Windungen, Wege und wenn es plötzlich wie auf Schienen läuft

Wenn ein Thema, das mich beschäftigt, plötzlich von allen Seiten Nahrung bekommt, entwickeln sich aus gedanklichen Windungen Wege, denen ich gern folge, auch heute Morgen. In Gedanken zu meiner kleinen Reise in der vorigen Woche hatte ich bereits ein altes Foto von einer Bahnhofsbank und mir herausgekramt und eine Kopie im Ordner mit den zu verwendenden aktuellen Bildern deponiert. Um den Gedanken reifen zu lassen, machte ich zuerst die Blogrunde, und dabei ging es schon los mit den Koinzidenzen:

„Jukebox“ als > „Wort des Tages“ in Wildgans‘ Weblog klickte musikboxgleich, spielte sofort weitere Erinnerungen an den kalten und verregneten Sommer 1974, als ich das backsteinrote Papenburg mit Kanal und Windmühle zum ersten Mal besuchte. Gezeltet hatten wir – Pfadfinder, ja – bei Leer, am Flüsschen Leda, zum Aufwärmen in der Campingplatzkneipe wurden Hits aus der Musikbox gehört, die Sparks mit > ‚This Town Ain’t Big Enough For Both Of Us‘ als Favorit.

Im Café Weltenall fand ich mehr Gedankenfasern, kommentierte u.a.: „… und sogar das Thema Züge und Bahnhöfe rührt mich an, weil ich just zuvor ein Bahnhofsfoto von mir im Nachthemdenjungfraualter im Album herausgesucht habe …“ > zu Gedankenfäden 004

Das alte Foto wurde somit als Teil des ersten Beitrags zweifach koinzident als dazugehörend bestätigt, und so beginnt mein Erzählen von einer kurzen Reise mit einem ausholend langen Anlauf.
Das passt gut dazu, denn, wie zum > Foto mit der weissen Rose angedeutet, bestand der Anlass auch aus Langjährigkeiten, einer 30jährigen Beziehung und meinem – upps! – 60sten Geburtstag.
Weil einer unserer ersten gemeinsamen Freunde in Papenburg lebt, war es ein guter Grund für diesen kleinen Umweg. Denn seien wir doch mal ehrlich: wer fährt ohne Grund nach Papenburg?

Dabei ist Papenburg ganz hübsch, im alten Kern zumindest. Meine fünfundvierig Jahre alten, regenverwaschenen und fotolosen Erinnerungen an Backsteine und eine Windmühle waren nicht darauf vorbereitet, einen grossen Gewerbepark zu sehen, den es damals noch nicht gab. Aber auch vieles Andere hatte ich damals unter dem eingeschränkten Horizont der Friesennerzkapuze und Teenagerinteressen nicht zur Kenntnis genommen.
Ich will auch gar nicht so tun, als hätte ich jetzt wesentlich mehr über die nördlichste Stadt des Landkreises Emsland gewusst, sondern verweise auf > Wikipedia: Papenburg und zeige einfach meine Fotos von dem kurzen, aber angenehmen Aufenthalt dort, zuerst die vom frühen Abend nach der Ankunft:

 

Wenn man jemanden besucht und miteinander zum Essen geht, kommt an einem solchen Abend nicht viel „Sightseeing“ zusammen, aber einen kleinen Eindruck entlang des Hauptkanals zwischen der Alten Werft und dem Rathaus können die Bilder schon mitteilen.
Vom 5. Stock des Hotels hatte man auch am Morgen danach einen schönen Ausblick. Zum Frühstücken ging es aus dem modernen Gebäude hinüber in die ehemalige Maschinenhalle der alten Meyer-Werft:

 

… und danach war es, nach einem letzten Foto von Schiffen auf dem Hauptkanal und dem kleinen weissen, alten Amtshaus Zeit für die Weiterreise Richtung Niederlande und Amsterdam.
Die Fotos im Beitrag sind – ausser Bild 1: vom Juli 1974 – vom Abend des 8. und Morgen des 9. April 2019 in Papenburg, Landkreis Emsland, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

23 Gedanken zu “Windungen, Wege und wenn es plötzlich wie auf Schienen läuft

  1. Da hast du wieder einen schönen Faden geknüpft oder wie sagt man. Interessante Gedankengänge. Dann noch mal nachträglich alles alles Gute zum Geburtstag ♥
    Papenburg macht einen sehr netten Eindruck, aber ich kenne auch noch Geschichten von vor 30 Jahren, wo Papenburg eher in Zusammenhang mit „Strafversetzung“ gesehen wurde. Sozusagen das Ende der Karriereleiter. Ich glaube, es hatte ein bißchen was vom Ende der Welt. Wahrscheinlich hat es sich doch rausgemacht. Schöne Bilder jedenfalls, die Lust auf mehr machen. So, ich muß jetzt raus 🙂 Dir noch einen schönen Tag!

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  2. Feine Geschichten und Bilder (mir gefällt sehr, wenn Wasserarme in die Städte hineinführen), und wie es sich bei solchem Anlass gehört, das Knüpfen von Fäden nach rückwärts, seitwärts und nach vorn. Alles Gute für die Jahre, die kommen!

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  3. Das eine sind die Koinzidenzien, das andere die Fäden, die, die man selbst in den Händen hält und solche, die sich dann mit denen von anderen verknüpfen.
    Deine Geschichte nun knüpft bei mir an anderes Erleben an, ja, auch an Bahnhöfe, aber mehr noch an Zelte, als ich noch sehr jung gewesen bin. Allerdings zelte ich noch immer dann und wann.
    Ich möchte dir auch nachträglich von Herzen gratulieren, meinen 60jährigen feierte ich übrigens in Bülitz/Wendland. Schn war das!
    Liebe Grüße
    Ulli

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  4. Zunächst nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Ich kenne Papenburg noch aus der Zeit, als der Kanal noch zugeschüttet war. Das muss also noch kurz vor 1974 gewesen sein. Gerade heute, auf der Rückfahrt von Ostfriesland bin ich durch Papenburg gekommen…

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