So spät noch unterwegs

Heute nicht, natürlich: draussen vor dem Fenster herrschen Minustemperaturen, aber nur drei Tage zuvor war es vormittags warm genug um diese beiden Wespen und eine Feldschwebfliege herauszulocken an das sonnenbeschienene, nach wie vor goldgelbe Blätter tragende Weinspalier mit den beiden spanischen Rebstöcken auf der Südseite des Hauses:

Wie ich beim näheren Hinsehen feststellen konnte, handelte es sich sogar um Angehörige gleich zweier verschiedener Arten, die im Sommer sicherlich nicht nur auf dem warmen Eichenholzpfahl gesessen, sondern auch daran geraspelt hätten, aber davon war nichts zu hören. Vielleicht gab es etwas anderes, für mich Unsichtbares auf dem Holz zu finden.

Die erste Wespe, die sowohl dunkle Zacken als auch Punkten auf der gelben Jacke trägt, ist eine Deutsche Wespe Vespula germanica. Ihre Aktivitäten, wie auch die ihrer „Kollegin“, der Gemeinen Wespe auf dem unteren Wespenfoto, können – je nachdem, wo der Ausgangspunkt von Beobachtungen liegt, unterschiedlich angegeben – zwischen Mitte Oktober enden oder, unter klimatisch günstigeren Bedingungen, tatsächlich bis Mitte November noch andauern.

Beide Wespen, auch diese Gemeine Wespe Vespula vulgaris auf demselben Holzpfahl, schienen mir normal gross, wie Arbeiterinnen, die durchschnittlich zwischen 11 und 14 mm lang sind. Im Vergleich mit der nahe dabei sitzenden Mondfleckschwebfliege Eupeodes lapponicus vom nächsten Foto, deren Körperlänge mit 10 bis 12 mm angegeben wird, schienen beide Wespen ähnlich gross, nicht „queensize“.

Die Mondfleckschwebfliege Eupeodes lapponicus bevorzugte es, auf dem Weinblatt in der Sonne zu sitzen. Begattete Weibchen dieser Art überwintern. Die Imagos ernähren sich von Pollen, bevorzugt von Doldenblütlern, da kann es diesem mutmasslichen Weibchen an dieser Stelle wohl nur um die Eigenschaften des Weinblatts als Sonnenbank gehen.

Wie zuvor schon erwähnt, sind die heute aktuellen Temperaturen frostig, und auch jetzt, wo es schon auf die Mittagsstunde zugeht, hält sich der Reif hartnäckig im Garten – heute wird es wohl kein Flugwetter mehr geben.

Fotos vom Mittag des 15. November 2018, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

8 Gedanken zu “So spät noch unterwegs

    • So verhält es sich mit vielen Insektarten in diesem Jahr, dass man die im Web aufzufindenden Flugzeiten nicht mehr als unzweifelhafte Kriterien hernehmen kann.
      Die Gegebenheiten sind Bewegung und die Flora und Fauna mit ihnen. Nur das menschliche Bewusstsein für die Notwendigkeiten hinkt hinterher.

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