Blasses Raukengrün, dunkles Lavendelblau, Pusteblumen- oder Kleeweiss, Ackerwindenrosa, Taglilien-Braunrot, …

Eine bunte Bilder-Mischung mit Pflanzen und Tieren, bei einem Rundgang an verschiedenen Stellen im Garten fotografiert:

Das Grün der Knoblauchsrauke Alliaria petiolata verblasste in den vergangenen Tagen zusehends, einerseits, weil die Blütezeit beendet und die Samenbildung vorangeschritten ist, so dass die Pflanzen auch nicht mehr wachsen, und andererseits wegen der sommerlichen Hitze, vor der sich diese gelb-braun gestreifte Garten-Bänderschnecke Cepaea hortensis sich auf die Blattunterseite zurückgezogen hat.

Um so stärker wirkt das Blau des Lavendels … – Lavendel im Wendland muss auch mal sein. So ein bisschen Fernweh möchte ich mir allem Streben nach natur- und ortsgemässer gemässer Pflanzenwelt im Garten doch gönnen, und dazu gehören eben Wein, Rosmarin und Lavendel. Auch wenn meine Kohlweisslings- & Lavendelfotos wegen ihrer Flatterhaftigkeit im Wind gestern nicht gelungen sind: sie lieben ihn, genau wie die Hummeln den weissen Klee im Rasen:

Das ist nun wieder richtig normal, so ein gemähter Rasen, von blühendem Weissklee Trifolium reptans durchsetzt, an dem sich Hummeln wie diese Ackerhummel Bombus pascuorum ihren Nektar suchen. Ja: schön wär’s. Weissklee wird vom ambitionierten Gartenbesitzer verfolgt und vernichtet, damit das grüne Gleichmass nicht gestört und das naturverbundene Barfusslaufen nicht wegen stechender Bienen gefährlich wird. Finde den Fehler …

… oder ein Insekt, dass überhaupt an Blüten im Rasen sitzt: diese rosa-weissen Ackerwinden Convolvulus arvensis und gelben Blüten vom Kriechenden Fingerkraut Potentilla reptans beobachte ich oft ohne dass ein Tierchen, grösser als ein Rapsglanzkäfer, geschweige denn eines, das stechen könnte. Darüber hinaus können Wildkräuter Hitze und Trockenheit auch unbewässert in Schönheit aushalten, im Gegensatz zu kurz geschorenem, in der Sonne verdorrendem Gras.

Bei der wochenlangen Hitze geht es dem höheren Bewuchs besser als den gemähten Flächen, wobei kurz gehaltenen, trockene Flächen auch ihre Liebhaber finden und in dem Fall sogar ein bisschen in Ruhe gelassen werden sollten, wenn anderes bewässert wird: auf dem Fotos sind einige Eingänge von Sandbienen-Nestern im Boden zu sehen, unweit der oben gezeigten Ackerwinden und den Bahnwärter-Taglilien, von denen eine auf dem nächsten Fotos zu sehen ist:

Die Braunroten Taglilie Hemerocallis fulva, auch Gelbrote oder Bahnwärter-Taglilie genannt, die als in Ostasien beheimatete Wildpflanze in Europäische Gärten und später auch stellenweise als Neopphyt in die Natur gefunden hat, ist mit ihren Rhizomen für solche Bedingungen wie geschaffen, und bietet nicht nur, wie > hier schon zu sehen war, Grünen Heupferden einen angenehmen Aufenthalt, sondern auch Nahrung für verschiedene nektar- und pollensuchende Insekten. In so einer grossen Blüte wirkt eine winzige Wildbiene noch kleiner.

Bevor sich die gelbe Blüte des Gewöhnlichen Ferkelkrauts Hypochaeris radicata in eine weissliche Pusteblume verwandelte, wurde sie von Wildbienen besucht, hauptsächlich von Schmal- und Furchenbienen, Sandbienen und Seidenbienen, aber auch Grosse Kohlweisslinge besuchen das Ferkelkraut gern. Ob der Boden trocken ist oder nicht, ist dem Kraut als ausdauerndem Tiefwurzler egal, und wer Lust hat und genug davon, kann Blätter, Knospen oder Blüten essen.

