Zwischen Feld und Wegrand

In der Lokalzeitung las ich, dass noch diesen Herbst Bauarbeiten angesagt wären für einen ganze bestimmten befestigten Feldweg, einen Teil unserer täglichen Hunderunde. Was das bedeutet, kann man sich denken, wenn man an anderer Stelle schon gesehen hat, wie wenig sensibel mit den angrenzenden Wegrändern, sprich Baum- und Strauchbeständen entlang der zu bearbeitenden Strecke da herangegangen wird. Weil die Sonne so schön vom blauen Himmel schien, nahm ich die Kamera mit und fotografierte zwischen abgeernteten Feldern und Wegrand, auf anderen Teilen „unserer Runde“ natürlich auch:

Wie schon zu den Bildern des letzten Spaziergangs geschrieben, ist in diesem Jahr positiv zu bemerken, dass viele Feldgehölze vorangegangenen im Spätwinter vom Heckenschnitt-Wahnsinn der Gemeinde verschont worden sind, weshalb sie in diesem Jahr endlich mal wieder blühen und fruchten konnten: es ist ja fast immer nur das vorjährige Holz dazu in der Lage. In diesem Jahr tragen die Weissdornsträucher Crataegus endlich wieder rote Beeren (Bild 2) und, obwohl vielfach verschrumpelt oder abgerieselt, gibt es Beeren am Schwarzen Holunder Sambucus nigra (Bild 3), Schlehen Prunus spinosa tragen blaue Früchte (Bilder 6 + 7) und Hundrosen Rosa canina haben reichlich Hagebutten angesetzt (Bild 8).
Weil die anhaltende Dürre jedes Wachstum unterbunden hat, wurden auch die sonst so bis an die Feldgräben heran malträtierten Wegränder einige Wochen lang nicht gemäht, so dass sogar die dort wachsenden Ackerbeeren Rubus caesius eine Chance hatten, Blüten und Beeren zu bekommen (Bild 12).
Zusammen mit den reichlich zapfenbehängten Hopfenlianen Humulus lupulus (Bilder 5 + 9) ein erfreuliches Bild, eigentlich, denn etwas fehlte ganz auffallend bei diesem Spaziergang: Vögel und Insekten, von grösseren Tieren ganz zu schweigen. Alles war still.
Weshalb hätten sie sich auch auf diesen Flächen aufhalten sollen? Die Blühstreifen sind mit der Ernte verschwunden, und so ist es kein durch Auswahl von Fotos bedingter Zufall, dass es nur Bilder von Sträuchern, Bäumen, einigen vertrockneten Gräsern und sonst nur staubigem, trockenem Ackerboden gibt unter den Fotos vom 25. September 2018 in der Feldmark zwischen Lüchow und Wustrow im Wendland, Kreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

15 Gedanken zu “Zwischen Feld und Wegrand

  1. Es wirkt manchmal schon irritierend, wenn nichts los ist auf den Wiesen und Wegrändern.
    Mir ist das in Südtirol im Mai aufgefallen, als wir durch Hecke und wald gingen.

    Wenn man im Sommer über Wiesen schaut mit reichlich wilden Blumen, dann wundert man sich über die wenigen Hummeln, Bienen oder Fliegen. Ab und an flattert ein Kohlweissling weit entfernt über die Fläche.
    Eigentlich müsste es wimmeln von ihnen
    Schöner „Kulturweg“ im 1. Bild..

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    • Ja, ich denke, man hat so ein inneres, aus Erfahrungen gebildetes Gefühl dafür, wie es eigentlich „richtig“ wäre, und das noch zu verschiedenen Tageszeiten.
      Der Weg ist derjenige, um dessen Baumreihe ich gerade ein bisschen bange, falls der nicht nur ausgebessert, sondern wegen der neuen, viel breiteren Maschinen auch verbreitert würde. Wir haben sowieso so wenig Bäume und Hecken in diesem Bereich des Landkreises. Wenige Kilometer weiter ist es ganz anders, aber meine Fuss-Runden sind eben diese.

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  2. Hoffentlich bleibts erhalten, daß sieht nämlich hübsch aus, der Wegesrand. Ja, vermutlich ist da für die Tierwelt tatsächlich kaum was zu holen, ich finde es aber zufälligerweise zur Zeit auch recht still, was die Vogelwelt hier angeht. Ein paar Meisen lassen sich jetzt mal wieder sehen und die Tage hörte ich früh morgens Drosseln zetern, die ich seit Mitte Juli nicht mehr gesehen habe. Das Rotkehlchen kommt auch schon eine Weile nicht mehr. Ich frage mich, ob die alle Urlaub machen und hier ist es ja nicht so kahl, wie bei dir. Die scheinen gerade anderen Aktivitäten nachzugehen. Aber ich schätze, daß sie bald wieder vermehrt kommen. Immerhin war das Futter endlich mal wieder weg. Das war eine Woche lang nicht so. Naja, die Nächte werden kälter…

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    • Es ist wirklich der eklatante Futtermangel der sie vetreibt, sowohl die Pflanzenkost suchenden als auch die Insekten fressenden Vögel. Dass sie bei mir im Garten so zahlreich herumfliegen liegt an meiner durchgehenden Fütterung, dieses Jahr zum ersten Mal, weil es eben insgsamt so elend ist.
      Gestern war nach dem ein Rotkehlchen unterwegs. Man wird sehen wie der Winter wird, aber ich rechne mit Andrang beim Futter, es kommen ja auch Strich- und Zugvögel dazu, die sich den Stammgästen anschliessen, aber „draussen“ sieht es für all die durchziehenden Feld-Vögel richtig schlecht aus.

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      • Man wird sehen. Ich füttere ja auch, aber zwischenzeitlich war einfach nichts los. Es ist überhaupt relativ ruhig hier, aber die vielen Vögel werden nicht alle von dannen gezogen sein…ich wüßte nicht, wohin! Kürzlich hatte ich ein paar Eicheln mitgenommen und sie hier hingelegt, bis ich die Tage sah, daß sie Proteinhaltig sind 😉 Entweder ist der Inhalt dann weggefressen oder die Tiere bekommen gleich etwas Eiweiß obendrauf. Tja, wir wissen ja noch nicht mal, obs einen Winter gibt oder ob wir im Bikini durchfeiern können. Hier schüttet es seit gestern mal. Endlich der langersehnte Regen!

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  3. Bei uns ist es auch so, was die einen Pflege nennen, nenne ich Kahlschlag, wenn Sträucher 20 cm über dem Boden abgeschnitten werden. Komisch, wenn es um herumliegenden Müll geht, ist das Bedürfnis nach Ordnung nicht so groß, wenn aber mal ein paar Pflanzen etwas größer werden, wird das gleich als sehr störend empfunden.

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    • Ab und zu muss es wohl sogar bei einigen Hecken auch sein, damit sie innen nicht verkahlen, sogar bei meinen geliebten Schlehen, aber nicht öfter als alle 8 bis 10 Jahre, und quadratkilometerweise alles gleichzeitig umzulegen ist der grösste Schwachsinn.

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