Von gedanklichen Zaunwinden und Passionsblumen

2019-02-10 Apo3D-190210-34 tiefer und tiefer

… und es geht tiefer und tiefer in der Erinnerungsspirale, so spiegelt es mir auch die Apophysische Sphinx, kaum dass ich heute das Apophysis-Programm geöffnet habe.

Es gibt Tage in der Blogosphäre, die treiben an ganz verschiedenen Stellen spiralige Ranken wie Zaunwinden, die sich an meine Gedanken knüpfen, wie an einen Maschendrahtzaun, und dort blühen sie hinein …

Zaunwinden: mit ihren weichen weissen Blüten, die sich beim Schnuppern um die Nase legen, verhalten sie sich genau wie Kindheitserinnerungen es lange Zeit tun, vielleicht sind sie mir deshalb zuerst eingefallen. Auch dass kleinste Wurzelstückchen dieser Pflanze immer wieder austreiben, passt in meine Vorstellung vom Vergleich.

Das Bild der Apophysischen Sphinx lässt mich mit seinen dunklen Strahlenlinien eher an Passionsblumen denken, und das Wort „Passion“ findet sofort zu weiteren Assoziationen, die bei mir nicht religiös verortet sind, sondern an allem zupfen, was tiefe, widerstandslose Gefühle bedeuten können.

Die exotischen Kletterpflanzen, aus deren Ranken ganz ähnliche grüne Spiralen kringeln, um Halt zu finden, wie bei der Zaunwinde, um so im Wachstum fortzuschreiten, tragen offene, wenn auch komplizierte Blüten und geniessbare, süsssaure, kernige Früchte mit harter Schale: das entspricht meiner Vorstellung vom erwachsenen Blick in den eigenen Gedankengarten, um zu sichten, was Flugsamen brachten, oder was vorsätzlich dort gepflanzt wurde.

Kann sein, ich habe mich gerade in all den Ranken und Windungen der Vergleiche verheddert, nichtsdetsotrotz sind ihre Blüten denen gewidmet, die gerade ebenfalls an ihren Erinnerungen schnuppern.

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7 Gedanken zu “Von gedanklichen Zaunwinden und Passionsblumen

  1. Die Passionsblume heißt hier einfach: ρολόι, Uhr. Und irgendwie passt das ja auch ganz gut zu deinem Thema. Die Uhr, die man rückwärts laufen lässt … immer rückwärts bis zu einem Punkt, an dem die Spirale begann. War dieser Punkt Eins oder war es Null?

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  2. Gerade gestern an Vergangenheit gezupft…ich traf dabei gleich eine ganze Kette an Leuten, die mir viel bedeutet hatten und die ich seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hatte.
    15 Jahre sind eine lange Zeit, man ist weitergegangen und dennoch wird man festgemacht an dem, der man mal war. Bitter ist das, aber unvermeidbar wohl.
    Jetzt stieben diese gestrigen Stunden in mir durcheinander und formen wohl dabei ein neues „Vermächtnis“

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    • Im vorigen Sommer hatte ich ein ganzleisemurmel vierzigjähriges Klassentreffen, da war es genau so, wie du es erlebt hast. Vorher war ich nie dabei, also nach so langer Zeit offen für alles und jeden, aber einige der angetroffenen Personen schienen sofort das alte Rollenmuster aufzunehmen. Da kann man sich nur unter den Übrigen angenehmere Gesellschaft suchen.
      Es gab auch eine unerwartet positive Begegnung mit jemandem, den ich seit dem Abschluss nicht gesehen hatte. Wir konnten uralte Spannungen, die seit der Grundschulzeit bestanden hatten, auflösen und als heutige Persönlichkeiten neu anfangen. Er war der mir sympathischste Mensch an diesem Tag und im Nachhinein die einzige Begegnung, die es wirklich wert war, dabei gewesen zu sein Es hängt immer von den Einzelpersonen ab, niemals von der Zeit, die angeblich alle Wunden heilt.
      Ein neues Bild formt sich von so einem Treffen tatsächlich, wenn man alles Revue passieren lässt,

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