Amsterdam – zur St. Antonius-Schleuse und dem Rembrandt-Haus

Inzwischen ist es bereits der siebente Abschnitt des ersten grossen Stadtbummels in Amsterdam. Nach einem Bogen um > De Waag herum führte der Weg durch die Sint Antoniesbreestraat, heute eine Einkaufsstrasse mit eher modernen Gebäuden, aber im 17. Jh. ein Künstlerviertel. Ein altes kleines Tor führt zwischen modernen Gebäuden auf den Zuiderkerkhof, zu sehen auf dem ersten kleinen Bild. Die Zuiderkerk oder St. Janskerk wurde zu Beginn des 17. Jhs. durch den Architekten und Bildhauer > Hendrick de Keyser (1565-1621) als erste protestantische Kirche in den gesamten Niederlanden im Renaissancestil gebaut. Die Liste seiner Bauwerke in Amsterdam und anderswo in den Niederlanden ist lang. Seit 1929 werden keine Gottesdienste mehr in der Zuiderkerk gehalten, inzwischen ist ein städtisches Informationszentrum darin untergebracht.

Mehr Interessantes über die Zuiderkerk gibt es im niederländischen, deutschübersetzt verlinkten > Wikipedia-Artikel zu lesen, z.B. der Bezug zu Rembrandt, der unweit davon gelebt hat, und dass Monet 1874 die Kirche gemalt hat, u.v.m.. Das zweite kleine Bild zeigt links einen kleinen Torbogen, der demselben Baumeister zugeschrieben wird wie die Zuiderkerk. Die Leprozenpoort, restauriertes Überbleibsel des an anderer Stelle abgerissenen alten St. Antonius-Seuchen-Hospitals, wurde 1976 neben historisierenden Neubauten, die unter Verwendung alter Giebel-Bauelemente an der Sint Antoniesluis, der Schleuse zwischen den Grachten Zwanenburgwal und Oudeschans errichtet wurden, wieder aufgebaut. Die Häuser hatte ich wegen der alten Elemente älter geschätzt, aber fand die Info im Web
im Digitaal Grachtenboek > hier. Den Dingen hinterherzulesen ist doch immer wieder interessant.

Auf Bild 3 ist die St. Antonius-Schleuse zusammen mit dem schiefen Schleusenwächterhaus, dem Goslerhuisje von 1695, zu sehen. Heute befindet sich darin ein kleines Restaurant, wie man sieht. In der Mitte, aber ganz im Hintergrund, sieht man den Montelbaans-Turm aus dem 16. Jh., ursprünglich als Wacht über die Hafenumgebung errichtet, im 17. Jh. dem bürgerlichen Geschmack und Wunsch angepasst und mit einer Uhr ausgestattet. Wegen der zunehmenden Schieflage des Turms spielte die aus dem Gleichgewicht geratene Uhr verrückt, und so nennt man den Turm auch „Malle Jaap“. Bei einer ausgiebigen Bootsfahrt zwei Tage später kam ich direkt daran vorbei, aber an diesem Mittag überquerte ich nur die Strasse und kam so von der Schleuse zum Rembrandthaus-Museum an der Jodenbreestraat, denn es liegt der Brücke schräg gegenüber und besteht aus dem linken und mittleren Gebäude:

Das Museum ‚Het Rembrandthuis‘ verdankt seine Existenz einer Inititaive in einem zurückliegenden 300jährigen Geburtsjubiläumsjahr 1906, als das heruntergekommene und bereits zum Abriss bestimmte ehemalige Wohnhaus des Kunstmalers Rembrandt van Rijn von der Stadt Amsterdam gekauft und in eine Stifung überführt wurde, die sich mit der Restauration und dem Einrichten eines Museums befasste. Eingeweiht wurde es 1911 durch Königin Wilhelmina. Das durch Anwachsen der Sammlung notwendig gewordene Erweiterungsgebäude wurde 1998 eröffnet, so dass man einerseits Galerien mit Werken und andererseits eine Rekonstruktion von Rembrandts Wohnhaus und Einrichtungsgegenständen zeigen kann. Dazu den > Wikipedia-Artikel lesen. Weil ich mir ein schönes Video zuvor schon angesehen hatte, fiel mir der Verzicht auf eigene Bilder unter den tatsächlichen, teilweise allzu dämmerigen Lichtverhältnissen leicht und ich konzentrierte mich nur aufs Betrachten.

> Documentary Rembrandt House Museum (Rembrandthuis) Amsterdam HD Rembrandt van Rijn Stock Broadcast

Das Filmteam durfte für die Dokumentation offenbar etwas mehr ausleuchten. In der Realität war es, vor allem nach den sonnigen Stunden zuvor, schon beinahe abenteuerlich dunkel. Im Übrigen stellte es sich als gute Idee heraus, den Besuch vor den im Rijksmuseum zu legen, weil man auf diese Weise die Vorstellung von den Arbeits- und Lebensumständen schon mitnehmen konnte.
Nach dem Museumsbesuch ging es über die nicht weiter interessante Jodenbreestraat nur so weit, bis man zum Waterlooplein mit dem Flohmarkt abbiegen konnte, aber das ist wieder Stoff für den nächsten Beitrag.
Für eine Vorstellung von der gegangenen Strecke siehe > GoogleMaps. Fotos vom Mittag des 10. April 2019 in Amsterdam, Nord-Holland, Niederlande.

7 Gedanken zu “Amsterdam – zur St. Antonius-Schleuse und dem Rembrandt-Haus

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