn es genügend Nischen gibt.

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