Wismar (4) – an der St. Georgen-Kirche

Die St. Georgen-Kirche von Wismar ist selbst ohne eigenen Turm so gross, dass ich sie entweder nur aus der Entfernung fotografieren konnte > hier , oder aus so grosser Nähe, dass die Kamera zu heftig stürzenden Linien zusammenzieht, was so mächtig nach oben strebt: allein schon die Gewölbehöhe des Quer- und Hauptschiffes beträgt 35 m.

Der früheste Baubeginn des „Neubaus“ der jetzigen St. Georgs-Kirche ist auf 1295 datiert, Langhaus und Querhäuser wurden ab 1404 errichtet und 1594 fertiggestellt; der gleichzeitig begonnene Turm dagegen blieb aus Geldmangel unvollendet. So wurde die St. Georgen-Kirche eine der größten gotischen Backsteinkirchen Norddeutschlands beim Raumumfang, die höchste Kirche ist sie mangels Turm nicht geworden, was der Kirche aus der Ferne die Anmutung einer Festung verleiht.

 

Durch Bombenschäden 1945 verfiel die Kirche zur Ruine. Viele Teile der über den Krieg geretteten Ausstattung wurde später mutwillig zerstört, andere auf die Kirchen von Wismar verteilt. Orkan ‚Daria‘ brachte 1990 auch noch den Nordgiebel zum Einsturz, führte aber letztendlich ab dem Jahr zum Wiederaufbau mit dem Ziel, das Erscheinungsbild vor dem WK II wieder herzustellen. Die Bausanierung gilt seit Mai 2010 als abgeschlossen, aber als ich vorbeikam, waren gerade jemand mit dem Ausladen und Hineintragen von Holz beschäftigt.

 

Sehr beeindruckt hat mich ein Bericht über die Geschichte vom Bau zu Zeiten der Hanse, als drei solcher Kirchen-Grossbaustellen nebeneinander die Stadt prägten. Die Beschreibung der Finanzierungsmethoden in der Vorreformationszeit und der Wiederherstellung in der jüngsten Zeit in Wort und Bild sind sehenswert im „Magazin Monumente“, dem online-Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz e.V. > hier.

Die Kirche wird nun überwiegend für Kulturveranstaltungen genutzt. Auf dem Stumpf des unvollendeten Turms gibt es eine Aussichtsplattform, sie war kurz vor zehn Uhr morgens aber knapp noch nicht geöffnet und insgesamt hatte ich einfach für Wismar zuwenig Zeit, und so beschloss ich, nicht zu warten, sondern weiter zu gehen, denn auf dem Marktplatz sollte ein kleines Spektakel zum Schwedenfest ablaufen, das ich auch gern sehen wollte.
Davon und vom Weg dorthin wird es Fotos in den nächsten Beiträgen geben. – Diese Fotos sind vom Morgen des 18. August 2018, Wismar, Landkreis Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in den Galerien anklicken.

4 Gedanken zu “Wismar (4) – an der St. Georgen-Kirche

  1. Wuchtige Bauten. Ich mag ja diese Backsteingotik. Auch die Verzierungen über dem Türbogen sind toll. Deine Fotos von unten sind klasse. Nicht umsonst heißt es, ich fühle mich erschlagen 😉 Drei Riesenbaustellen gleichzeitig kann man sich kaum vorstellen. Drei mal Elbphilharmonie oder was???

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