Gehörig abgefressen sieht auch die Magerwiesen-Margerite Leucanthemum vulgare aus: denen gefällt es dieses Jahr in meinem Garten überhaupt nicht, leider gibt es nur wenige und die Blütezeit war allzu kurz. Der Grüne Scheinbockkäfer Oedemera nobilis kann über die Gründe keine Auskunft geben, aber er und seine braund und graugrüne Schenkelkäfer-Verwandtschaft hält sich stattdessen vor allem an das Ferkelkraut.

Was macht eigentlich der Wilde Wein, der den abgestorbenen Stamm begrünen soll? Die Dreispitzige Jungfernrebe oder sogenannte „Mauerkatze“ Parthenocissus tricuspidata kommt bisher nur langsam voran, auch wenn sie zur Zeit auch mit Wasser versorgt wird, damit sie nicht durch die anhaltende Trockenheit allzu entmutigt wird. Doch trotz aller Ungeduld hat die Pflanze anscheinend gut gewurzelt und Halt gefunden.

Die Fotos sind vom 10. und 12. Juni 2018, im Garten, Lüchow im Wendland, Niedersachsen.

17 Gedanken zu “Blasses Raukengrün, dunkles Lavendelblau, Pusteblumen- oder Kleeweiss, Ackerwindenrosa, Taglilien-Braunrot, …

  1. Was alles Platz findet in deinem Garten ist schon erstaunlich! Die Schnecke ist toll eingefangen und auch der Lavendel sieht traumhaft schön aus! Diese Ackerwinden, die hätte ich gerne für den Balkon. So am Rankgitter 🙂 Tja, und der Natur ist es egal, ob was wächst oder nicht. Wenn nicht, bietet sie anderen Lebewesen ein zu Hause. Schön, daß die Sandbienen bei dir nisten. Wer läßt in seinem Garten solchen Wildwuchs zu wie du? Wohl nur die Wenigsten. Dabei ist alles so schön!!!

    Kann das Ferkelkraut auch Nässe ab? Ich weiß nicht, obs an der Trockenheit liegt oder daran, daß ich meinen Patenbaum regelmäßig gegossen habe. Schafgarbe und Ferkelkraut sind über ihre Rosette nicht hinausgekommen. Merkwürdig….

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    • Ja, da hast du recht, in allem. Bei den meisten, die Wildwuchs auch dem Grundstück haben, ist es keine Absicht, sondern andere Gründe, und das sieht man auch, und das Unanasehnliche, von Weitem Unordentliche ist es, was die Menschen im Kopf haben, wenn es heisst „Wildpflanzen zulassen“.
      Ferkelkraut ist eigentlich ein Alleskönner. Schafgarbe versagt dieses Sommer b isher auch bei mir kläglich, genau wie Margeriten. Ich rätsele auch.

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      • Die mochten wahrscheinlich den krassen Wechsel von Null auf Hundert nicht?! Ich dachte schon, es läge an meinen Gießkünsten… Auf die Idee, Wildkräuter nicht wild wachsen zu lassen kommen wohl die wenigsten…. Eine Bloggerin hat mal so schön Giersch zwischen ihren Rosen wachsen und blühen lassen. Ich bin heute noch begeistert, weil es so toll aussah. Bei dir ist es immer so schön bunt. Ich mag diese Überraschungsblühpakete 🙂

