ABC-Etüde mit Gartenzwerg – die Schreibeinladung für die Textwochen 10.11.20

Ich hätte nicht gedacht, dass es noch zu (m)einer dritten ABC-Etüde zur > ABC-Etüden-Schreibeinladung für die Textwochen 10.11.20 auf Christianes Blog Irgendwas ist immer käme, aber hier ist sie nun, wie Corlys Wortspende („Corlys Lesewelt“) es vorgibt mit den 3 Begriffen : Sonnenuntergang – warm – fliegen.
Sie sollen in maximal 300 Wörtern zur Anwendung kommen, wobei Inhaltshinweise und die Überschrift NICHT zum Text gezählt werden müssen.

Nörgel

Im frühlingshaften Garten genoss ich die warme Mittagssonne und dachte nichts Bestimmtes.
„He!“
Mir war, als hätte ich eine Hummel gehört.
„He, bist du taub?“
Suchend sah ich mich um: Gras, Kräuter, keine Hummel.
„Du warst schon aufmerksamer“, nörgelte es aus dem Grün, gefolgt von weiteren Schmähungen, und mir fiel ein, mit wem ich zu tun hatte: mit Nörgel.
Unfreiwillig habe ich nämlich einen Gartenzwerg, oder vielleicht hat er auch mich.
Im Blog erzählte ich bereits > hier, wie ich ihn vor sieben Jahren beim Spazierengehen fand, ihn aber nicht mit nachhause brachte, sondern ihn auf einer Birke mit Blickrichtung zum Sonnenuntergang positionierte, damit ihn ein anderer fände – ich fühlte mich noch nicht bereit für einen Gartenzwerg.

Er verschwand dort, aber sechs Jahre später tauchte er im vorigen Januar unter der Birke wieder auf! Als hätte er mich gerufen, fand ich ihn > hier. Zuhause bekam er ein warmes Bad, und meckerte > dabei abwechselnd über die sechs Jahre im Ackerboden und die unsanfte Behandlung.
Voll Wasser gelaufen, durfte er während des Frostes noch im Haus bleiben, wohnte in meinem Bad auf der Fensterbank und nutzte jede Gelegenheit, mir entweder Witze nach Fips-Asmussen-Art zu erzählen, zu jodeln oder herumzunörgeln. Mit dem Frühling kam er als > Hyazinthenwächter in den Garten, und ich hatte endlich wieder meine Ruhe, bis heute Mittag.
„Ach, du bist das,“ tat ich überrascht, als ich ihn zwischen den Pflanzen entdeckte. „Geht’s dir gut?“
„Blöde Frage,“ raunzte der Wicht. “ So überwuchert und von Monstern angefallen!“
„Ist doch niedlich,“ antwortete ich, liess den Marienkäfer – natürlich erst nach dem Foto – fliegen und befreite ihn von den Ranken, damit er freie Sicht auf seine Hyazinthen bekam. „Besser?“
„Hrmpf.“
„Dann bis bald“, verabschiedete ich mich schnell, bevor ihm nach Witzeerzählen oder Jodeln zumute werden konnte. Ich kenne ihn, den Nörgel!

300 Wörter

 

15 Gedanken zu “ABC-Etüde mit Gartenzwerg – die Schreibeinladung für die Textwochen 10.11.20

  1. Ich würde sagen, der hat ein ziemlich bestimmendes Wesen, oder? Das war bestimmt nicht eure letzte Begegnung …
    Glaubst du, der wird netter, wenn du ihn umtaufen würdest? Nomen est omen oder so?
    Lachende Grüße
    Christiane 😁🌞👍

    Gefällt 2 Personen

  2. In meinem Kinderbuch: Gamuppels Sternenreise, werden die Zwerge von den anderen auch Grummlis genannt, weil sie meist so grummlig gucken, aaaber klar, sie schauen zwar so aus, aber dann geht eben auch bei ihnen die Sonne auf und nichts ist schöner als einem strahlendem Zwerg ins Gesicht zu schauen, wahre Herzöffner sag ich dir 🙂
    Ich mag deinen „Nörgler“, er scheint mit dem Ururahn Schabbagosch verwandt zu sein. Nun darf er lächeln, oder???
    Liebe Grüße
    Ulli

    Gefällt 1 Person

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