Blaumeisen und Nachtkerzen

Blaumeisen und Nachtkerzen standen bisher für mich in keiner Verbindung, bis ich am Sonntagvormittag aus dem Fenster sah und bemerkte, dass die cleveren kleinen Blaumeisen schon wieder etwas dazu gelernt haben. Die Blaumeisen Cyanistes caeruleus haben die reifen Samenstände der Nachtkerzen Oenothera biennis für sich entdeckt.
Erst war es nur eine, aber inzwischen habe ich schon mehrere Blaumeisen an verschiedenen Stellen im Garten dasselbe tun sehen: die hohen Stängel herauf und herunterkletternd in den vielen kleinen Samen-„Tütchen“ herumstochernd.

2018-10-28 LüchowSss Garten Blaumeise (Cyanistes caeruleus) an Nachtkerzen (Oenothera biennis) (1)

Bis dahin waren die einzigen Gäste im Garten, die sich für diese Sämerei interessiert hatten, ein Trüppchen Birkenzeisige im vorigen Winter gewesen > hier . Während insgesamt drei Wintern, seit sich die Nachtkerzen im Garten herumtreiben, habe ich diese Beobachtung mit Blaumeisen (oder anderen Vögeln) noch nicht machen können. Anscheinend ist nicht alles Instinkt und selbstverständlich, was Blaumeisen als Futter erkennen.

2018-10-28 LüchowSss Garten Blaumeise (Cyanistes caeruleus) an Nachtkerzen (Oenothera biennis) (4)

Im Web gibt es zu „Blaumeisen + Nachtkerzen“ kaum etwas zu finden, auch wenn der NABU Nachtkerzensamen in seiner ganz allgemeinen Liste geeigneter Wildpflanzen zum Selbstsammeln von Winterfutter für Wildvögel aufzählt. Leute aufzufordern, für die Gartenfütterung daheim den Vögeln in der Landschaft das Futter wegzusammeln – gute Idee?
Nachdem ich fertig war mit Kopfschütteln fand ich endlich bei Dagehtwas, dass bei ihr im Beitrag > Die rätselhafte Rosettenpflanze – Teil 3 auch die kleinen Cleverle mit der blauen Mütze an den Nachtkerzen zugange waren.

2018-10-28 LüchowSss Garten Blaumeise (Cyanistes caeruleus) an Nachtkerzen (Oenothera biennis) (3)

Auf jeden Fall sind die Nachtkerzen mit ihrer unermüdlichen Kraft, Insekten und Vögeln Nahrung zu bieten und dem Auge immer noch Blüten, wenn andere Blumen schon aufgeben, einer der Hauptgewinne in meinem Garten, da ist mir gleich, ob Zier- oder Wildpflanzen, bereits seit der letzten Eiszeit in Europa heimisch oder erst „nach Kolumbus“.

Foto vom Vormittag des 28. Oktober, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

33 Gedanken zu “Blaumeisen und Nachtkerzen

    • Blühen sie bei dir noch ein bisschen, Nadia? Hier bekommen die hochgewachsenen, mit Samen“tütchen“ dicht besetzten Stängel oben immer noch neue, kleine, gelbe Blütenkrönchen.

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      • Hier blühen sie noch, also in Ostbayern. Insbesondere an einem Bach in der Nähe. Ich nehme, an, es sind die letzten Tage. Übrigens hat heute Nacht der Wind mein Futterhaus umgeworfen! Das muss ich heute wieder aufbauen 🙂

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        • Sie haben bei mir in den vergangenen beiden Wintern zuvor noch bis in den Dezember geblüht, auch Frost zum Trotz, aber bei dir ist es sicher bald wieder viel winterlicher als bei uns.
          Meine Häuschen stehen deshalb auf steinbeschwerten Gestellen, so wie > hier, weil wir in der ersten Reihe zum immer windigen Feld stehen.
          Die Ständer mit den Anhängern sind mit 5 Punkten im Boden verankert, letztes Jahr definitiv sturmerprobt. Da hatte ich dir Häuschen noch dort mit angehängt, wie > hier zu sehen, aber ich glaube, wie es jetzt ist, stehen sie ruhiger.

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    • Genau das ist auch meine Ansicht. Absurd in dem Zusammenhang, dass man in einem Atemzug auf der Webseite auch wieder die Wildvogelfütterung der Standvögel für falsch erklärt, weil durch die gestärkten Stammgäste die erschöpften Zugvögel benachteiligt würden – zuhause im Garten fallen auf ein mal Zugvögel ein, obwohl draussen in der freien Landschaft so viel Futter ist, dass es ausreicht, um zum Sammeln von Gratisfutter zu dienen? Gerade von einem Naturschutzbund erwarte ich mehr Logik.

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  1. Danke für´s Verlinken! Als ich bei mir die Meisen an den Samenständen der Nachtkerzen beobachtet habe, habe ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht, dass das was besonderes sein könnte. Aber klar! Eigentlich kommt diese nordamerikanische Pflanze ja gar nicht bei uns vor! Die Meisen müssen also wohl gelernt haben, dass es dort ordentlich was zu holen gibt.
    Dein Kopfschütteln über die NABU-Empfehlung kann ich sehr gut verstehen. Wenn es denn in Feld und Flur schon Samenfutter für die Vögel gibt, sollte man das nicht auch noch absammeln. Das Problem ist ja, dass es zu wenig ist! Also muß man dazugeben, nicht umverteilen. Komische Logik vom NABU. Da haben die Vogelspezialisten Großbritanniens uns echt was voraus.

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    • Stimmt, letzteres ist mir auch schon aufgefallen. Mir kommt vor, „die Deutschen“, obwohl ich Verallgemeinerungen nicht wirklich gutheissen, haben eine stärkere Tendenz zum allgemeinen Massregeln, auch wo es um Natur geht, die doch ständig in Bewegung und Veränderung sein sollte, um eine Chance auf einen allgemeinen Fortbestand zu haben. Die vom Menschen ursurpierte „Krone der Schöpfung“ haben manche „Naturschützer“ jedenfalls immer noch auf.

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