Wühlmäuse mögen Königskerzen?

Gerade habe ich das nächste Wühlmausopfer im Garten entdeckt, diesmal ist es eine junge Kandelaber-Königskerze Verbascum olympicum , rechts im Bild. Auch diese Kandelaber-Königskerze hätte kommenden Sommer blühen können, die im vorigen Juli dorthin versetzte, nur handflächengrosse Rosette war schon so gross wie ein Pizzateller.

2019-02-13 LüchowSss Garten - Wühlmaus-Löcher und abgefressene Kandelaber-Königskerze

Dabei hätte sie im Sommer so schön werden können, wie die Mutterpflanze > hier. Stattdessen wurde auch sie, genau wie die Kleinblütigen Königskerze, die ich vorgestern als erstes Opfer entdeckte, siehe Beitrag > Gefressen, von unten herauf bis zu den Blatträndern abgenagt, die dann trügerisch auf dem Boden liegenblieben, als wäre nichts geschehen, bis der Wind oder etwas anderes einzelne Blätter lüftete und damit meine Aufmerksamkeit erregte.
Links im Bild sieht man, vor allem, wenn man es zum Vergrössern anklickt, noch mehr Löcher, auch verdächtig nah an Königskerzen-Jungpflanzen.

Dass ich keine Kaiserkrone Fritillaria imperialis mehr in diesem Gartenbereich haben will, weil die mit ihrem Gestank auch oberirdisch zu fies ist und ausserdem unterirdisch nur einen meterkleinen Radius wirkungsvoll „bestinkt“, schrieb ich schon an anderer Stelle, im vorigen Mai in > Bald ist sie dran, und habe sie nach dem oberirdischen Vertrocknen des Stängels ausgegraben und in einen anderen Teil des Gartens umgesetzt, fern von Haustür, Fenstern und Terrasse.
Wie es scheint, lassen sich Wühlmäuse auf natürliche Weise, also gift- und fallenfrei, aber nur mit Gestank vertreiben.

Auf der Webseite des NDR-Ratgebers fand ich Folgendes: „Dafür eignet sich sauer gewordene Buttermilch. Diese Flüssigkeit stinkt intensiv, der Geruch soll die Nager vertreiben. Dafür mindestens einmal die Woche reichlich Buttermilch in die Gänge gießen. Hier gilt: Viel hilft viel.“
Gut zu wissen, aber bei mir rücken sie gleich in Scharen vom nahen Feld nach, von dem uns nur ein Zaun trennt. Es ist deshalb sinnlos, für Massnahmen Geld auszugeben, die nicht im Garten verbleiben und anhaltend wirken, für die Menschennase erträglich. Knoblauch ist den Wühlmäusen leider vollkommen schnuppe.

Bis auf Weiteres tröste ich mich damit, dass ein Naturgarten eben auch tierische Liebhaber hat und ausser Mühe beim Buddeln, Pflanzen und Giessen kaum etwas kostet. Ausserdem werde ich in Zukunft alle Königskerzen-Sämlinge stehen lassen bzw. höchstens versetzen, aber keine mehr auszupfen und wegwerfen, nur weil es momentan so aussieht, als gäbe es schon genug im Garten.
Und ein bisschen jammern muss ich von Zeit zu Zeit. Vielleicht hat ja eines Tages noch jemand einen genialen, mensch- und tier- und geldbeutelfreundlichen sinnvollen Tipp, den ich noch nicht kenne?

19 Gedanken zu “Wühlmäuse mögen Königskerzen?

    • Gute Frage. Es scheint seit Jahren ein besonders „wühlmaushaltiges“ Feld zu sein, obwohl Bongo sich täglich bemüht, sie zu dezimieren und auch Fisch- und Silberreiher immer wieder kommen, um in den Löchern zu stochern, und das ist über die Jahre hin immer so, im Vergleich zu anderen Feldern ringsum.
      Unser Boden hier ist aber auch so gar nicht von Hindernissen durchzogen, schön feinsandig-locker, selbst der Mutterboden, dass es bei einer gewissen, nicht zu trockenen Konsistenz auch mir Spass macht, mit blossen Händen und ohne Handschuhe darin zu graben, wenn ich im Garten bin, es duftet auch gut, eher süsslich vom Sand, nicht humussauer oder lehmig-metallisch.

