Auf der grünen Wiese

Auf der noch kurzen, grünen Wiese rund um das Haus sind gegenwärtig ausser Gras alle möglichen kurzen Rosetten oder nur wenige Zentimeter kurze Triebe von Wiesenstauden zu finden.
Viele davon habe ich irgendwann in den vergangenen Jahren aufs Geratewohl gepflanzt, verstreut oder ausgesät, um dem ursprünglich konventionell angelegten Gras-Rasen einen vielfältigeren Wiesen-Charakter zu verleihen. Der Prozess bleibt durch die abenteuerlichen Klima- und Witterungsschwankungen sehr spannend. Manche der in noch frühem Entwicklungsstadium befindlichen Pflanzen sind leicht zu identifizieren, bei anderen bin ich mir noch nicht sicher. Die Pflanzen sind jeweils unter dem dazugehörenden Foto beschrieben:

Bild 1 zeigt die Jungpflanze einer Gewöhnlichen Kratzdistel Cirsium vulgare, selbst ausgesät; zuvor kamen nur Ackerdisteln von den Feldflächen in den Garten geweht. Vergangenen Sommer habe ich vier Gewöhnliche Kratzdisteln an verschiedenen Stellen blühen lassen, diversen Hummel- und Falterarten zur Freude, u.a. in einem Artikel aus dem Juli 2018 zu sehen> Gewöhnliche Kratzdistel-Blüten mit Gästen. Die fast verblühten Pflanzen habe ich nach dem Ende des Hummeljahres im September abgeschnitten, sie wurden unansehnlich. Auch in diesem Jahr werden wieder einige an ausgewählten Plätzen stehen und blühen, mehr aber nicht, denn es schmerzt sogar durch die gummierten Arbeits-Handschuhe, die stacheligen Pflanzen später abzuschneiden!

 

Bild 2 : als Topfpflanze gekauft und in die Wieseninsel gesetzt, eine ausdauernde Staude, die den Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen, Krabbenspinnen und mir schon seit 2016 Freude bereitet, die > Acker-Witwenblume Knautia arvensis im Garten. Glücklicherweise funktioniert die Selbstbestäubung und so gibt es inzwischen auch Nachkommenschaft, zum Beispiel auf Bild 3, rechts am Rand zu sehen und ich hoffe auf weitere, auch wenn sie mir bisher noch nicht aufgefallen ist. Der trockene 2018er-Sommer und -herbst waren nicht gerade jungpflanzenfreundlich, aber diese eine blühte sogar durch den November > hier und bis Weihnachten.

 

Bild 3 ist kein Einzelporträt, sondern eine ganze Versammlung vielversprechender Pflanzen, angefangen bei den leuchtendgrünen kleinen Rosetten vom Orangeroten Habichtskraut Hieracium aurantiacum, vorwiegend in der linken Bildhälfte, und der bereits oben erwähnten Nachwuchs- Acker-Witwenblume Knautia arvensis rechts im Bild; ausserdem lässt sich in der oberen Bildhälfte das faltig geäderte Grün von Zitronenmelisse Melissa officinalis erkennen; überall verteilt finden sich die matt-rötlichgrünen, runden Blättchen der Gundelrebe Glechoma hederacea, bei den feingefiederten Blättchen unten links hoffe ich auf Wilde Möhre Daucus carota, von der ich zumindest Samen im Garten verstreut habe; ausserdem finden sich Rosetten von Kleinblütigem Pippau Crepis capillaris und Gewöhnlichem Löwenzahn Taraxacum officinale natürlich auch, obwohl letzterer als Stickstoffliebhaber auf meiner ungedüngten Grünfläche mit den Jahren immer weniger dominant wurde.

