Garten-Intermezzo

Eine kleine Pause mit Amsterdam, eine Lücke im Garten-Tagebuch besteht schon sowieso … – ich vollführe einen gewagten Vierzehntage-Sprung zu den aktuell vergangenen beiden Tagen und hebe mir alles andere für spätere Einträge auf. Ein Blick in den Garten von gestern und heute ist in diesem Beitrag zu sehen:

Es blüht der Löwenzahn und darf das auch die nächsten zwei Wochen noch ungeniert, die Sonne scheint und der Wind pustet – zumindest heute – wild durch den Garten und weht den fertiggeblühten Kirsch-, Pflaumen- und Birnbäumen die Blütenblätter davon, und alle Apfelbäume zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Hoffenlich lassen sie sich nicht von den Eisheiligen erwischen. Die Acker-Witwenblumen im Vordergrund lassen sich in der Mittagssonne hängen und wären, wie alles andere auch, sehr regenbedürftig. Vielleicht wird’s ja was, nächste Woche …

Wieseninseln gibt es derzeit noch keine, ich muss überhaupt erstmal wachsen lassen, um zu sehen, wo ich dann später Wildwuchs stehen lassen kann. Aber es ist zeigt ja noch vieles kaum ernsthafte Absichten, im April. Es sieht jedenfalls vollkommen anders aus als im vergangenen Jahr, soweit ich das beim heiteren Jungpflanzenraten schon beurteilen kann. Immerhin: der Goldregen blüht seit heute!

… und der Flieder schon seit einigen Tagen, nur leider schafft er es nicht gegen die übelriechende Sorte Raps anzuduften, die auf dem Feld hinter der Pferdekoppel heute einen penetranten Geruch nach schmorendem Kunsstoff verbreitet – ich war schon ganz erschrocken und habe wie ein Suchhund das Zimmer abgeschnuppert, bevor ich bemerkte, dass es durch das offene Fenster von draussen kam.

Die Weinreben beeilen sich nun, ihre Blättchen zu treiben, der Rosmarin blaublasslilablüht immernoch und immer mehr, und endlich ist der Meisenkasten auch entdeckt worden. Die schon am Futterplatz im Winter so aufmerksamen und kecken Sumpfmeisen haben ihn offenbar zur Kinderstube gemacht. Nur Fotos gibt es leider nicht.

Bei Weinstöcken, Rosmarin und Meisenkindern blühen auch die Ringelblumen mit orangen Blütenblätterm um braune Körbchen, jeden Tag eine Blüte mehr, noch wage ich kaum, alles von dem Trockenbraunen abzuzwicken, um sie nicht durch den Eingriff dabei zu stören, denn darunter sitzt das vitale Grün und treibt Knospen:

Die kleine, violette Hornveilchen-Bande hat den trockenen Rand vor den Ringelblumen besetzt und erobert mehr und mehr den Beetrand, zusammen mit vielversprechenden Blättchen von wildem Storchenschnabel unten und noch sehr jungen Mohnpflänzchen, rechts:

Ohne wenigstens eine Blüte vom Löwenzahn mit einem der vielen Insekten, über die ich mich diesen Frühling freuen darf, geht es nicht, und trotz blütenwedelndem Wind konnte ich einen Weissling auf einer der Blüten erwischen – dann nenne ich es eben „wetterdokumentarische Unschärfe“, aber was muss, das muss:

Im Gegensatz zu Bienen und Hummeln machen sich nämlich die Tagfalter in diesem Jahr rar bei uns. Wie im vorigen Herbst angesichts verdorrter Brennnesseln schon befürchtet, sind einige der für Raupen notwendigen Futterpflanzen vertrocknet. Schnell etwas Positives! Der Rhabarber! Hatte ich vor ein paar Wochen gejammert, dass er jahrelang vor sich hingemickert hat, konnten wir vorige Woche schon das erste Rhabarberkompott, mit Erdbeeren, Apfel und Zimt gekocht, geniessen. So sieht er inzwischen schon wieder aus:

Nachdem der Wetterbericht für nächste Woche Regen vorhersagt, hoffe ich, in zwei Wochen die nächste Ernte halten zu können, darauf freue ich mich jetzt schon, dann vielleicht mit Vanille, oder als Käsekuchen? – Die Fotos sind vom 25. und 26. April 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

Achja, das wollte ich noch erwähnen: hier ist dann erstmal Pause. Zum Lesen und Kommentieren komme ich bei euch wahrscheinlich vorbei, aber ob ich selbst irgendetwas bloggen werde, weiss ich noch nicht. Vielen Dank an all euch virtuellen > Amsterdam-Nachträglichmitbesuchern und allen, die es noch nachholen wollen! Man liest sich.

29 Gedanken zu “Garten-Intermezzo

  1. Dein Garten sieht schon sehr üppig aus! Goldregen und Flieder sind früh dran oder? Ja, man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Es ist immer erstaunlich, wann welche Pflanzen kommen oder plötzlich aussetzen. Das Foto vom Goldregen ist toll und Ringelblumen und Hornveilchen leuchten toll. Dann noch guten Appetit mit dem Rhabarber 🙂

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  2. Ausführlich und informativ – so bekommt dein Garten ein Gesicht!
    Heute hat es bei uns beträchtlich geregnet – bin gespannt, wie es die nächsten Tage ist.
    Mit dem Auto bin ich vorhin zwei Fröschchen ausgewichen, das musste sein!

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    • „Beträchtlich“ wäre auch hier eine gute Mengenbeschreibung, wenn es denn klappt damit. Frösche und Kröten sah ich dieses Jahr noch keine, leider, darum freut mich jeder, der so rücksichtsvoll ist, wie du.

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  3. Mein Beileid zum Rapsfeld. Ich finde, die Dinger stinken grauslich und sollten in Wohngegenden untersagt sein. Als die vor 30 Jahren bei uns aufgetaucht sind, habe ich angefangen, beim Radfahren Umwege zu nehmen, wenn ich eine gelbe Fläche sehe. Ich wünsche dir, dass der beschriebene Wind in die andere Richtung weht.

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    • Danke! früher rochen die Rapsfelder, die ich in der Kindheit nur aus Schleswig-Holstein kannte, nach Schweissfüssen, inzwischen gibt es auch angenehm duftend Sorten, aber anscheined auch andere Varianten. Da waren mir ja fast die „Füsse“ noch lieber, weil man nicht über Feuerlöscher und Notrufnummern nachdenken muss. Jetzt bin ich gleich erstmal für zwei Wochen fern davon und gucke mal wieder auf den See, den Neusiedler. Der hat ja zuweilen auch seine ganz eigene Duftnote. 🙂

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  4. Das ist ja ein wunderschön blühender Garten! Von allem was dabei und so viele Farben! Frühling ist schon toll … da merkt man erst mal, was man den ganzen Winter vermisst hat!

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