Die Liebe zum Gelb

Die Liebe der Insekten zum Gelb und dass viele wilde Blütenpflanzen, die bei dem heissen, trockenen Wetter der vergangenen Wochen nicht „schlapp machen“ spricht dafür, ihnen im Garten Platz zu geben. Einige Beispiele:

Gemeine Sandbienen Andrena flavipes lieben den Kleinblütigen Pippau Crepis capillaris ganz besonders und er blüht seit Wochen unermüdlich nach. Sicher: er versät sich über seine kleinen Pusteblümchen unberechenbar wohin, aber lässt sich so leicht herausziehen, dass es wirklich kein Argument gegen ihn gibt. Essbar sind die Blätter auch. – 7. Juli 2018

Ein Bild von der Wiesen-Insel, mit Echtem Johanniskraut Hypericum perforatum zwischen trockenen Gräsern und mit einer Ackerhummel Bombus pascuorum an den Blüten: besonders Hummeln besuchen das Johanniskraut regelmässig und es hat eine ausdauernde Blütezeit. Das Bild ist vom 7. Juli 2018, aber es blüht immer noch.

Auch der Gewöhnlicher Hornklee Lotus corniculatus ist ein ausdauernder Insekten-Liebling, hier ist er mit einer Dunklen Erdhummel Bombus terrestris zu sehen, ganz unten noch einmal mit einer Wollbiene. Der Hornklee ist allerdings trockenheitsempfindlicher als die beiden Vorgenannten, darum gedeiht er am Fuss eines jungen Apfelbaums am besten, weil der extra Rationen Wasser bekommt, damit er die Äpfel nicht abwirft. – Foto vom 8. Juli 2018

Das umstrittene Jakobsgreiskraut Senecio jacobaea fliegt mir immer wieder aus der Landschaft in den Garten; viele Insekten lieben es, ganz gleich ob Hummeln, Falter, Schwebfliegen oder Bienen. Auf dem Foto vom 10. Juli 2018 hat es Besuch von einer Kleinen Keilfleckschwebfliege Eristalis arbustorum. Inzwischen ist es mit dem ersten Verfallen von Blüten, ausgestochen und entsorgt, wie die meisten der vielen Jungpflanzen alle paar Wochen mal.

Am Rainfarn Tanacetum vulgare entdeckte ich nach vielen Wochen den ersten Marienkäfer: einen Vierzehnpunkt- oder auch Schachbrett-Marienkäfer Propylea quatuordecimpunctata . Die Knopfblüten werden tagsüber gern von kleinen Sandbienen besucht und noch Kleineren, abends finden sich Federgeistchen ein, leider ohne Bild. – Foto vom 11. Juli 2018

Von den Nachtkerzen habe ich ja schon öfter geschwärmt, also muss ein Bild dabei sein: eine Gewöhnliche Nachtkerze Oenothera biennis mit Ackerhummel Bombus pascuorum im Anflug, vom 14. Juli 2018. Weil unsere Sommernächte so lange hell sind, fliegen die Hummeln bis spät in die letzte Dämmerung hinein; dann müssen sie sich nicht wie tagsüber in halbgeöffnete Blüten drängen, sondern werden von weit geöffneten, leuchtenden Blumen empfangen.

Es ist nur ein Kleiner Perlmuttfalter Issoria lathonia und er verdeckt fast die für ihn kleine Blüte vom Ferkelkraut Hypochaeris radicata, aber ich sah ihn zielsicher von einer dieser Blüten zur anderen fliegen, das war gestern, am 19. Juli 2018. Ackerstiefmütterchen oder andere Stiefmütterchen für den Raupen-Nachwuchs habe ich derzeit leider kaum anzubieten, denn denen hat die Trockenheit so zugesetzt, dass ihnen meine Wassergaben nicht genügt haben.

Wie oben angekündigt, kommt noch einmal der Hornklee Lotus corniculatus dran, mit einem Foto von heute, dem 20. Juli 2018, auf dem eine gerade nach Schwebfliegenart im Schwirrflug verharrende und laut summende Garten-Wollbiene Anthidium manicatum zu sehen ist. Diese Wildbienenart habe ich ganz besonders gern, irgendetwas an ihr amüsiert mich.

Alle Fotos im Beitrag sind zwischen dem 7. und 20. Juli aufgenommen, im Garten, Lüchow im Wendland, Niedersachsen.

5 Gedanken zu “Die Liebe zum Gelb

  1. Für manche Menschen ist es Unkraut, für mich sind es Blumen. Ich freue mich, dass sich die Nachtkerzen hier überall aussäen. Sogar in den Zwischenräumen der Pflastersteine am Haus entlang. Wehe, wenn sie jemand rausreißen würde… …das Jacobskreuzkraut wächst hier auch an einigen Stellen. Ich vernichte es regelmäßig, obwohl ich es eigentlich schön finde und auch, wie Du schon geschrieben hast, die Insekten es aufsuchen. Allerdings ist es im Heu oder auf der Wiese gefährlich für die Pferde.

    Ansonsten ist der Kräutergarten immer eine gute Anlaufstelle für alle Insekten. Mein blühender Oregano und das blühende Bohnenkraut wird fleißig angeflogen. 🙂 – und auch die Katzenminze wird nicht nur von der Katze besucht… ^^

    Schöne gelbe Fotos. 🙂 Jeder sollte so eine Wiese im Garten haben.

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  2. Eine schöne Gelbarie 🙂 Den Hornklee hätte ich ja gerne zu meinen anderen Kleesorten und beim Ferkelkraut frage ich mich, ob ich nicht doch den Pippau unterm Baum habe (was für Namen!). Die Blüten sehen sich zu ähnlich. Nein, ich glaube, es ist doch das Ferkelkraut. Jedenfalls scheint es zu stimmen, daß gelbe Blumen bei den Insekten hoch im Kurs stehen und du hast in deinem Garten erfreulicherweise mehr als genug davon 🙂

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