 

Bild 4 zeigt die Rosette einer Gewöhnlichen Nachtkerze Oenothera biennis agg. vom vorigen Jahr, an einer anderen Stelle im Garten. Wie sich gezeigt hat, haben sich seit dem Jahr 2015 im Garten durch von verschiedenen Pflanzen abgenommene Samen und gekaufte Pflanzen verschiedene Varianten beheimatet. Das Bastardisieren liegt den aus Nordamerika gekommenen Nachtkerzen, schon längst gibt es in Europa andere Formen. Die Insektenwelt besucht die in der Dämmerung neongelb wirkenden Blüten gern, ob Schwebfliegen, Wildbienen, Hummeln oder sogar Taubenschwänzchen, und ich mag es, wie sie monatelang blühend immer weiter die Höhe wachsen. Fotos von Ende Juni bis Mitte Juli kann man z.B. im Artikel > Nachtkerzen – Wunderkerzen ansehen. Im vergangenen Winter sah ich an den Samenständen Blaumeise und Distelfinken, im Februar 2018 auch eine begeisterte Schar > Birkenzeisige.

 

Bild 5 vereint zufällig zwei Pflanzenarten, die nichts miteinander zu tun haben, sich jedoch gut vertragen könnten, denn die jungen Bahnwärter-Taglilien Hemerocallis fulva werden durch den Spitzwegerich Plantago lanceolata sicherlich nicht überwuchert, sondern können schön kräftig werden. Als hätte ich ihre ungeplante Nachbarschaft vorausgeahnt, zeigte ich beide Pflanzenarten schon im Juni 2018 miteinander im selben Artikel > Orangebraun. Ich vermute, dass die Taglilienpflänzchen heimlich als Wurzelstückchen in einem Grasbüschel vom Beetrand des eigentlichen Standorts der Gelbroten Taglilien auf die Wiese eingereist sind, mit dem ich die kahle Stelle nach dem Abtragen eines Wühlmaus- oder Maulwurfshaufens wieder bepflanzt hatte, Samen habe ich an meinen Bahnwärter-Taglilien nämlich noch nie gesehen. Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung, denn es heisst ja, sie wüchsen auch gern auf Wiesen. Das habe ich selbst schon gesehen, und zwar oberhalb des Neusiedler Sees > Nachmittags dann mit Bongo, und genau so einen Anblick zwischen hohen Gräsern hätte ich schon sehr gern auch bei mir im Garten.

 

Bild 6: Feuerlilien müssten das eigentlich auch können, denn seit Jahren erfreue ich mich an einigen orangefarenen Feuerlilien Lilium bulbiferum, die sich schon seit mindestens 2011 trotz Mäharbeiten, Abgefressen- und Ausgebuddeltwerdens entlang eines Feldwegs bei Lüchow behaupten, zum ersten Mal im Blog erwähnt sind sie > hier. Jahr für Jahr befürchtete ich, sie nicht mehr wiederzusehen, aber sie scheinen wirklich hervorragend überlebensfähig zu sein. Die Jungpflanzen des Fotos vom 27. März 2019 habe ich im Herbst 2018 schon einmal als > Feuer- … Überraschung I gezeigt und beschrieben. Und es gibt ein Plus zu verzeichnen: zuzüglich zum Bild vom September 2018 zeigt sich auf diesem aktuellen Foto in der Galerie noch eine dritte Jungpflanze.

 

Bild 7 – die schrumpligen grünen Blätter wiederzusehen freut mich ganz besonders, denn die Schwarze Königskerze Verbascum nigrum, die den Insekten und mir schon während zweier Blütensaisons auf der Wieseninsel Freude bereitet hat, gilt als „mehrjährige oder zweijährige krautige Pflanze“, das heisst, es ist nicht vorhersehbar, wann sie ihre Kräfte verbraucht hat und sich im darauffolgenden Jahr nicht wieder regeneriert. Neben ihrer im Widerspruch zum Namen stehenden Farbenfreude hat sie die Besonderheit, ein Vormittagsblüher zu sein. Im späten Juni 2018 lockte sie eine Vielzahl von Schwebfliegen, Sandbienen und Hummeln an > Wieder die Schwarze Königskerze, mit noch mehr Besuchern. Bisher konnte ich leider keine neuen Sämlinge davon finden.