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  1. Och schade!
    Ich habe mal mit ihnen gesprochen, nachdem sie einen von 3 Selleries gefressen hatten, ich bat sie mir doch die anderen zwei zu lassen, taten sie, aaaber ich habe nix zum Lauch gesagt und es war auch nichts zu sehen, bis ich ihn ernten wollte … da musste ich feststellen, dass sie die Stangen nach und nach ins Erdreich gezogen hatten und das feine Gelbweiße war futsch. Ich musste dann aber doch auch lachen. Seitdem bin ich genauer mit meiner Rede geworden und ja, es hat geholfen!

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  2. Kannst du nicht noch welche ausbuddeln und eintopfen, damit dir noch ein paar sicher sind? Oder nächstes Mal mit Kaninchendraht drumrum, wenn du eine einpflanzt, damit sie nicht rankommen können? Ich meine jetzt nicht für alle Exemplare 😉 Aber für zwei oder drei vielleicht. Ein Jahr ohne Königskerzen ist schmerzlich. Ich hatte letzten Sommer keine, weil sie nach dem Winter blöderweise eingegangen sind. Da fehlte mir was 😦

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  3. Gute Idee, ein paar Pflanzen zu sichern. Die Königskerzen fügen eine Optik hinzu, die andere Pflanzen genau so nicht „können“, darum habe ich mich auch an genau den Stellen schon darauf eingestellt. Gerade, weil die Kandelaber-Königskerzen ja auch so riesig werden.

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  4. Oje, schade um die Königskerzen. Wahrscheinlich sind die Wurzeln einfach zu gut, während es auf dem Feld nicht so viel gibt. Alle Sämlinge stehen lassen, ist bestimmt die beste Lösung, dann gibt es sicher für alle genug. Mein Opa fing Wühlmäuse immer mit einer Falle… aber so, wie es eigentlich keine Unkräuter gibt, gibt es doch auch keine tierische Entsprechung (außer Zecken) und man muss sichmit ihnen arrangieren. 😉

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    • Es heisst, sie sammeln zum Winter Nährstoffe darin an. Das ist dann sicher ein starker Grund, sie fressen zu wollen, würde ich als Wühlmaus auch tun, vermutlich.
      Ja, die alten Herren waren da rigoros, und in einem Nutzgarten ist es zumindest verständlich, wenn jemand zu solchen Massnahmen greift. Zum Glück will ich nichts weiter als eine gestaltete Wildnis, da haben alle Platz,auch wenn sie sich mal an etwa vergreifen, dass ich hätte behalten wollen. Anders wäre es auch inkonsequent.

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  5. Ich jammere auch ein bisschen mit. Von anderer Seite: Gestern ist mir ein schönes Röhrenteil zerbrochen, eigentlich die zweite Tonarbeit dieser Art. All die Arbeit war umsonst.
    Es sei denn, ich gehe jedesmal auf Nummer sicher bei meinen Arbeiten und verstärke und verstärke…
    Man muß halt damit leben, daß auch so manche Arbeit nicht fruchtet.

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    • Ja, es passt eigentlich gut zusammen unser beider Klagen, Gerhard, denn ob es nun eine Pflanze ist, von der ich neben des Umpflanzens und Pflegens an dieser neuen Stelle auch eine Idee von ihrer Vollendung in Blüte hatte, die enttäuscht wurde, oder du die Vorstellung eines fertigen Kunstwerkes, das finde ich relativ ähnlich.
      Und auch im Abwägen der Alternativen sehe ich Vergleichbares, denn was wäre das Eine ohne das Andere, das Ausschliessen um der Sicherheit willen beraubt einen auch eines Teils der Erlebnis-Höhen im Ganzen, finde ich.

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  6. Aus meiner jahrelangen Gartenerfahrung kann ich nur beitragen, dass gegen Wühlmäuse nichts hilft, kein Petroleum, kein Knoblauch, keine Windorgeln, wenn sie sich aufgrund des Bodens wohlfühlen, kommen sie immer wieder. Ich hatte nie Tulpen im Garten, die Zwiebeln wurden immer verspeist. Zum Glück kommen sie jetzt nicht in den Dachgarten.
    Es hilft nur Gelassenheit und ab und an Fluchen -:))
    Lieber mitleidender Gruß, Karin

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    • Genau so kenne ich das auch, dass es sich nicht lohnt, irgendwelche Blumenzwiebeln zu setzen, weil man damit eigentlich nichts weiter tut, als ihnen Leckerli anzubieten.

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