Aufpasser

Hier sind noch einmal die grossen Aufpasser bei der Schafherde zu sehen, diesmal leider ohne Schafe im Bild:

2019-02-01 LüchowSss unterwegs Herdenschutzhunde

Seit dem > 28. Januar sind wir mehrfach an ihnen vorbeigekommen. Natürlich kommen die beiden Herdenschutzhunde immer noch beim Unterschreiten einer gewissen Distanz zur Weide zum Zaun gerannt und bellen lautstark, wenn Bongo und ich des Weges kommen, das ist nun mal ihre Aufgabe. Aber man merkt, dass sie anscheinend schon bemerkt haben, dass von uns kein grösserer Stress zu erwarten ist, ihr Bellen klingt auf einmal anders, als gäbe es eine Art Check für den Wechsel zum Dienst nach Vorschrift mit Aufpassergebell statt aggressiven Alarms, während sie uns den Zaun entlang eskortieren. Auch Bongo weiss nun schon vorher, dass er nicht auch bellen soll und ich ihn auf der anderen, ihnen abgewandten Wegseite neben mir haben will. So kam es, dass die beiden Schönen heute am Ende sogar aufhörten zu bellen.
Foto vom 1. Februar 2019 bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

16 Gedanken zu “Aufpasser

  1. Prächtige Hunde! Bei uns sehen sie verzottelter aus, sind noch größer und ebenfallls großartige und im Grunde außerordentlich friedliebende Hunde. Mein Hund Tito hatte einen solchen Freund, der sprang immer über die Einfriedung und ging mit ihm spazieren. Einmal an einem Regentag – wir waren oben im Dorf zu Besuch – waren die beiden wieder zusammen unterwegs. Auf dem Rückweg fing Tito an, merkwürdig zu gehen, ich dachte, es wäre der Regen, aber er brach zusammen. Ich schleppte ihn ein Stück, rannte heim, holte das Auto und fuhr die zehn Kilometer nach Kalamata, fand den Tierarzt grad bei einer Operation, aber er versorgte meinen Hund, hängte ihn an einen Tropf. Vier Stunden lang kämpfte er, zerbiss sich die Zunge, lag an meiner Brust, Herz an Herz. Der Arzt wollte aufgeben, da kam Tito langsam zu Kräften. War noch ein junges Tier. Er überlebte, aber sein Freund blieb verschwunden. Er war so ein großer feiner Kerl! Vermutlich brauchte das Gift bei ihm länger, drum war mir an ihm nichts aufgefallen, als ich Tito einsammelte.

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  2. Das sind wunderbare Hunde und mit Beruf… Ich habe mich in den Pyrenäen in die dortigen Hütehunde verliebt, die kamen manchmal sogar eine Streicheleinheit abholen. Seit dem möchte ich so einen Hund haben, aber ohne was zum Hüten, wäre dem bestimmt langweilig.

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    • Bongo ist ein Balkan- Mix mit Herdenschutzhundanteil, womit man bei Hunden aus bei Tierhilfeprojekten rechnen muss.
      Die Tierheime sind voll mit solchen Hunden, die von überforderten Hundeliebhabern wieder abgegeben wurden, denn diese Spezialisten haben Eigensinn im Blut, das sogar schon mit nur vererbten Anteilen einen Hund „schwer erziehbar“ macht und nicht für jede Umgebung geeignet.
      Wenn man sich darauf einlässt – und ich bin in den zuweilen sehr klugen Eigensinn durchaus verliebt, auch wenn er an kompromisslose Sturheit grenzt – braucht man extrem viel Zeit für ihn und kann den Hund nicht mal eben irgendwo von jemand anderem betreuen lassen, weil er „eh brav ist“.
      Wo einer mit „Herdi-Blut“ nicht aus positiver Prägung einsieht, dass etwas getan werden muss, tut er es nicht, auch nicht, wenn der Besitzer oder Begleiter im Dreieck springt.
      Ist man als Hundebesitzer ein Erstling und muss den „Hundeführerschein“ mit einem solchen Hund machen, ist die Wahrscheinlichkeit, nach deren Maßstäben zu versagen, extrem hoch, selbst wenn er eigentlich gut hört, denn die Vorschriften tolerieren nicht, dass sich ein Hund Zeit nimmt zur Ausführung von Kommandos, oder ein „bei Fuss-gehen“ interpretiert als „nah dabei bleiben“ – mehr ist, wenn man aufrichtig ist, im Alltag eigentlich nicht nötig, aber die Vorschriften-Entwickler haben hundertprozentiges Befolgen und absolute Unterwerfung als Werkzeuge der Sicherheit im Kopf, nicht Einsicht in die Umstände durch den Hund.
      Wer meine Berichte über Bongo liest, findet viel Lob von mir für seine Einsicht und eigenständiges Ausführen von Gelerntem, ohne dass es ein Kommando geben muss, aber das ist eben nur ein Teilaspekt dieser Charaktere, die allein Herden bewachen und auf sich selbst aufpassen müssen, und sich ihr Futter suchen, ohne sich am Vieh zu vergreifen.
      So, das war lang, aber wie kann man da mittendrin abkürzen?

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