 

Bild 8 müsste mit seinen gegenständigen Blättchen der Neuaustrieb eines Bulkens vom Echten bzw. Getüpfelten Johanniskraut Hypericum perforatum sein, zuletzt in Blüte im Blog zu sehen im September 2018, als gelb blühender Hintergrund von > Bongos „Spatzenfernsehen“, wo man schon erahnen kann, dass es dem Johanniskraut hier im Garten sehr gut gefällt. Aber es ist auch bei Insekten wie Hummeln, Bienen und Schwebfliegen beliebt, wie beispielsweise im Artikel zu einem Besuch der > Braunbürstige Hosenbienen Dasypoda hirtipes im Juni 2018 zu sehen war. Wie es sich wohl in diesem Jahr entwickeln wird? Es heisst, es träte gern in grösseren Gruppen auf, bilde aber selten ganze Bestände. Als Raupenfutterpflanze wird sie von mindestens drei Nachtfalter-Arten benötigt, es gibt auch eine Johanniskrautblattwespe und weitere, das wird die Vogelwelt freuen.

 

Bild 9 müsste eigentlich Seifenkraut Saponaria officinalis sein, 2015 oder ’16 als Topfflanze im Gartencenter gekauft, ausgepflanzt und länger nicht mehr gesehen, aber im vorigen Sommer, nach einiger Zeit des Verschwindens, hat es sich wieder prächtig und unermüdlich, mit seinen hellrosa Blüten auf den festen Stängeln der Hitze und Trockenheit trotzend, in der Wieseninsel gezeigt > Seifenkraut.

 

Bild 10 zeigt links viele hellgrüne Blättchen vom Wiesen-Sauerampfer Rumex acetosa, rechts lassen sich die leicht behaarten Rosetten von Spitzwegerich Plantago lanceolata erkennen.
Ich mag es, wie der Wiesen-Sauerampfer die Gräser und Blüten ergänzt, z.B. auf dem > Foto vom 7. Juli 2017 neben Rotklee und Schafgarbe, und er hat, ob blühend oder als Raupenfutter, auch unter den Insekten seine Liebhaber, die Raupe verschiedener Feuerfalter-Arten und Dukatenfalter brauchen ihn. Meine Oma hatte den Wiesen-Sauerampfer übrigens früher im Kräuterbeet, um sich daraus ihre heissgeliebte Sauerampfesuppe zu kochen.
Den Spitzwegerich sammele ich oft im Garten, um ihn in der Küche als gesunde grüne Zutat zu verwenden. Auch wenn der Mensch die Blütenstände nicht als „Blumen“ wahrnimmt, gibt es doch viele Insekten, die dort Pollen sammeln, Bienen und Käfer, und als Raupenfutterpflanze ist er für viele Tag- und Nachtfalter wichtig, u.a. für verschiedene Scheckenfalter-Arten oder den Zimtbären – das ist der hübsche braunrote Falter mit den strubbeligen Raupen, die auch mal im Winter herumspazieren, siehe > mein YouTube-Video – die will man doch haben!

 

Bild 11 – die gezackte Rosette: das ist wahrscheinlich, aber ohne Gewähr, irgendein Mohn Papaver. Glaube ich. Hoffe ich. Schön wär’s jedenfalls. Genug Samen davon verstreut hätte ich jedenfalls im ganzen Garten, Jahr für Jahr. Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, dass beim Fotografieren von Mohn mein Augenmerk viel zu stark auf den Blüten liegt und die Blattbeispiele rar, aber eine Bild habe ich doch von > Mohngrün.

 

Bild 12 ist eindeutig und einfach Wilder Schnittlauch Allium schoenoprasum vom Wegrand, voriges Jahr Ende März mit Schippchen und Eimerchen beim Hundespaziergang mühsam aus dem Boden geprokelt, weil in der Lokalzeitung Strassenbauarbeiten angekündigt worden waren, und ich vorher wenigstens einige Büschelchen davon in meinen Garten evakuieren wollte, siehe > Morgenhimmel und Kleinigkeiten. Zu meiner Freude sind die Arbeiten ausgeblieben, aber das Ansiedeln im Garten ist offensichtlich gelungen. Am Wegrand hat es der Wilde Schnittlauch jahrelang niemals zur Blüte bringen können, stets wurde er vorher plattgemacht, abgemäht oder sonstwie durch landwirtschaftliche Fahrzeuge umgemangelt. Jetzt bin ich extrem neugierig auf seine natürliche Entwicklung!

