„Goslar“ – Zeichenübung Nr. 17

Die erste Tasse, die ich in meinem Leben zu zeichnen versucht habe, findet sich im Blog zur Frage > „Kaffee oder Tee?“, eine Kritzelei von 1981, die ich da verwendet habe. Hier ist meine zweite Tasse, eine kleine Mokkatasse, auch alt, aber diesmal die Tasse, denn das Bild ist von heute, aber das Dekor „Goslar“ stammt aus den 30er Jahren. Das Tässchen selbst und seine Tassengeschwister tragen einen Stempel „V & B, M, Made in Sarre, Goslar“ auf der Unterseite aus dem Zeitraum zwischen 1949-’59 Jahren. Zusammen mit Untertellern und Kännchen sind sie eine kleine Flohmarktliebe :

Mokkatasse „Goslar“ – Buntstifte auf Papier, Übung Nr. 17

Ausgeschrieben bedeutet die Stempelung „Villeroy & Boch, Mettlach, Saarland“ und den Namen des Dekors, benannt nach der Stadt im Harz, Goslar. Zwischen 1949 und 1959 war den Herstellungsbetrieben im Saarland, damals Teil der französischen Besatzungszone, untersagt, weiterhin die Produkte mit „Made in Germany“ zu markieren, es musste „Made in France / Sarre“ oder kurz „Made in Sarre“ verwendet werden. Auch als das Saarland zum 1. Januar 1957 der Bundesrepublik beitrat, bestand die wirtschaftliche Angliederung an Frankreich noch bis zum 5. Juli 1959. Mein nicht ganz vollständiges kleines Mokkaservice ist also mindestens sechzig Jahre alt. Obwohl es den Namen der niedersächsischen Stadt im Harz trägt, fand ich es auf dem Stadtflohmarkt in Neusiedl am See, im Burgendland, Österreich. Nicht, dass ich nicht schon mehr als genug Tassen im Schrank gehabt hätte, aber ich fand es so hübsch und viel gekostet hat es auch nicht. Meistens trinke ich ja Milchkaffee aus extragrossen Tassen, aber manchmal mag ich es auch zierlich.

9 Gedanken zu “„Goslar“ – Zeichenübung Nr. 17

  1. In Goslar habe ich das Licht der Welt erblickt, es war eine bezaubernde Kinderstadt mit seinen Fachwerkhäusern, den kopfsteingepflasterten Staßen und den dunklen Tannenwäldern in erreichbarer Nähe.
    Als ich 13 Jahre alt war, verschlug es meine Eltern in die Frankfurter Gegend und darüber bin ich im nachhinein sehr froh, denn ich möchte das, was hier geboten wird in fast allen Bereichen nicht mehr missen. Goslar war und ist nur Touristenattraktion.
    Dass es eine Geschirrserie mit diesem Namen gab, war mir unbekannt.
    Dir noch viel Freude an diesem kleinen weitgereisten Fundstück.
    Lieber Gruß vom Dach, Kain

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    • Vielen Dank, Karin. früher, als Kind war ich mit den Eltern ab und zu im Harz, auch mal in Goslar, und fand es sehr hübsch, aber das war vor der heutigen, rummeligen Art von Harz-Tourismus. Auch seit ich das Geschirr gekauft habe und danach zum ersten Mal im Web gesucht hatte, hat sich im Web einiges in der Hinsicht getan, inzwischensind alle Teile des handbemalten Geschirrs leicht zu finden und vor allem: auf den üblichen Gebrauchtwaren-Börsen auch zusammenzukaufen, dass man direkt in Versuchung kommen könnte, hätte ich nur nicht ein anderes, jüngeres Service derselben Firma durch den Tod der Schwiegereltern mehr als ausreichend im Schrank.
      Abgesehen davon bin ich trotz bzw. wegen etlicher Grossstadtjahre eine Freundin der abgelegenen Regionen geblieben.

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  2. Wie man das Dekor „Goslar“ nennen konnte, ist mir rätselhaft. In der damaligen Zeit sicherlich ein attraktiverer Name als „Völklingen“. Und wenn es V&B damals im „Reich“ verkaufen wollte (so wurde die BRD von Saarländern zu der Zeit noch genannt), mußte wohl so eine Bezeichnung sein.

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  3. Wieder ein hübsches Stück mit sympathischem Dekor toll gezeichnet! Erinnert mich jetzt ein wenig an charmante Kinderbuchdarstellungen. Welcher Zeit kann ich gerade gar nicht sagen. Schön!

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    • Das mag der Grund dafür gewesen sein, weshalb ich die Tässchen und ihre kleine Kanne so unwiderstehlich fand.
      Mit einer zeichnenden Freundin hatte ich früher mal angesichts unserer sehr verschiedenen Lieblings-Optiken die Theorie entwickelt, evtl. von Kinderbüchern beeinflusst zu sein. Darauf hin haben wir die Illustrationen in unseren Märchenbücher verglichen, und das hätte schon gepasst. Meines war älter als ihres, mit runderen Formen, bei ihr waren die Bilder strichhafter, offener. Wer weiss?

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