Rapsblüte

2018-04-28 bei Lüchow, Rapsfeld (1)
Seit Ende April blüht hier der Raps Brassica napus – das Fto ist vom 28. April 2018, bei Lüchow im Wendland, Niedersachsen.
Seit wieviel Jahren ist das überhaupt so? Wann habe ich verpasst, dass Raps nicht mehr erst Mitte Mai und „zu Himmelfahrt“ so weit ist, wie früher, als ich in den achziger Jahren auf dem Weg in den Urlaub erst bis Frankreich herunter gefahren bin, um mich etwa im Burgund von dem intensiven Gelb beeindrucken zu lassen?
Während meiner Sechziger-Jahre-Kindheit gehörten das Rapsgelb und sogar erst die Pfingstferien zusammen, wenn wir vom intensiven Geruch nach Schweissfüssen in die Holsteinische Schweiz zur Oma fuhren. Bei uns hier im Wendland hat es Rapsanbau damals nicht gegeben.

Mit dem Anbau von Raps wurde hierschätzungsweise erst in den letzten zwanzig Jahren so intensiv begonnen. Lieblich zu duften anstatt zu stinken hat man dem Raps in den letzten Jahren auch beigebracht. Diese zeitlichen und olfaktorischen Wunder haben mich zum Nachlesen gebracht. Wikipedia genügt, um all das Rätselhafte zu erklären. Demnach hat der Raps in den vergangenen Jahren eine glänzende Karriere hingelegt, wurde sogar Gesundheitsbewussten als das Speiseöl der Wahl nahegelegt.

Raps ist aber insgesamt trotz und sogar gerade wegen der Zuchterfolge nicht unproblematisch, unter anderem auch nicht für die Rehe, die so niedlich ihre Ohren über dem Gelb sichtbar lassen, während sie doch meinen, sie hätten sich gut versteckt: für das eine oder andere ist diese Nahrung nach wochenlangen Qualen tödlich. Der Jägerschaft, oft auch Landwirte, ist das bekannt, aber wegen der hohen Rehbestände lässlich.

Den guten Ruf als Bienenweide verdient Raps ebenfalls nicht mehr uneingeschränkt: die Behandlung mit Insektiziden, Fungiziden und Wachstumsreglern 3x im Jahr will mir Honig vom Raps nicht mehr als wünschenswert scheinen lassen. Sein leichtes Schweissaroma mochte ich früher schon nicht, aber heute, wo Raps duftet, muss man befürchten, sich Schadstoffe aufs Brötchen zu streichen, und falls Bienen und ihre Brut es überhaupt noch überleben, an einem Rapsfeld Nahrung zu suchen, kann es zumindest nicht gesund sein.

Also weg mit den romantischen Vorstellungen von der Bienenweide, dem Honig und den Lebensmittel-Produkten mit „wertvollen Rapsöl“!
Man riecht vielleicht nicht mehr mit der Nase, dass das Zeug „stinkt“, aber was damit seit rund fünfzig Jahren passiert, ob mit Gentechnik oder nur mit den Mitteln konventioneller Pflanzenzucht, das schon!

Zum Selberlesen bitte zuerst den > Wikipedia-Artikel: Raps aufsuchen, und dann, ergänzend, auch noch den in englischer Sprache, der einige noch erschreckendere Elemente enthält > Wikipedia: Rapeseed, die im deutschen Artikel schlicht unter den (Ess-)Tisch gefallen sind.

10 Gedanken zu “Rapsblüte

  1. Stimmt, insgeheim habe ich mich auch schon über die frühe Blüte gewundert und daß er nicht mehr stinkt, hat mich ebenfals irritiert, ist aber nicht wirklich zu meinem Gehirn durchgedrungen…im Moment werde ich den Artikel nicht lesen, um mir den Appetit zu verderben (ich verwende nur Öl, Prost!!). Das mache ich ein andermal, aber man kann sichs fast denken. Monokulturen allerorten, auch wenn sie, wie in diesem Fall, hübsch gelb aussehen und manchen Insekten vorübergehend „Nahrung“ bieten. Seufz…………

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.