 

Bild 13: der rätselhafte ‚Schlängellauch‘, das Allium … kringelt sich immer noch unverzagt, vor etwas mehr als einer Woche hatte ich ihn schon gezeigt > Wilder Lauch mit noch wilderen Locken und habe mir seither den Kopf zerbrochen, woher ich ihn nur mitgebracht haben könnte. Womöglich vom Deich an der Kleinen Donau in Győr, Ungarn? Im Laufe der Jahre habe ich mir schon „gefühlt überall“ im Vorbeigehen kleine Brutknöllchen in meine Jacken- oder Hosentaschen gesteckt und sie hinterher zuhause im Garten verstreut. Vermutlich sollte ich davon Fotos machen …. Jedenfalls bin ich mächtig gespannt, wie es weitergeht.

 

Bild 14 – ein Solo für den Gundermann bzw. die Gundelrebe Glechoma hederacea, lange in Vergessenheit geratenes, in jüngerer Zeit wieder in Mode gekommenes, heimisches Würzkraut mit kleinen lila Lippenblüten, wegen seiner langen, kriechenden, erneut wurzelnden Triebe auch Bodenefeu genannt. Neulich war das Kraut total hip in der Wiederholung einer Berlin-Episode von Tim Mälzers „Kitchen Impossible“ aus dem Februar 2018 zu sehen, natürlich in den Kreuzberger Prinzessinnengärten besorgt. Wann man es verwendet: „Wo es passt“. seufz Gundermann passt, wo man auch Oregano, Bohnenkraut, Thymian oder Beifuss nehmen würde. Roh schmeck es sehr „rass“. Blühend ist es beliebt bei Bienen und Hummeln, siehe > Gundermann mit Grauer Sandbiene.

 

Bild 15: eine rotblättrige Version vom Kriechenden Günsel Ajuga reptans, der auch als Heilkraut gilt, aber als Gewürzkraut wegen seiner Bitterstoffe keine Bedeutung hat. Manche verwechseln ihn mit dem Gundermann von Bild 14, darum passt er in der Reihenfolge gut dahinter und auf dem verlinkten Foto sind beide > Günsel & Gundermann direkt nebeneinander zu sehen. Vor allem Günsel mit dunkelroten Blättern gehören zu typischen „Herbstsortimenten“ und so kam er auch zu mir, und irgendwie geriet er mal vom Beet in den Rasen, wo er sich seitdem hält, ob er abgemäht wird oder nicht. Mal ist er mehr, mal weniger rötlich und gelegentlich auch nur grün. Wenn er blau blühend aufragt, ist Günsel nicht nur ein schöner Anblick, sondern wird von verschiedenen Insekten, sogar von Schmetterlingen besucht, vor allem von Perlmuttfaltern. (Ideal wäre es, für deren Raupen auch Veilchen in der Nähe zu haben). Der Artikel wird lang und immer länger, aber die Pflanzen einzeln zu behandeln, um alles häppchenweise zu verfüttern, fand ich aus meiner Sicht nicht so passend, es geht mir ja um die Zusammenschau.

 

Also weiter mit Bild 16 mit den jungen Fiederblättchen der Gewöhnlichen Schafgarbe Achillea millefolium, auf die ich dieses Jahr grosse Hoffnungen setze, nachdem sie im vorigen trockenen Jahr nur sehr mickerig war und kaum geblüht hat. Aber sie hat sich tapfer gehalten und zeigt sich, wie auf dem Foto, in hoffnungsvollem Hellgrün. In den Jahren zuvor war sie Tummelplatz vieler, vor allem kleinerer Insekten wie kleine Wildbienen und Käfer, vor allem Schenkelkäfer, verschiedene Wespen, kleinere und mittelgrosse Falter, Fliegen, Spinnen und Wanzen, und das vom Frühsommer bis in den späten Herbst. Welche Artikel oder Fotos soll ich als Beispiel anführen? Sucht euch doch etwas aus unter > Achillea millefolium. Essen kann man die Blättchen natürlich auch, und es gibt auch Falter, deren Raupen sie zum Fressen gern haben.

