Schneiden, bitte, aber nicht zu kurz

Im April war nicht einmal ansatzweise zu erkennen, wo sich Wieseninseln zu lassen lohnte. Während die älteren Herren in der Nachbarschaft ihre Rasenflächen, oder was nach der Dürre vom vorigen Jahr noch davon übrig war, schon seit Anfang April mit dem Rasenmäher bearbeitet hatten, kam unser Garten erst Mitte Mai erstmals unters Messer.

Nachdem die sonnengelben Goldtaler vom Löwenzahn verblüht waren und wir von unserem zweiwöchigen Ausflug von Ende April – siehe Bilder vom 26. April 2019 > hier – bis Anfang Mai zurück, war die Zeit aber auch für meine Auffassung von Grünflächen im Garten reif, und die Entwicklung der Wiesen-Margeriten und zumindest schon des Grüns der ausdauernden Wiesenpflanzen soweit erkennbar, dass ich unterscheiden konnte zwischen dem, was während der kommenden Monate immer wieder rasenkurz geschoren, und was als Wieseninseln stehenbleiben sollte. Bisher blühten davon nur die Acker-Witwenblumen beim Weidepfahl, unten:

Auf der Vorderseite des Gartens war ich mit dem Mähen sehr zurückhaltend. Zum einen, weil dort gerade sehr viele kleine Blüten von Reiherschnabel, Ehrenpreis, Sandmohn und Gänseblümchen viel zu schön war zum Abmähen, und zum anderen, um die Sumpfmeisen mit ihren Jungen im Nistkasten nicht mit dem Lärm und der Nähe zu überfordern. Wer ganz genau hinsieht, kann einen Elternvogel rechts neben dem Nistkasten auf dem Draht der Weinreben sitzend finden und die genannten Blüten zumindest als Schimmer im Grün erahnen.

Ein besseres Bild von der futterbringenden Sumpfmeise ist > hier zusehen. Die Fotos sind zwischen dem 12. und 18. Mai 2019 aufgenommen, die Meisenjungen sind immer noch im Kasten und das Füttern erfolgt im Takt weniger Minuten. So lange kann das Ausfliegen nicht mehr dauern, aber das kann ich gut abwarten, bevor ich im Umkreis des Kastens unbedingt herumwerkeln muss, momentan beschränke ich mich auf das Auffüllen der Vogeltränken und ein bisschen Zupfen hier und da.

Auf diesem dritten Bild sieht man auch gleich zwei meiner diesjährigen Sorgenkinder im Garten, sowohl die Zweige der Eberesche, die von links ins Bild ragen, als auch eine der Birken hinten, sind bedenklich kahl: ich vermute, dass sie Opfer der Dürre geworden sind und überlege nun, was ich damit anfangen soll, wenn sich dies durch Abwarten nur bestätigt, aber nicht mehr bessert. Auch meine Hasel (ohne Bild) sieht zum Erbarmen aus, nur käme die mit einem Schnitt besser zurecht als die beiden Vorgenannten. Hat jemand unter euch schon mal eine Eberesche bis auf den Stamm und einige Astansätze zurückgeschnitten und kann mir davon berichten?

Fotos vom 12., 15. und 18. Mai 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

15 Gedanken zu “Schneiden, bitte, aber nicht zu kurz

  1. Gerade sah ich durch das Fenster, dass anscheinend das / die ersten der Sumpfmeisenjungen ausgeflogen ist / sind und eines bettelnd einen Altvogel verfolgen. Faszinierend, wie schnell sie schnell genug sind! Mit der Kamera hinauszugehen in der Hoffnung, das Junge zu fotografieren, war leider in dem Sinne ergebnislos, aber ich konnte sehen und hören, dass es im Kasten noch weitere hungrige Nestlinge geben muss, die weiter mit Futter versorgt werden.

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  2. Ich habe noch nie eine Eberesche geschnitten, aber unsere hat seit vielen Jahren einen dürren Teil und einen grünen. Und da ich jetzt schon so lange zugewartet habe, kann ich auch noch weiter warten, bis du schreibst, ob deine den Schnitt überlebt hat. 😉 Der Zeitpunkt soll ja zumindest jetzt richtig sein, wenn die Blüte vorbei ist.

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  3. Ich finde die Sumpfmeisen sehr hübsch!! Dann wirds jetzt bestimmt laut im Garten 🙂 Schade, daß die Bäume so gelitten haben. Hier sind auch ein paar Sträucher eingegangen und viele Birken sehen schlecht aus. Ich drück die Daumen, daß sie sich wieder erholen! Ich bin gespannt, wie sich deine Wieseninseln dieses Jahr machen.

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    • Ja, das stimmt, die Warnrufe sind unüberhörbar. Aber die Stare und ihre Jungen ja genau so.
      Bei den Bäumen bin ich hin und hergerissen,m ob und wie lange ich den Anblick aushalte. Ebereschen haben generell ein Hitzeproblem, darum ist es höchst ungewiss, ob eine Rettungsmassnahme überfhaupt Sinn macht, wenn sie eh schon so siecht. Die Birken sind auch bekannterweise am Anfang vom Ende, wenn man erst anfängt, an ihnen herumzustutzen. Seufz.
      Die Wieseninseln werden jedenfalls anders als vorher, wobei ich vernmute, eher interessanter, nachdem so viele Gräser auf natürliche Art durch die Trockenheit Platz gemacht haben für die Wiesen-Blütenpflanzen, die dort Fuss fassen können..

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  4. Eberesche – nein. Aber bei der Birke kann ich evtl Entwarnung geben: vor einigen Jahren war eine Unserer ähnlich spärlich belaubt wie Deine im Bild, und wir hatten uns schon gesorgt – seit dem Jahr drauf war sie wieder wie neu 🙂 Hoffe, es geht mit Deiner genauso weiter.

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  5. Die Birke zeigt inzwischen einige neue Ausschläge, einige aus dem Stamm und auch ein paar aus den halb abgestorbenen Ästen. Die Eberesche dagegen ist in zwei Etappen gefallen, nachdem immer weitere Zweige abgestorben sind. Zuerst haben wir nur Äste gekürzt und dabei innen fleckiges Holz gefunden. Später wurde ich auf so etwas wie Löcher unten im Stamm aufmerksam, darum haben wir heute den Stamm doch abgesägt: unten war er von innen mit mehreren Zentimetern Durchmesser hohl.

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