Amsterdam – Waterloopleinmarkt und Zwanenbrugwal

Der gleich „um die Ecke“ der Jodenbreestraat gelegene Flohmarkt auf dem Waterlooplein war als nächster Abschnitt des ersten grossen Stadtbummels in Amsterdam ein denkbar starker Gegensatz zum Besuch im Museum ‚Het Rembrandthuis‘, wenige Minuten zuvor.
Der Waterloopleinmarkt, der sich mit etlichen Ständen auch noch ein Stück am Zwanenburgwal entlang zieht, ist zwar in gewisser Weise wohlgeordnet organisiert, aber kein gepflegter Antikmarkt. Die Mischung aus Trash für Touristen, Trödel, gebrauchtem Hausrat und Altkleiderhandel muss man aushalten können. Ganze Haufen von Plünnen und alten Schuhen liegen, gerade nur nach diesen zwei Sparten auseinanderdividiert, sonst aber wild durcheinander auf dem Boden, und auch dafür gibt es Kunden.
Beim Durchstreifen des langgestreckten Waterloopleins wurde die kalte Luft plötzlich von appetitlichen Düften durchweht: ganz am Ende des Platzes gab es einen kleinen Imbisswagen, in dem eine fröhliche Vietnamesin Loempia, Frühlingsrollen mit Huhn bzw. vegetarisch fritierte, mit süsser und scharfer Sauce und einem lustiges Gespräch serviert. Sie fragte uns nach dem Woher; auf eine Lokalisierung „bei Lüneburg“ konnten wir uns einigen, denn dort hat sie nach der Flucht aus Vietnam als Kind gelebt: in Lüneburg. Nebenbei kamen auch noch Stammgäste und holten sich ihre Röllchen – sie waren auch wirklich sehr gut, und schön heiss, bei dem eisigen Wind.

Anschliessend folgten wir den Ständen am Zwanenburgwal mit allen möglichen Bildern, Elektrogeräten, Nippes und anderem Krassel. So gelangt man zur Einmündung der Gracht in die Amstel, wo man an das Geländer herantreten und bis zu den Häusern der Sint Antoniesbreestraat und der Sint Antoniessluis sehen kann, die im vorigen Beitrag > hier zu sehen waren, und auch der Turm der Zuiderkerk spitzt dahinter hervor.

Es gibt dort auch eine grosse, zweiteilige Bronzeplastik für den Philosophen Baruch Spinoza, der im 17. Jh. am Zwanenburgwal gelebt hatte, von Bildhauer Nicolas Dings, 2008, rechts im Bild mit einem Ikosaeder vor sich.
Unweit davon, links im Bild steht das Jüdischer-Widerstands-Monument, ein steinernes Denkmal für den jüdischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg, gestaltet von Joseph Glatt, 1988.

Auf dem letzten Bild hat man einen unverstellten Blick auf besagte Einmündung in den Amstel-Fluss und auf das Ufer gegenüber, das ebenso bezeichnet wird: Amstel. Um diese Frühnachmittagsstunde tuckerten zahlreiche solcher grösseren Grachtentouren-Boote hin und her. Um in solchen älteren und wahrscheinlich hellhörigen Hausboote auf den Amsterdamer Grachten zu leben, wie sie auf dem letzten Foto zu sehen sind, braucht man wohl gute Nerven.

Nach einem weiteren Blick über Boote und Wasser rundum und einen Seitenblick auf das Opernhaus ging es auf der ‚Ir. B. Bijvoetbrug‘, einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer auf die gegenüberliegende Seite des Zwanenburgwal und über die Staalstraat weiter, Stoff für den nächsten Artikel.
Wie vorher auch, habe ich den Wegabschnitt mit > GoogleMaps nachvollziehbar verlinkt. Die Fotos sind aus der Mittagszeit bzw. vom frühen Nachmittag des 10. April 2019 in Amsterdam, Nord-Holland, Niederlande.

13 Gedanken zu “Amsterdam – Waterloopleinmarkt und Zwanenbrugwal

  1. Du bist gut zu Fuß, alle Achtung. Das schaffe ich gerade gar nicht. Wer ein Hausboot besitzt, muss sich wahrscheinlich damit abfinden, dass Touristen durch die Grachten gefahren werden….so ähnlich wie in Berlin die Kanalfahrten, die mit lauter Musik und Gejohle die Anwohner am Kanal beglücken 😀 aber man freut sich mit ihnen und sie sind nicht wirklich störend, auch wenn alle zwanzig Minuten so ein Partyboot langschippert.

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  2. Die Kombination von Wasser und Stadt gefällt mir sehr. Ich liebe auch solche Märkte, nicht um dort was zu kaufen, sondern nur so in ihrer chaotischen Ganzheit. Und ich finde es spannend, dass es offenbar für allen Krempel noch Käufer gibt.

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  3. Mein Gott, man ist mal in Amsterdam und geniesse es … Die Bildern von die Heidi oder die Puzzleblume von Amsterdam sind unübertroffen/unüberwindlich: Klares Frulingslicht mit sonnenschijn und sie war sehr früh aus Bett, dass ist es noch ruhig überal … Eines Tages hofe ich die Heidi an zutreffen bij das Spinozabild … „Wohin?,“ werde ich ihr fragen … „Vincent van Gogh?“ „Blumenmarkt/Bloemen markt? Laufen wir mal durch die Hauptstrasse von Rembrandt van Rijn, dort wohnte Pieterszoon Coen in der Warmoesstrasse, dann um die ecke Damstrasse, Oude Hoog-, & Nieuwe Hoogstrasse und kaufen Kunstbucher bei Antiqariaat Kok im Deutsch. Mochte Sie italiensche Iconen? Sie werden sich wundern … ,“ meinte die Elfriede. Ich gehe mal schnell kücken ob dort noch alles ist zo wie es damals noch war … Amsterdam, 27 april 2019, 15.10 uur … * http://www.friedabblog.wordpress.com *

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