 

Bild 17, das sind die kleinen mausohrförmigen und behaarten Blattrosetten, denen das Kleine bzw. Mausohr-Habichtskraut Hieracium pilosella seinen Namen verdankt. Es blüht mit hellgelben „löwenzahnähnlichen“ Blüten auf kurzen Stängeln, vermehrt sich auch teppichartig durch Ausläufer mit Tochterrosetten, aber es mag keine höheren Pflanzen um sich herum. Damit es dann nicht aus dem Rasen verschwindet, muss dort gelegentlich gemäht werden. In einem Artikel mit Fotos vom späten Mai 2018 ist es mit Insektenbesuch zu sehen > „Klein aber Oho!“ – Leuchtpunkte im Gras, es ist nämlich vor allem bei kleinen Wildbienen ganz besonders beliebt, dient aber auch einigen Falter-Arten als Raupenfutter. Ob man sie nun auch zu Gesicht bekommt oder nicht: allein das Wissen freut mich schon, dass sie es könnten, wenn sie kämen.

 

Bild 18 – das ist Quendel alias Sand- oder Feldthymian Thymus serpyllum. Er kam nicht von allein in den Garten, sondern 2017 über einen Staudenversand > hier. So richtig in seinem Element ist er im Rasen anscheinend nicht, obwohl ich ihn deswegen haben wollte, nachdem ich vor ein paar Jahren so ein wildes Stück thymiandurchwirktes Grasland an einem Wegrand im Fichtelgebirge gesehen hatte > hier. Auch wenn es wegen der kleinen Blättchen schwer fällt zu glauben, ist Thymian ist nicht nur als Nektarpflanze für Insekten anziehend, sondern dient als Raupenfutterpflanze für Bläulinge, und ein Thymian-Widderchen gibt es auch, im Norden bisher noch kaum, aber bei der fortschreitenden Klimaerwärmung – wer weiss?

 

Bild 19 geht schnell: ich weiss die Rosette mit den schmal gezackten Blättern nicht wirklich zu benennen, vermute, dass es sich um einen Korbblütler handelt, vermute ein Kanadisches Berufkraut Conyza canadensis, auch Katzenschweif und Weisse Dürrwurz genannt oder Ähnliches, das hatte ich gelegentlich schon im Garten, in ungefähr dem Umkreis. Mal sehen, wie sich diese Pflanze weiter entwickelt.

 

Bild 20 ist wieder ein alter Bekannter: Wilder Dost bzw. Oregano Origanum vulgare, von dem ich im Garten gar nicht genug bekommen kann, und die Insekten auch nicht, denn sie lieben ihn alle, die Falter, die Honig- und die Wildbienen, Hummeln, Wespen …. selbst einem > Schwalbenschwanz sind die kleinen rosa Blüten nicht zu klein! Dass es schön ist, im Sommer nach Herzenslust das frische Kraut zum Kochen in die Küche holen zu können, weil es eigentlich unter allen Umständen gut wächst, ist auch eine gute Sache. Bei Wildem Dost denke ich hinsichtlich Insektenbesuch eher an Nektar als an Raupenfutter, aber für Purpurbär und Eckflügel-Kleinspanner wäre er genau das.

 

Bild 21 kommt noch mit dem unübersehbaren und für eine natürliche Wiesenumgebung unentbehrlichen Rainfarn Tanacetum vulgare; jetzt ist er noch so klein, aber am Ende des Sommers einen halben oder sogar über einen Meter hoch, und mit seinen goldenen Knöpfchenblüten kann man ihn unter günstigen Umständen hier in der Gegend manchmal sogar noch im Dezember finden. Von Honigbienen und Hummeln werden die Blüten eher nicht besucht, von Faltern gelegentlich, aber die Kombination von > Rainfarn und Wildbienen sind neben seiner Farbe, Höhe und Unermüdlichkeit ein guter Grund, ihn im Garten zu fördern. Auch Marienkäfer, Wanzen und Spinnen nutzen die Dolden gern zur Nahrungssuche. Ausserdem dient der Rainfarn einigen Faltern wie Rainfarnmönch und Smaragdspanner, der auch Smaragdgrüner Schafgarbenspanner heisst, sowie anderen Insekten als Futterpflanze. Hat man sowohl Rainfarn als auch Schafgarbe (Bild 16) im Garten, ist es wahrscheinlich, dass man diese hellgrünen Falter, die dem Grünen Blatt ähneln, anlocken kann – das fände ich schön, bloss so. Ich hoffe dieses Jahr auf ein gutes Insektenjahr.