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        • Ich erinnere mich vage an die Rosen-Giersch-Kombination. So mutige Gartenfreunde sind leider selten. Giersch ist gar auch nicht so unbezwingbar, wenn man davon zum Essern erntet. Das Wildkräuter-Verspeisen ist bei mir im Garten zwar durch die Hitze und Trockenheit gerade recht eingeschränkt, weil kaum etwas nachwächst, aber wenn die Leute sich besser mit der Essbar- und damit Nützlichkeit auskennen würden, wären sie wahrscheinlich dem absichtlichen Wildwuchs zugeneigter.
          Schafgarbe hätte ich sonst auch in der Salatschüssel, aber du hast sicher den Nagel auf den Kopf getroffen mit deiner Vermutung, dass sie in der wichtigsten Entwicklungsphase ausgebremst und abgestoppt wurde.Wenn mal eine feuchtere Periode folgt, müsste sie aber noch nachziehen, denn eigentlich blüht Schafgarbe ja bis zum Frost.

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          • Das wäre ja schön. Es schmerzt schon, immer nur auf diese Rosetten zu starren. Die Tage habe ich aus Verzweiflung an der Baumscheibe den Großblumigen Ziest ausgebuddelt. Der wollte da einfach nix werden und stattdessen etwas blühendes gepflanzt. Einmal Polsterglockenblumen. An die hätte ich schon früher denken können und dann noch Cosmea. Bis die nachgesäten Blumen kommen, dauerts ja noch ein paar Wochen, seufz. Es blühte zuletzte fast nichts. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Schade auch um die Tüte Ringelblumensamen, die nichts geworden sind…

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              • Echt? Das ist ja megakrass! Bei mir war zwar was aufgelaufen, aber hat nur Miniaturbonsaigröße erreicht. Aber das gar nichts gekommen ist, wow! Vielleicht sollten wir mehr Flockenblumen und Wiesensalbei pflanzen, wenn das Klima zukünftig so bleibt. Das heißt, ich war schon kurz davor, die Baumscheibe mit Sedum vollzuknallen 😉

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                • Wir müssen uns wohl gedulden, denn die typischen Sommerblumen haben z.T. einfach bei dem Frühstart nicht mitgemacht. Die Flockenblumen knospen bei mir gerade, die jungen Gelbskabiosen beharren offenbar auch auf den Kalender und arbeiten auf den Juli als Blütemonat hin wie immer, und so scheinen es auch andere zu halten.
                  Meine persönliche Theorie ist, dass manche Pflanzen auf eine Kombination von Wärme und Wasser reagieren, „so ungefähr Sommer“ egal wann, und andere scheinen sich an einen fixen Zeitplan zu halten, der irgendwie mit der Tageslänge und Licht-Dauer gesteuert wird.
                  Mein Zeitgefühl ist ja auch seit Wochen schon irritiert, weil manchens nicht zusammenpasst. Da bin ich schon fast neidisch auf deren Coolness, erst dann aufzutreten, wenn das normal ist.

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                • Das hört sich plausibel an und die Bedürfnisse der Pflanzen sind ja recht unterschiedlich! Und das zarte Pflanzengrün des Frühjahrs kommt mit sommerliche Hitze sicher nicht immer zurecht…schau ma mal, was noch wann blüht!

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                • Eben gerade hat hier endlich mal ein richtiges Regenwetter angefangen, von dem ich hoffe, dass es neue Energien bei den Pflanzen freisetzen kann. So wie in der vergangenen Stunde hat es hier seit vielen Wochen nicht geregnet. Es bleibt spannend.

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                • Ja, hier regnet es auch seit eineinhalb Stunden. Jetzt schwächelts zwar, aber vorhin hat es richtig geschüttet. Lange habe ich mich nicht so sehr über heftigen Regen gefreut 🙂 Dann wünsche ich euch für heute ebenfalls schönstes Regenwetter zum Sommeranfang 🙂 !!!!

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                • Ist hier auch gerade vorbei, aber es wirkt trotzdem, als wäre es ganz ordentlich gewesen. Trotzdem hat es sich nach einer kurzen Sweatshirtphase bereits wieder auf T-Shirt-Temperaturen erwärmt. Wachstumsgünstig, hoffe ich.

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