Und damit habe ich diesen Spaziergang über das viele horizontale Gartengrün und durch den Blog für heute abgeschlossen. Die Fotos sind alle von gestern, dem 27. März 2019, aufgenommen bei einem Rundgang über den „Rasen“ bzw. die Wiese im Garten, Lüchow im Wendland, Kreis Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

22 Gedanken zu “Auf der grünen Wiese

  1. Lesen tu ich morgen weiter! Wow, da wächst ja irre viel bei dir. Das Seifenkraut sieht dazu noch sehr schön aus! Bei einigen hätte ich voll daneben getippt. Diese kleinen jungen Blättchen ähneln sich wirklich sehr. Die Tage sah ich irgendwo einen Lauch, der deinem ähnelte und ich dachte noch an dich. Verflixt, wo und wenn, stand da ein Name? Ich weiß es nicht mehr. Ich such noch mal.. Also, morgen komm ich wieder! Jetzt sag ich ausnahmsweise mal früh Gute Nacht 🙂

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    • Es hat schon etwas Sportliches an sich. Schlangenlauch schlängelt sich ja leider nicht untenrum, sondern nur obendrauf, aber vielleicht fällt es dir noch ein, gelegentlich. Jetzt wünsche ich erstmal eine Gute Nacht!

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    • Danke, Gerda. Ich weiss, dass es eine für das Blogformat ungünstige Auflistung ist, aber hoffe, dass sie trotzdem herausstellt, wieviel interessanter es ist, wenn man die Grünfläche im Garten nicht nur kurz und klein mäht, sondern als Erlebnis- und Lebensraum betrachtet.

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  2. Wie groß ist dein Garten oder sollte ich sagen, deine „Hazienda“ ;-)? Ist ja unglaublich, was bei dir alles Platz findet, zumal ja ständig was dazukommt. Wow! Der Artikel war ganz schön umfassend, so daß ich jetzt gar nicht mehr genau weiß, was mir am Anfang durch den Kopf ging. Jedenfalls eine tolle Vielfalt. Sowas verstehen die allerwenigsten unter einem Rasen. Schade, bei der Schwarzen Königskerze wollte ich gerade nach Saat fragen 😉 (hab ja eh keinen Platz mehr, seufz). Mag die Ackerwitwenblume es eigentlich lieber trocken? Bei mir gehen sie immer ein, leider (genau wie der Mohn. Ich fürchte, ich gieße die immer tot). Das Johanniskraut hätte ich in diesem Stadium für einen Oregano gehalten 😉 Ist der wilde Schnittlauch wirklich „wild“ oder nur verwildert? Günsel und Gundermann – das behalte ich wieder nur für drei Tage. Ich gucks mir noch mal an. Jedenfalls sehr schön und spannend. Weiterhin viel Spaß beim Wachsenzugucken 🙂

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  3. Zu Bild 3 habe ich gerade oben im Text einer Korrektur vorgenommen, weil inzwischen die kleinen grünen Blattrosetten ihre Behaarung deutlicher herausbegracht haben und so als Orangerotes Habichtskraut Hieracium aurantiacum zu identifizieren sind, statt als Nachtkerzen, wie zunächst angenommen:

    2019-04-02 LüchowSss Garten Blattrosette vom Orangeroten Habichtskraut (Hieracium aurantiacum)

    Auf diesem dem Kommentar angefügten Foto vom 2. April 2019 kann man die Weierentwicklung schon deutlich erkennen. Zum Vergrössern bitte das Bild anklicken.

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